Tokio - Erst seit Anfang des Monats ist Kazuo Hirai Chef im Haus - und muss seinen Angestellten schlechte Nachrichten verkünden: Sony wird seine Belegschaft um etwa 10.000 Stellen reduzieren, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Montag. Das seien sechs Prozent aller Jobs in dem defizitären Elektronikkonzern. Zu den Streichungen solle es frühestens Ende dieses Jahres kommen, noch sei nicht klar, wie viele Jobs in Japan und wie viele in anderen Ländern entfallen. Zugleich wolle das Unternehmen, dass die sieben Vorstände ihre Boni zurückzahlen.
Für das gerade beendete Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen einen Verlust von umgerechnet rund 2,07 Milliarden Euro, es steckt damit seit vier Jahren in den roten Zahlen. Der 51-jährige Hirai war am 1. April mit der Aufgabe angetreten, den Konzern zu sanieren.
Er hatte sich als Ziel gesetzt, das Wachstum im Kerngeschäft mit Elektronik anzutreiben - also mit Fotografie, mobilen Geräten und Computerspielen. Im umkämpften und seit acht Jahren defizitären Fernsehgeschäft müsse hingegen Sony die Kehrtwende gelingen, sagte Hirai vor knapp zwei Wochen. Er kündigte "harte, schmerzvolle Entscheidungen" an, wolle aber die TV-Sparte weiterführen.
Die Hälfte der Stellen werden jetzt laut "Nikkei" durch die Konsolidierung der Chemie- und LCD-Sparte des Unternehmens gestrichen. Ende März hatte Kazuo Hirai, damals als designierter Konzernchef, den Verkauf der Sony Chemical & Information Device an die staatliche japanische Entwicklungsbank verkündet - das Unternehmen verkauft Folien und Klebstoffe für die LCD-Produktion. Bis Ende Mai sollten die Details des Transfers festgezurrt werden, berichtete das "Handelsblatt". Schon im Herbst hatte Sony die Produktion kleiner LCD-Bildschirme aufgegeben, Anfang des Jahres veräußerte es die Anteile an einer Firma für TV-Bildschirme.
Das Unternehmen hat eine Stellungnahme zu dem "Nikkei"-Bericht abgelehnt, Kazuo Hirai werde am kommenden Donnerstag über die neue Unternehmensstrategie informieren. An der Börse von Tokio legten die Aktien von Sony um 0,6 Prozent zu.
abl/Reuters
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