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Medikamente: Sanofi sichert sich Weltlizenz für inhalierbares Insulin

Sanofi ist auf der Suche nach einem Nachfolger für sein lukratives Diabetes-Medikament fündig geworden. Der Pharmakonzern sicherte sich die Vertriebsrechte für ein neuartiges Insulinpräparat, das ohne Spritzen auskommt.

Pharmariese Sanofi: Hoffen auf neuen Verkaufsschlager Zur Großansicht
AFP

Pharmariese Sanofi: Hoffen auf neuen Verkaufsschlager

Paris - Die französische Pharmagruppe Sanofi hat sich die Weltlizenz für ein neuartiges, inhalierbares Insulin gesichert: Ein entsprechender Exklusivvertrag sei mit dem US-Biotechnologie-Unternehmen MannKind Corporation unterzeichnet worden, gaben beide Firmen am Montag bekannt. Für die Vereinbarung soll Sanofi Chart zeigen insgesamt 925 Millionen Dollar oder umgerechnet rund 690 Millionen Euro zahlen.

Dem Insulinpuder trauen Experten zu, ein Kassenschlager zu werden: 2019 könnte das Präparat mit Namen Afrezza Schätzungen zufolge bereits rund eine Milliarde Dollar Umsatz bringen. Die US-Markteinführung sei für das erste Quartal 2015 geplant, erklärten die Partner.

Die Vereinbarung beider Unternehmen sieht vor, dass Sanofi für die Entwicklung und Vermarktung des Medikaments zuständig ist. MannKind produziert Afrezza demnach in seinem Werk in Danbury im Nordosten der USA. Beide Unternehmen wollen auch zusammenarbeiten, um die Produktion ausweiten zu können, falls die weltweite Nachfrage dies erfordern sollte. Allein in den USA gab es nach offiziellen Angaben im Jahr 2012 mehr als 29 Millionen Diabetiker.

Das Medikament namens Afrezza ist der Erklärung der beiden Unternehmen zufolge ein neues Insulin zum Inhalieren für die Behandlung von Diabetes vom Typ 1 und 2 für Erwachsene. Es sei eine neue therapeutische Möglichkeit, um Diabetes zu behandeln ohne täglich mehrfach Spritzen zu benutzen, erklärte ein Sanofi-Sprecher. Das in einer Art Pfeife angebotene Insulinpuder soll vor dem Essen inhaliert werden.

Risiken beim Einatmen

Die Vereinbarung birgt aber auch Risiken für die Unternehmen. Zwar versprechen Inhalationsmethoden den Diabetes-Patienten mehr Komfort als die Behandlung mit injizierbarem Insulin, wie es von Sanofi oder Konkurrenten wie Eli Lilly und Novo Nordisk hergestellt wird. Doch gibt es Bedenken hinsichtlich der möglichen Risiken beim Einatmen von Insulinpuder. Daher ist auch unklar, ob sich die Methode durchsetzen wird. Und auch die Zulassungsbehörde in den USA verlangt von MannKind weitere Informationen über mögliche Risiken bei Inhalation des neuen Insulinprodukts.

MannKind Corporation wird nun eine erste Zahlung von 150 Millionen Dollar von Sanofi erhalten und in der Folge weitere Tranchen, die insgesamt 775 Millionen Dollar ausmachen könnten, wenn die angestrebten Ziele etwa beim Verkauf erreicht werden. Insgesamt könnten die Zahlungen somit 925 Millionen Dollar erreichen. Gewinne und Verluste wollen sich die Partner teilen, mit einem Anteil von 65 Prozent für Sanofi und 35 Prozent für MannKind.

Schätzungsweise 382 Millionen Menschen weltweit leiden an der Krankheit, und die Zahl könnte laut dem Internationalen Diabetes-Verband bis 2035 auf 592 Millionen ansteigen. Diabetes vom Typ 2 macht fast 90 Prozent der Fälle aus und betrifft meist Erwachsene, oft wegen Übergewichts. Die schlimmste Form ist Diabetes vom Typ 1, die häufiger Kinder betrifft. Die großen Pharmagruppen forschen seit Jahren an neuen Möglichkeiten, um Insulinspritzen zu ersetzen.

mik/Reuters/AFP

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