Salmonellen in Babymilch Polizei durchsucht französische Lactalis-Standorte

Trotz eines Rückrufs war in Frankreich mit Salmonellen verseuchte Babymilch in den Verkauf gelangt. Nun geht die Justiz gegen den Molkereikonzern Lactalis vor - Medien berichten von Razzien an fünf Standorten.

Polizist vor Milchfabrik in Craon (Dezember 2017)
AFP

Polizist vor Milchfabrik in Craon (Dezember 2017)


Die französische Polizei hat mehrere Standorte des Molkereikonzerns Lactalis durchsucht. Das berichten die Nachrichtenagenturen AP und Reuters unter Berufung auf die Pariser Staatsanwaltschaft. Laut AP handelt es sich dabei um fünf Standorte, darunter die Zentrale in Laval im Westen Frankreichs sowie eine Fabrik in Craon.

Hintergrund ist der Rückruf von Babynahrung in insgesamt 83 Ländern wegen der Gefahr einer Verunreinigung durch Salmonellen. Der Skandal hatte sich weiter zugespitzt, nachdem bekannt geworden war, dass trotz des Rückrufs in einer Reihe von Supermarktketten Ware in die Verkaufsregale gelangt ist.

Der zu den weltweit größten Molkereien gehörende Konzern hat insgesamt rund zwölf Millionen Dosen Babymilch wegen der Gefahr von Salmonellen zurückgerufen. Sie waren in einer Fabrik in Nordwest-Frankreich produziert worden. Die Familien von rund drei Dutzend in Frankreich erkrankten Kindern haben Klagen angekündigt.

In Deutschland soll es keine Lactalis-Babymilch geben

Lactalis ist einer der größten Molkereikonzerne der Welt. In Deutschland verkauft der Hersteller nach eigenen Angaben keine Babymilch, dafür aber Käse der Marken Président, Galbani oder Salakis.

Salmonellen sind Bakterien, die sich im Magen-Darm-Trakt von Menschen und Tieren vermehren. Die Erreger gelangen meist über Lebensmittel in den Verdauungstrakt. Dort können sie Magen-Darm-Erkrankungen wie Durchfall auslösen. Als weitere Symptome gelten Kopf- und Bauchschmerzen, allgemeines Unwohlsein und gelegentlich auch Erbrechen. Häufig wird die Erkrankung von leichtem Fieber begleitet.

Bei den meisten Patienten halten die Beschwerden mehrere Tage an und klingen dann von allein ab. Babys sind genau wie Kleinkinder, Senioren und Kranke besonders gefährdet. Bei ihnen kann der Verlauf der Krankheit länger dauern und schwerer ausfallen. Sie reagieren besonders empfindlich auf den Verlust von Flüssigkeit und Salzen. In schweren Fällen kann dies zu Kreislaufkollaps oder Nierenversagen und sehr selten zum Tod führen.

Für die Erkrankten ist es wichtig, viel zu trinken. Mit Babys und Kleinkindern sollte zudem ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt vor allem, wenn Durchfall oder Erbrechen besonders stark sind oder länger als zwei bis drei Tage anhalten und zusätzlich Fieber auftritt.

asa/ans/Reuters



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