Übernahme in Pharmaindustrie Sanofi bietet 11,6 Milliarden US-Dollar für Biotechunternehmen

Die Pharmaindustrie wächst weiter zusammen: Der französische Konzern Sanofi will das US-Biotechunternehmen Bioverativ kaufen - und erhofft sich Wachstumsoptionen.

Logo des Pharmakonzerns Sanofi
AFP

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Der französische Pharmakonzern Sanofi will das US-Biotechunternehmen Bioverativ übernehmen. Die Franzosen lassen sich den Zukauf 11,6 Milliarden US-Dollar kosten. Für das Unternehmen ist es das größte Geschäft seit rund sieben Jahren. Der Aufsichtsrat hat der Übernahme durch Sanofi bereits zugestimmt.

Bioverativ fokussiert sich insbesondere auf die seltene Bluterkrankung Hämophilie, an der weltweit rund 180.000 Menschen leiden. Im Vergleich zu anderen seltenen Erkrankungen sei der Markt mit einem Jahresumsatz von rund zehn Milliarden US-Dollar der größte. Bioverativ erlöste im Jahr 2016 knapp ein Zehntel hiervon: Das Unternehmen kam damals auf knapp 900 Millionen Dollar Umsatz.

Sanofi biete für alle ausstehenden Aktien 105 Dollar je Anteilsschein, teilte der Konzern in Paris mit. Das wäre ein Aufschlag von 64 Prozent zum Freitagsschlusskurs. Mit Übernahmen gerade im Biotechnologie-Segment können Pharmakonzerne schnell ihre Lücken im Angebot schließen und Wachstumsoptionen erkaufen.

In der Branche ist es in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder zu milliardenschweren Übernahmen gekommen. Einige stehen unmittelbar bevor: So will etwa die US-Biotechfirma Celgene den Blutkrebsspezialisten Impact Biomedicines für bis zu sieben Milliarden US-Dollar kaufen und die dänische Novo Nordisk bietet 2,6 Milliarden Euro für die Biotechfirma Ablynx. Die Belgier haben die Offerte aber als zu niedrig zurückgewiesen.

Sanofi kämpft derzeit in seinem wichtigsten Geschäftszweig, den Diabetes- und Herzkreislauferkrankungen, mit zunehmender Konkurrenz. Nach dem Verlust des Patentschutzes für seinen Kassenschlager, das Insulin Lantus, verlor der Konzern zuletzt in den USA Marktanteile.

bam/dpa



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