Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Sanktionen gegen Russland: Deutsch-russische Exporte seit 2012 halbiert

Die Sanktionen gegen Russland machen deutschen Firmen zu schaffen. In den vergangenen drei Jahren brachen die Ausfuhren um fast 50 Prozent ein. Hunderte Unternehmen haben sich bereits zurückgezogen.

Die deutsche Wirtschaft hat in den vergangenen drei Jahren fast die Hälfte ihres Exportumsatzes mit Russland verloren. 2015 brachen die Ausfuhren nach Angaben des Ost-Ausschusses um mehr als ein Viertel auf gut 21 Milliarden Euro ein. Für das laufende Jahr rechnet der Gremiumsvorsitzende Wolfgang Büchele bei den Ausfuhren mit einem weiteren Minus von zehn Prozent auf unter 20 Milliarden Euro.

Der Ost-Ausschuss versteht sich als Sprachrohr der in Russland engagierten deutschen Firmen. Angesichts der Zahlen forderte Büchele nach der Konferenz von Europa ein Entspannungssignal an Russland und die schrittweise Aufhebung der Sanktionen. "Wir müssen Russland helfen, aus der Isolation herauszukommen", sagte er.

Den Auftritt des russischen Ministerpräsidenten Dimitri Medwedew bei der Münchner Sicherheitskonferenz wertete der Ost-Ausschuss als Schritt nach vorn. Zugleich räumte Büchele ein, dass ein kompletter Wegfall der Sanktionen bereits im Juli unrealistisch sei. 60 Prozent der in Russland aktiven Konzerne hatten sich in einer Umfrage dafür ausgesprochen.

Ein mögliches Ende der EU-Sanktionen macht die Wirtschaft jedoch von Fortschritten beim Minsker Friedensabkommen für die Ukraine abhängig. Die Lage in Kiew sei besorgniserregend. Sollte sich der Internationale Währungsfonds zurückziehen, könnte die EU allein die Ukraine wirtschaftlich nicht retten

Inzwischen haben sich bereits mehrere Hundert deutsche Firmen aus Russland zurückgezogen. Die Zahl ist laut Ost-Ausschuss von 6000 auf 5600 gesunken. Über 80 Prozent von ihnen erwarteten 2016 eine negative Entwicklung der russischen Wirtschaft, wollten aber im Land bleiben. "Die westlichen Sanktionen sind nicht der Hauptgrund für den russischen Konjunktureinbruch", sagte Büchele. Schuld seien vor allem der Ölpreisverfall und die Rubel-Abwertung.

brk/dpa/Reuters

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: