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Konflikt mit Russland: Wirtschaft wettert gegen Sanktionen

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Ost-Ausschuss-Vorsitzender Cordes: "In der Existenz bedroht"

Die neuen Sanktionen gegen Russland kommen bei der deutschen Wirtschaft gar nicht gut an. "Wir schaden uns zunehmend selbst", schimpft der Chef des Ostausschusses, Eckhard Cordes - und warnt vor einer "gefährlichen Sanktionsspirale".

Berlin - Die deutsche Wirtschaft hält die verschärften Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union gegen Russland für einen Fehler. "Die neuen Sanktionen werden nicht zur Entspannung beitragen", warnte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes, in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Wir befinden uns jetzt vermutlich am Beginn einer gefährlichen Sanktionsspirale."

Der Ost-Ausschuss versteht sich als Sprachrohr der mehr als 6000 in Russland engagierten deutschen Firmen. Cordes zeigte sich überrascht über das Vorgehen der Bundesregierung. Die Wirtschaftssanktionen hätten bislang keinen Fortschritt in der Ukraine-Krise gebracht. "Wir schaden uns also zunehmend selbst, ohne die erhoffte politische Wirkung zu erzielen", sagte Cordes. Im Mittelstand herrsche große Frustration. "Gerade kleine und mittlere Unternehmen, die einen wesentlichen Teil ihres Geschäfts in Russland haben und nicht einfach auf andere Märkte ausweichen können, sehen sich in ihrer Existenz bedroht."

Gabriel will Putin wieder vertrauen können

Die EU hatte am Freitag neue Sanktionen gegen Russland in Kraft gesetzt, die sich vor allem gegen den Energie-, Rüstungs- und Finanzsektor richten. Außerdem belegte die EU weitere russische Politiker mit Kontensperrungen und Einreiseverboten. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte angesichts des Friedensplans für die Ukraine die Sanktionen als "schon etwas seltsam" bezeichnet.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) verteidigte am Wochenende die Maßnahmen gegen russische Energie- und Rüstungsunternehmen. Er hoffe sehr, dass die Sanktionen Russland zum Einlenken brächten, sagte er der "Bild"-Zeitung. Die wirtschaftliche Lage Russlands sei schon heute alles andere als gut.

Zugleich setzt der Vizekanzler darauf, dass sich die Beziehungen zu Russland und dessen Präsidenten Putin bald wieder bessern. "Es ist doch so, dass Europa Russland braucht, wir sind direkte Nachbarn, und eine gute Nachbarschaft ist von zentraler Bedeutung", sagte Gabriel. "Wir merken ja gerade bei den großen internationalen Konflikten, zum Beispiel im Nordirak und in Syrien, dass es gut wäre, mit Russland gemeinsam an einer Konfliktlösung zu arbeiten." Auf die Frage, ob man Putin je wieder vertrauen könne, sagte Gabriel: "Ich hoffe es."

stk/Reuters/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 155 Beiträge
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1. Gabriel hofft also...
_meinemeinung 14.09.2014
Hätte ja nicht gedacht, dass das mal vorkommt - aber die Wirtschaftsvertreter haben Recht. Wir schaden uns selbst, und vielleicht - hoffentlich - führt das dazu, dass die US-hörigen Schleimbeutel, die sich "Bundesregierung" nennen, in die Wüste geschickt werden. Denn das Sagen in diesem Staat haben nicht die, die gewählt sind, sondern die, die bestimmen, wer gewählt werden soll.
2. Egal
schmusel 14.09.2014
Spielt keine Rolle was irgendwelche Lobbyisten von der bedingungslosen Gewinnlerindustrie zu husten haben. Das ist dieselbe Einstellung wie die der Waffenindustrie die klagt, wenn sie ihre Produkte des Todes nicht überall hin verkaufen dürfen. Gewisse Vorgänge kann man nicht einfach ignorieren und weitermachen wie bisher um dem Gott Mammon zu huldigen.
3. Als ob es das noch als Beweis
skoodge 14.09.2014
gebraucht hätte dafür, dass alles, was die deutsche Wirtschaft interessiert, ihre Exporte und Umsätze sind.. und dann gleich wieder Parolen und Pseudo-Betroffenheit wegen dem möglichen Verlust von Arbeitsplätzen hinterher, als ob das einen einzigen Vorstandsvorsitzenden interessieren würde.. zum Kotzen solche Leute!!
4. wenn der Bürger schon den Kopf schüttelt
inge333 14.09.2014
.. die Intelligenz in der Regierung fehlt nach wie ... weil nie nach dem Ursprung des Desasters gefragt wird und stets die andern schuld sind..... Diplomatie ist die noble Variante
5. Wenn die Russen
sportimtv-fan 14.09.2014
mal unsere Autos nicht mehr kaufen und uns kein Gas mehr liefert, wird es erst interessant! Bin schon gespannt, was die deutsche Politik dann macht.
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