San Francisco Wütende Anwohner stoppen Bus mit Google-Mitarbeitern

In San Francisco wächst die Wut auf Konzerne wie Google, Apple und Twitter: Weil die IT-Unternehmen ihre Mitarbeiter sehr gut bezahlen, schnellen Mieten und Lebenshaltungskosten in die Höhe. Nun haben Anwohner einen Bus mit Google-Pendlern gestoppt.

Protest gegen Google in San Francisco (9. Dezember): Die Wut wächst
Steve Rhodes / Demotix

Protest gegen Google in San Francisco (9. Dezember): Die Wut wächst


Hamburg - Das Stadtviertel Mission District in San Francisco ist seit jeher bei Lateinamerikanern beliebt. Seit einiger Zeit aber zieht es auch Mitarbeiter von Google, Ebay, Apple und den anderen Silicon-Valley-Größen hierher. Die Preise für Wohnungen, in Cafés und auf Märkten steigen, weil die Tech-Firmen ganze Häuserblocks für ihre Mitarbeiter anmieten und fast jeden Preis zahlen. Das Leben wird für Normalverdiener zu teuer. Die Wut wächst. Bislang im Stillen.

Am Montag aber machten Bewohner des Mission District ihrem Ärger erstmals Luft. Sie stoppten einen Bus mit Google-Pendlern auf dem Weg zur Arbeit im rund 34 Meilen entfernten Mountain View. Rund eine halbe Stunde sollen sie das Fahrzeug blockiert haben, wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt. Sie hielten Schilder in die Höhe mit Aufschriften wie "Stoppt die Vertreibung" oder "Kein Ausverkauf von San Francisco".

Der Protest soll der Nachrichtenagentur Reuters zufolge von der Vereinigung Heart of the City organisiert worden sein, die sich gegen den täglichen Pendlerverkehr zwischen San Francisco und den südlich der Stadt gelegenen Konzernsitzen von Google und Co. ausspricht. Der Fernsehsender CNBC berichtet, dass die San Francisco Displacement and Neighborhood Impact Agency die Demonstration organisiert habe. Einer Gruppe also, die gegen die Vertreibung der ursprünglichen Anwohnerschaft San Franciscos ankämpft.

Die Gegner der Shuttle-Dienste kritisieren, dass die privat betriebenen Busse die öffentliche Infrastruktur, darunter die städtischen Haltestellen, nutzten, ohne dem Gemeinwohl zugutezukommen. Die Betreiber der Privatbusse dagegen führen an, dass dank der Shuttle-Dienste die Straßen und Autobahnen nicht noch zusätzlich durch Kleinwagen verstopft würden.

Google bemüht sich um eine Lösung des Konflikts. In einer Stellungnahme für die "Huffington Post" teilte der Konzern mit, dass er mit den städtischen Verkehrsbetrieben an einem Konzept für den Verkehr arbeite.

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