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Niederlage gegen Apple: Samsung-Aktie stürzt nach Patenturteil ab

Apple triumphiert, Samsung spricht von einem bedauerlichen Urteil - der südkoreanische Elektronikhersteller hat im Patentstreit um Tablets und Handys eine krachende Niederlage kassiert. Die Folgen spüren die Südkoreaner auch an der Börse, ihre Aktie rutschte zeitweise um sieben Prozent ab.

Seoul - Die Niederlage im Patentstreit mit Apple setzt der Samsung-Aktie zu. Zu Wochenbeginn verlor das Papier des südkoreanischen Elektronikkonzerns zeitweise sieben Prozent. Samsung muss Apple gut eine Milliarde Dollar Schadensersatz zahlen, weil ein Gericht in Kalifornien es als erwiesen ansah, dass der Konzern wichtige Funktionen und das Design von Apple-Produkten abgekupfert hat. Aktien von Apple-Zulieferern legten am Montag dagegen zu.

Der große Patentprozess in Kalifornien war am Freitag überraschend früh geendet. Die Geschworenen stellten die Verletzung mehrerer Patente für iPhone und iPad durch Samsung-Geräte fest und sprachen Apple einen Schadensersatz von zunächst rund 1,05 Milliarden Dollar zu. Die Patentvorwürfe von Samsung an Apple wiesen sie hingegen komplett ab. Das Urteil ist der erste deutliche Sieg eines Unternehmens im Patentstreit der Mobilfunkbranche. Es könnte weitreichende Folgen für die weitere Entwicklung des Handymarktes haben.

Samsung kündigte umgehend an, Rechtsmittel einlegen zu wollen. Sollte der Schritt keinen Erfolg bringen, wolle das Unternehmen ein Berufungsgericht einschalten. Nach Einschätzung von Beobachtern müssen sich beide Parteien auf einen langen Streit einstellen. Bleibt das Urteil bestehen, bedeutet das auf jeden Fall, dass Samsung und andere Hersteller dauerhaft auf einige von Apples patentierten Funktionen verzichten müssen.

Und Apple hat jetzt bessere Karten in seinem Patentkrieg gegen weitere Hersteller von Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android: Der Prozess hat gezeigt, dass es sich mit Patentklagen vor Gericht durchsetzen kann, und die iPhone-Patente wurden als gültig gestärkt. Zudem könnte Apple jetzt auch andere Patente aus seinem großen Arsenal gegen sie einsetzen. Die Rivalen dürften jetzt gezwungen sein, Geräte zu bauen, die sich noch stärker von Design und einzelnen Funktionen von iPhone und iPad unterscheiden.

Apple-Chef Cook: "Es ging um Werte"

Da die Geschworenen von mutwilligen Patentverletzungen überzeugt waren, kann der Schadensersatz verdreifacht werden. Samsung sprach in einer ersten Reaktion von einer Niederlage für die amerikanischen Verbraucher: "Das wird zu weniger Auswahl, weniger Innovation und potentiell höheren Preisen führen." Es sei bedauerlich, dass das Patentsystem einem Unternehmen ein Monopol über Rechtecke mit abgerundeten Ecken geben könne, hieß es in Anspielung auf Apples Designmuster. "Das ist nicht das letzte Wort in diesem Fall oder in den Schlachten, die vor Gerichten rund um die Welt geführt werden."

Apple-Chef Tim Cook bedankte sich bei den Geschworenen für eine "klare Botschaft, dass Diebstahl nicht rechtens ist". "Der Berg an Beweismaterial zeigte in dem Prozess, dass das Kopieren durch Samsung noch tiefer ging, als selbst uns bekannt war", hieß es in einer E-Mail an die Mitarbeiter. Bei den Klagen von Apple und Samsung sei es um viel mehr als Patente oder Geld gegangen: "Es ging um Werte", wie etwa Originalität und Innovation. Apple habe nur widerwillig zu den Klagen gegriffen.

cte/Reuters/dpa

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insgesamt 96 Beiträge
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1. die samsung-aktionäre sollten sich keine sorgen machen.
blitzunddonner 27.08.2012
wer so beharrlich wie apple etabliertes, selbstverständliches mit klauen verteidigt, zwingt seine konkurrenten zu massiven innovationen. das ging microsoft auch schon so. die i-geräte gehören jetzt schon ins museum. mein propriertäres i-phone nervt mich gewaltig. immer und immer wieder will mich die apple-technik in den apple-shop zwingen. und mit i-tunes kann ich keine sd-karten oder nichtapple-geräte befüllen. das zieht nur noch runter. wie ist eigentlich der musikplayer auf samsung? irgendwelche erfahrungen?
2. optional
bigbubby 27.08.2012
Als ob irgendwer dran gezweifelt hätte, dass amerikanische Geschworene nicht für das amerikanische gegen das asiatische Unternehmen entschieden hätten. Apple und Samsung tun sich beide nicht viel. Beide haben massiv kopiert und kooperiert. Dieses Lied ist sicherlich noch nicht zu Ende.
3. Weltmeister in Wirtschaftskriegsführung
habmeinemeinung 27.08.2012
Apple mit seinen gigantischen Geldreserven, kann in Amerika JEDES Urteil bekommen dass es will. Die einzig angemessene Antwort wäre ein ähnliches, gekoppeltes Vorgehen der Asiatischen Boom-Staaten. Dort kann man sicherlich Gerichte und Geschworene so trimmen, dass Apple keinen Fuß mehr auf den Boden bekommt. Ein Rechteck mit abgerundeten Ecken ist durch Patente geschützt. Vor ein paar Monaten hätte ich das für einen Witz gehalten.
4. Werte?
bvdlinde 27.08.2012
Hallo Herr Cook, es geht Ihnen um Werte? Es geht Ihnen doch eher darum, die Kunden zu unmuendigen Apple Glaeubigern zu erziehen. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: ein kalifornisches Gericht, besetzt mit den klassisch unwissenden amerikanischen Geschworenen, verurteilt einen asiatischen Konkurrenten zu einer Milliardenstrafe. Laecherlich.
5.
Adlhoch 27.08.2012
Zitat von sysopAFPApple triumphiert, Samsung spricht von einem bedauerlichen Urteil - der südkoreanische Elektronik-Hersteller hat im Patentstreit um Tablets und Handys eine krachende Niederlage kassiert. Die Folgen spüren die Südkoreaner auch an der Börse, ihre Aktie rutschte zeitweise um sieben Prozent ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,852203,00.html
Es kann nur einen Gewinner geben. Wenn sich beide Kontrahenten nicht "einigen" konnten, geht es halt so aus. Ich bin nur gespannt, wie sich das "kunden-Lieferantenverhältnis" zueinander entwickelt... Aber unter uns: Der Markt ist doch aufgeteilt, da wird eine Krähe der anderen schon kein Auge auspicken. Und pleite geht wegen den Paar Dollars auch niemand... Also, für alle Fän's wird es noch genug geben: Applefanboys und Reisschüssellieblinge... 8-)
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