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Russische Sanktionen: EU hilft Gemüsebauern mit 125 Millionen Euro

Europas Bauern leiden unter den russischen Sanktionen. Viele von ihnen bleiben auf Erzeugnissen sitzen. Jetzt will die EU ihnen helfen - und stellt für Produzenten leicht verderblicher Obst- und Gemüsesorten bis zu 125 Millionen Euro bereit.

Paprika aus den Niederlanden: Finanzielle Hilfe nach russischen Sanktionen Zur Großansicht
AFP

Paprika aus den Niederlanden: Finanzielle Hilfe nach russischen Sanktionen

Brüssel - Russland hat in Reaktion auf die westlichen Sanktionen die Einfuhr von Obst und Gemüse aus der Europäischen Union, den USA, Kanada, Australien und Norwegen für die Dauer von einem Jahr verboten. Betroffene Landwirte in Europa können deshalb nun mit EU-Hilfen in Höhe von bis zu 125 Millionen rechnen. Das Geld werde noch bis Ende November zur Verfügung gestellt, sagte Agrarkommissar Dacian Ciolos.

Erzeuger von knapp 20 leicht verderblichen Obst- und Gemüsesorten können EU-Hilfe beantragen. Betroffen sind etwa Produzenten von Tomaten, Blumenkohl, Pilzen, Weintrauben oder Gurken. Diese Produkte können nicht eingelagert oder in andere Länder verkauft werden. Profitieren dürften vor allem Landwirte in Polen, Litauen, Belgien und den Niederlanden - aus diesen Ländern wird für gewöhnlich besonders viel Obst und Gemüse nach Russland exportiert.

Die Auswirkungen des russischen Importverbots fallen je nach Frucht unterschiedlich aus. Während nach EU-Angaben im vergangenen Jahr zehn Prozent der in Europa angebauten Kiwis nach Russland ausgeführt wurden sowie acht Prozent der Birnen und sieben Prozent der Äpfel, war es bei Karotten und Rüben nur ein Prozent.

Mit den 125 Millionen Euro soll den Angaben zufolge das Angebot auf dem freien Markt verknappt werden, damit die Preise nicht zu stark verfallen. Für Waren, die kostenfrei verteilt werden, erhalten Landwirte von der EU den vollen Preis. Für andere Aufkäufe, vorzeitige Ernte oder Ernteverzicht soll ihnen laut EU-Kommission der halbe Preis erstattet werden. Landwirte können auch rückwirkend Unterstützung beantragen. Die EU-Kommission muss die Hilfen zwar noch offiziell beschließen, dies gilt einem Sprecher zufolge aber als Formalie.

mmq/dpa/Reuters

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insgesamt 29 Beiträge
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1. 125 Mios gegen die Gegensanktionen Russlands
seneca55 18.08.2014
Im letzten Jahr 2013 lieferten die EU-Bauern/Lebensmittelindustrien für 8,8 Mrd. EUR nach Russland. Jetzt gibt es dank der Westsanktionen immerhin 125 Mios aus. Brüssel für die EU-Bauern und der Rest: rd. 8,7 Mrd. EUR ist uns die Ukraine und der Rechte Sektor in Kiew eben wert, oder?
2.
an-i 18.08.2014
...alle Voraussetzungen für die Sanktionen gegen Russland sind ein Blase und jetzt auch noch Entschädigungen zahlen? So kann man Politik auch machen...
3. Richtig wäre es,
die wilde 13 18.08.2014
wenn Amerika das bezahlen würde. So baden wir wieder aus was die angezettelt haben.
4. Die Ukraine
anders_denker 18.08.2014
kommt doch für die ganzen kosten auf... hat Brüssel schon ne Rechnung geschickt? Ach so, Verzugszinsen von 30% wenn das geld nicht zeitig eingeht. Kiev ist leider kein guter Schudner!
5.
heikhen 18.08.2014
bei wem darf ich dann meine zu erwartende Preiserhöhung für Erdgas aus Russland geltend machen? Springt da auch die EU ein.
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