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Software-Unternehmer: SAP-Gründer Plattner spendet Milliardenvermögen

Er ist der reichste Deutsche im internationalen Club der Superspender: Hasso Plattner, Mitgründer des Software-Konzerns SAP, ist dem Verein The Giving Pledge von Warren Buffett und Bill Gates beigetreten. Damit wird Plattner die Hälfte seines auf 5,95 Milliarden Euro geschätzten Vermögens abgeben.

New York - SAP-Mitbegründer Hasso Plattner wird Mitglied im exklusiven Club der Superspender. Dafür will er mindestens die Hälfte seines Milliardenvermögens abgeben. Das ist das Aufnahmekriterium für die Spendeninitiative The Giving Pledge der US-Milliardäre Warren Buffett und Bill Gates.

Die Organisatoren der Aktion "Das Spendenversprechen", gaben Plattners Aufnahme am Dienstag bekannt. Das manager magazin schätzt das Vermögen des 69-Jährigen in der Liste der reichsten Deutschen auf 5,95 Milliarden Euro, das US-Magazin "Forbes" auf umgerechnet 5,4 Milliarden Euro. Auf Nummer zwei und drei der "Forbes"-Liste stehen seit Jahren Buffett und Gates. Die beiden hatten vor knapp drei Jahren die Initiative gegründet und seitdem mehr als hundert Milliardäre überredet, einen Teil ihres Vermögens zu Lebzeiten oder im Todesfall zu spenden. Fast alle kommen aus den USA.

Eine Regel hat der exklusive Club: Es müssen mindestens 50 Prozent sein, die die Milliardäre abgeben. Für welchen Zweck, bleibt dem Spender überlassen. Dabei gehen die beiden Initiatoren allerdings davon aus, dass man nicht hintenrum wieder in die eigene Tasche oder mit unlauteren Hintergedanken spendet. Gates und Buffett gaben sich beim Start vor drei Jahren vertrauensvoll. "Es ist kein juristischer Vertrag, es ist ein moralisches Versprechen", hatte Buffett erklärt.

"Der Gesellschaft etwas zurückgeben"

Er habe das Privileg gehabt, praktisch kostenlos an der Karlsruher Universität als einer der besten technischen Hochschulen Deutschlands zu studieren, erklärte Plattner in einem Brief zu seinem Beitritt. "Ohne Frage wurde das die Grundlage meines persönlichen Erfolgs." Er fühle sich zwar seinem Software-Unternehmen verpflichtet. "Aber ich möchte auch der Gesellschaft etwas zurückgeben, die meine Ausbildung möglich gemacht hat. Die Stiftung ist eine Möglichkeit, beides zu tun."

Der unter anderem von Plattner gegründete SAP-Konzern Chart zeigen aus Walldorf in Baden-Württemberg ist ein führender Hersteller von Unternehmenssoftware mit einem Jahresumsatz von 16,22 Milliarden Euro. Zu den mehr als 232.000 Kunden weltweit gehören Unternehmen aus praktisch allen Branchen. SAP hat gut 65.000 Mitarbeiter.

Neben Plattner wurden nun elf weitere Superreiche aus acht Staaten in den Club aufgenommen. Zu den neuen Mitgliedern zählen der britische Unternehmer Richard Branson und der russische Oligarch Wladimir Potanin. Damit gehören jetzt über 105 Einzelpersonen und Familien zum Kreis der Superspender.

Bill Gates hatte schon beim Start der Initiative im Jahr 2010 um deutsche Milliardäre gebuhlt, war damit aber auf wenig Gegenliebe gestoßen. "Das ist den Leuten zu marktschreierisch", hatte der Vermögensverwalter einer der hiesigen Superreichen dem SPIEGEL damals erklärt.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Hasso Plattner sei der erste deutsche Teilnehmer der Initiative "The Giving Pledge". Tatsächlich gehört aber bereits seit August 2010 der Deutsch-Amerikaner Nicolas Berggruen zum Spenderclub. Wir haben den Fehler korrigiert.

suc/dpa

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insgesamt 336 Beiträge
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    Seite 1    
1. Klasse !
maxheadroom1900 20.02.2013
Finde ich gut. Ich hoffe es folgen noch viele weitere Spender. Vielen Dank im Namen der Empfänger. Zum Thema "Marktschreierisch" Da sollte man mit solch einem Hintergrund wohl darüber stehen bzw. Sollte sich der Vermögensverwalter überlegen, welche Lösungen er für diese verklemmte Klientel anbieten kann...
2.
thanks-top-info 20.02.2013
das es so etwas gibt... die großen als Beispiel, und so werden viele nicht ganz so vermögende folgen, auch wenn nur tendenziell. gute Idee
3.
chvog21 20.02.2013
Wenn jeder nur Ansatzweise so vernünftig wäre, wie all die jenigen, welche bereits spenden...dann gäbe es sicher nicht mehr annähernd so viel Leid auf der Welt!
4. super, aber
8coms 20.02.2013
superreiche das problem ist nicht die "spende", but "everything that makes you rich, makes me (them) poor", also das system in dem Ihr reich und wir arm sind
5. Fehlt da nicht was?
philipp234 20.02.2013
Wem will er denn nun was spenden? Er wird ja wohl kaum der Uni Karlsruhe 2,7 Milliarden Euro spenden. Ich hoffe, das Geld bleibt in Deutschland und geht nicht in irgendeine fehlgeleitete Entwicklungshilfe die heute Kindern das Leben rettet damit sie sich morgen im Wasser- und Rohstoffkrieg gegenseitig erschießen müssen.
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