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Geplante Fusion: Brauereigiganten machen sich für Kartellwächter kleiner

Bierdosen der chinesischen Marke Snow Zur Großansicht
AFP

Bierdosen der chinesischen Marke Snow

Der weltgrößte Brauereikonzern AB InBev und die Nummer zwei SABMiller forcieren ihre Fusion. Um die Kartellbehörden zu überzeugen, sind Verkäufe in China geplant.

Die Bierbrauer Anheuser-Busch InBev und SABMiller wollen durch den Verkauf weiterer Biermarken den Weg zu ihrem geplanten Zusammenschluss ebnen. Um die Kartellwächter milde zu stimmen, verkauft SABMiller die Beteiligung an seinem chinesischen Gemeinschaftsunternehmen an den Partner China Resources Beer. Für die Beteiligung von 49 Prozent zahlen die Chinesen 1,6 Milliarden Dollar, teilten beide Konzerne mit. China Resources Beer ist damit alleiniger Besitzer der Firma, die die in China populäre Marke Snow Beer herstellt. Zugleich ist die vom Staat unterstützte Brauerei dann Marktführer in der Volksrepublik.

Der weltgrößte Bierbrauer Anheuser-Busch aus Belgien hatte im November vergangenen Jahres die Übernahme von SABMiller eingefädelt. Weil die beiden Unternehmen auf denselben Märkten tätig sind, hatten sie zugleich den Verkauf von Unternehmensteilen angekündigt, um die Bedenken der Wettbewerbsbehörden über eine zu große Marktmacht zu zerstreuen. So ging der SABMiller-Anteil am Gemeinschaftsunternehmen MillerCoors an den Partner Molson Coors. Die Biermarken Peroni und Grolsch sicherte sich der japanische Brauer Asahi.

Anheuser-Busch InBev hat bereits einen großen Teil des US-Geschäfts abgestoßen. Zum Portfolio zählen unter anderem Marken wie Beck's, Budweiser und Corona. Der Konzern will für SABMiller etwa hundert Milliarden Euro zahlen. Sollte die Übernahme zustande kommen, würde nahezu jedes dritte Bier weltweit aus einem Hause kommen. Konkurrenten wie Heineken und Carlsberg wären klar abgeschlagen.

AB InBev:

Beck’s: Die Brauerei Beck braut ihre Beck’s-Biere in Bremen, doch in Privatbesitz ist die Brauerei schon seit 2002 nicht mehr. Seitdem gehört Beck’s der belgischen AB InBev, dem weltgrößten Bierbrauer, dem nun auch der Konkurrent SABMiller gehört. Mit einer abgesetzten Menge von etwa 2,1 Millionen Hektoliter pro Jahr verdienen die Belgier gut am Bremer Bier.
Radeberger-Gruppe:

Berliner Pilsner: Berlin ist Radeberger-Land: Neben Berliner Pilsner gehört auch Berliner Kindl zur Radeberger-Gruppe. Zusammen brachten es die beiden Berliner Biere auf eine Absatzmenge von etwa eine Million Hektoliter. Auch in anderen Regionen hat der Oetker-Konzern Fuß gefasst: Sechs Kölschmarken und ein Altbier gehören zur Radeberger-Gruppe.
Bitburger-Gruppe:

Bitburger: Fast 3,7 Millionen Hektoliter Bitburger tranken die Deutschen 2014. Damit rangiert es auf Platz drei der meistgetrunkenen Biere hierzulande. Zugleich ist Bitburger damit das beliebteste Bier der gleichnamigen Großbrauerei aus der Eifel.
AB InBev:

Diebels: Diebels ist das meistverkaufte Altbier Deutschlands. Das Besondere: Es kommt weder aus der Altbierhochburg Düsseldorf, noch ist die ehemalige Privatbrauerei in deutschem Besitz. Der belgische Bierriese AB InBev hat Diebels bereits 2001 gekauft. Mittlerweile stellt die Brauerei vom Niederrhein auch Pils her.
AB InBev:

Franziskaner: Die 1363 gegründete Franziskaner Brauerei ist eine der traditionsreichsten Brauereien Deutschlands. Im Privatbesitz ist sie aber nicht mehr: 2005 hat die belgische AB InBev die Brauerei übernommen. Das Weißbier schmeckt den Deutschen weiterhin: Eine Millionen Hektoliter setzte Franziskaner vergangenes Jahr ab.
AB InBev:

Hasseröder: Das durch den Auerhahn bekannte Bier Hasseröder war zu DDR-Zeiten ein vor allem regional beliebtes Bier. Mittlerweile liegt es mit einer abgesetzten Menge von 2,25 Millionen Hektorliter auf Platz acht der meistgetrunkenen Biere Deutschlands. Eigentümer ist aber auch hier der Mega-Konzern AB InBev.
Radeberger-Gruppe:

Jever: Auch Jever gehört zur Radeberger-Gruppe. 1994 kaufte zunächst die Dortmunder Brau-und-Brunnen-Gruppe das Bier vom Friesischen Brauhaus zu Jever. Seit 2004 gehören die Dortmunder zur Oetker-Tochter.
Bitburger-Gruppe:

König Pilsener: Seit 1858 stellt die König-Brauerei ihr König Pilsener her. Privat geführt wird der einstige Pilsmarktführer allerdings nicht mehr: 2000 veräußerte die ehemalige Inhaberfamilie ihre Brauerei zunächst an die Holsten-Gruppe, seit 2005 gehört König Pilsener der Bitburger-Brauerei.
Oettinger Brauerei:

Oettinger: Bei Oettinger ist drin, was drauf steht: 1731 als Fürstliches Brauhaus zu Oettingen gegründet, ist die heutige Oettinger Brauerei GmbH als Genossenschaft noch immer unabhängig. Etwa 5,8 Millionen Hektoliter setzte die Brauerei Oettinger mit all seinen Sorten um – und ist damit die erfolgreichste Großbrauerei Deutschlands.
Krombacher-Gruppe:

Krombacher: Das Krombacher Pils ist mit 4,25 Millionen Hektoliter das meistgetrunkene Pils Deutschlands. Insgesamt setzte die Krombacher Privatbrauerei sogar 5,5 Millionen Hektoliter Bier ab – Platz zwei in Deutschland.
Brau Holding International:

Paulaner: Paulaner ist das meistgetrunkene Weißbier Deutschlands. Das seit 1634 anfangs in Klosterbrauereien hergestellte Paulaner ist heute nicht mehr in Ordenshand. Seit 2002 gehört Paulaner jeweils zu 50 Prozent der Schörghuber Unternehmensgruppe sowie der Brau Holding International. An letzter hält der niederländische Brauriese Heineken wiederum 49,9 Prozent.
Radeberger-Gruppe:

Radeberger: Das Radeberger Pilsner ist die Hausmarke der größten deutschen Brauereigruppe Radeberger, die wiederum zum Oetker-Konzern gehört. Etwa 1,9 Millionen Hektoliter des eigenen Pils‘ setzte die Großbrauerei 2014 ab. Damit liegt Radeberger auf Platz neun der meistgetrunkenen Biere Deutschlands.
Radeberger-Gruppe:

Schöfferhofer: Schöfferhofer Weizen prickelt nicht nur im Bauchnabel, wie die Werbung einst versprach. Auch in den Kassen der Radeberger-Gruppe prickelt es: Seit 1953 gehört die Brauerei Binding, die Schöfferhofer produziert, zum Oetker-Konzern.
Carlsberg-Gruppe:

Holsten: Seit 1879 stellte die Holsten-Brauerei an der Hamburger Holstenstraße ihr Pils selbst her. Doch die einst von der damaligen Stadt Altona gegründete Brauerei wandelte sich zunächst in eine Aktiengesellschaft um, dann kaufte 2004 der dänische Großbrauer Carlsberg die Holsten-Brauerei AG. Das Pils braut Carlsberg an der Holstenstraße in Hamburg-Altona nun also selbst.
Veltins-Brauerei:

Veltins: Seit der Gründung der Brauerei Veltins 1824, ist das Unternehmen in Privatbesitz. Seitdem laufen die Geschäfte gut: Vergangenes Jahr setzte die Brauerei rund 2,8 Millionen Hektoliter ihrer Produktpalette ab. Damit liegt Veltins auf Platz vier der meistgetrunkenen Biere Deutschlands.
Privat-Brauerei Heinreich Reissdorf:

Reissdorf Kölsch: Auf dem Biermarkt haben die sich sonst so feindseligen Kölner und Düsseldorfer etwas gemeinsam: Die meisten ihrer Brauereien sind bis heute im Privatbesitz – so auch die Brauerei Heinrich Reissdorf. Das dort hergestellte Reissdorf Kölsch ist mit einer abgesetzten Menge von rund 610.000 Hektolitern seit Jahren das beliebteste Bier der Kölner.
Carlsberg-Gruppe:

Astra: Astra, echtes St. Paulianer Bier? Nicht ganz. Bis 1998 produzierte die Bavaria-St. Pauli-Brauerei ihr Astra - dann übernahm die Holsten-Brauerei AG die St. Paulianer. Noch bis 2002 stellte Holsten das Astra weiter an der Reeperbahn her, bis zum Abriss der traditionellen Brauerei. Seitdem wird Astra in der Holsten-Brauerei produziert, die jedoch seit 2004 zur dänischen Carlsberg-Gruppe gehört.
Bitburger-Gruppe:

Köstritzer: Die Köstritzer Schwarzbierbrauerei in Gera zählt zu den ältesten Schwarzbierbrauereien Deutschlands. Seit 1991 gehört sie der Bitburger Holding, die die alte DDR-Brauerei als erstes modernisierte. Mittlerweile läuft das Geschäft wieder: 780.000 Hektoliter Köstritzer tranken die Deutschen im vergangenen Jahr.
Erdinger Brauerei:

Erdinger: Die Weißbierbrauerei aus Erding ist noch heute in Privatbesitz und wird seit 1975 vom Sohn des Gründers geführt. Nach Familienrezept lässt er das Erdinger Weißbier brauen. Mit einer abgesetzten Menge von 1,3 Millionen Hektoliter liegt Erdinger auf Platz zwei der meistgetrunkenen Weißbiere Deutschlands.
Warsteiner Gruppe:

Warsteiner: Seit 1753 ist die Warsteiner Brauerei sich selbst treu geblieben. Zwar hat auch die Brauerei mittlerweile eine Mutterfirma – doch das ist die hauseigene Warsteiner Gruppe. Vom prominentesten Bier, das Warsteiner Pils, setzte die Großbrauerei vergangenes Jahr 2,29 Millionen Hektoliter ab.

mmq/dpa/Reuters

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