Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Sanierungskurs: Siemens-Chef Kaeser will 11.600 Stellen abbauen

Siemens-Chef Joe Kaeser macht Ernst mit seinem großangelegten Konzernumbau. Jetzt wird bekannt: Dem Sparplan sollen rund 11.600 Stellen zum Opfer fallen.

Siemens-Chef Kaeser:  Stellenabbau "mit Besonnenheit und Respekt"  Zur Großansicht
DPA

Siemens-Chef Kaeser: Stellenabbau "mit Besonnenheit und Respekt"

Bangalore - Siemens plant einem Medienbericht zufolge den Abbau von 11.600 Stellen. Dies habe Konzernchef Joe Kaeser in einer Webcast-Konferenz am Mittwoch gesagt, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag.

Kaeser hatte erst kürzlich einen großangelegten Konzernumbau angekündigt, sich dabei allerdings bei Fragen zum Stellenabbau bedeckt gehalten. "Mit Besonnenheit und Respekt" werde man dieses Thema angehen, versprach er. Bei Siemens gelte: "You never walk alone." Die Kosten sollen um rund eine Milliarde Euro gesenkt werden. Die Pläne hatten prompt Sorgen geweckt, dass sich die 360.000 Mitarbeiter nach zahlreichen Spar- und Sanierungsprogrammen der vergangenen Jahre erneut auf Einschnitte gefasst machen müssen.

Die IG Metall sprach von mehreren Tausend Stellen. Man sei grundsätzlich zu Gesprächen über die Pläne bereit, "wenn das Unternehmen dadurch in einem Zug überflüssige Komplexität reduziert und künftig wieder ein geschlosseneres Bild nach außen bietet", sagte Bayerns IG-Metall-Bezirkschef Jürgen Wechsler. "Die Neuorganisation darf auf keinen Fall als Deckmantel für ein Programm zur Kostensenkung oder zum Stellenabbau missbraucht werden."

Mit seiner Strategie namens "Vision 2020" will Kaeser den Konzern flexibler und schlanker aufstellen und dadurch zusätzliches Wachstum ermöglichen. Teile, die nicht mehr zu dem Kerngeschäft gehören, das der Vorstandschef für Siemens Chart zeigen definiert, sollen verkauft werden. Mit dem Börsengang der Hörgeräte-Sparte und dem Verkauf der Mehrheit an dem Stahlanlagenbauer VAI werden demnächst insgesamt 12.000 Mitarbeiter nicht mehr zur Siemens-Familie gehören. Weitere 3600 Menschen verlassen den Konzern, wenn Siemens die seit Langem verhandelte Veräußerung der Gepäck- und Postlogistik in den nächsten Wochen endlich abschließt.

Mittelfristig ist auch noch die Herauslösung der gesamten Medizintechnik mit 13,6 Milliarden Euro Umsatz und 51.000 Mitarbeitern geplant. Ein Listing der hochprofitablen Sparte an der Börse könnte sinnvoll sein, wenn der Paradigmenwechsel in diesem Geschäft eine Großakquisition erforderlich macht. Einen solchen Zukauf - etwa in der Molekularbiologie - will Kaeser aber nicht mehr aus der Siemens-Kasse finanzieren. In diesem Fall könnte die Medizintechnik das nötige Geld aber an der Börse aufnehmen.

mik/Reuters

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 165 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Wow
polarwolf14 30.05.2014
Vision 2020. Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen! Natürlich werden Arbeitsplätze vernichtet, mit Respekt heutzutage, was trotzdem nichts ändert. Welche Beraterfirma hat sich sowas ausgedacht und verdient noch gutes Geld damit, während sie in feinen Anzügen mit dem Flipchart fuchteln? Als Arbeiter würde ich die fertig machen, die leiden.
2. Meine Dividende wird endlich steigen
Alm Öhi 30.05.2014
Danke Joe, endlich wird der Rubel rollen, vielleicht könnten wir 50.000 Stellen streichen dann wird Dein Bonus noch höher ausfallen. Es ist schön zu sehen das die Bonusmanager Stellen streichen müssen um ihre Bonusziele zu erreichen.
3. Alles wie immer!
noelkenproettel 30.05.2014
Die Manager bauen scheisse und die Arbeiter werden entlassen, jedesmal wenn ich sowas lese bin ich nah dran mich vor Abscheu zu übergeben! Mich würde es interessieren wielange sich die Menschen noch von diesen Unfähigen in Nadelstreifen verarschen lassen. Eswäre mal eine interesannte Sache diejenigen regresspflichtig zumachen die das Riesen Minus von Siemens verursacht haben , aber diese haben ihr Abtreten wegen Unfähigkeit noch mit ein Paar mio. versüßen lassen, einfach zum kotzen!!!
4. Des einen Glück des anderen Leid
pewibe 30.05.2014
.. bei dem latenten Fachkräftemangel in Deutschland wird es sicher sofort neue Jobs für die entlassenen Mitarbeiter geben und die dringend benötigte Zuwanderung kann dann zum Glück besser auf andere Firmen verteilt werden. Mir tut wirklich nur die arme Firma Siemens, deren Top-Manager und einige Politiker leid. :-D
5. Siemens und Vision?!
tina.blasic 30.05.2014
Seit mittlerweile 15 Jahren schrumpft sich Siemens in den Mittelstand. A&D, IT Dienstleistungen, Halbleiter, Telekommunikation, Haushaltsgeräte .... die Liste der "Ausstiege" von Siemens ist endlos. Wenn jetzt noch die hochprofitable Medizinsparte abgestoßen werden soll, mit was will der Laden noch Geld verdienen?! Bei Siemens hat mal verlernt Bereiche profitabel zu machen, anscheinend sieht man das neue geschäft darin Siemens-Immobilien wie in Neu-Perlach zu vermieten. No future Siemens!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Joe Kaeser: Der Siemens-Chef im Bieterkampf



Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: