Wirtschaft

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Verdacht der Bestechung

Südafrika prüft Zahlung für SAP-Vertrag

Im März hatte der Softwarekonzern SAP Fehlverhalten in Südafrika zugegeben, nun gibt es erneut einen Bestechungsvorwurf: Für einen Ministeriumsauftrag könnte Geld geflossen sein.

REUTERS

SAP-Logo in Johannesburg

Mittwoch, 12.09.2018   18:19 Uhr

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Südafrikas Anti-Korruptionsbehörde SIU untersucht einen Vertrag mit dem deutschen Softwarekonzern SAP. Es werde geprüft, ob für einen Ministeriumsauftrag an SAP Bestechungsgeld in Höhe von mehr als 35 Millionen Rand (etwa zwei Millionen Euro) gezahlt worden sei. Das sagte eine SIU-Sprecherin der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Whistleblower habe demnach der SIU berichtet, dass eine von einem Regierungsbeamten geleitete Firma Geld erhalten habe, um den Deal zwischen dem Wasserministerium und SAP möglich zu machen.

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Erst in der vergangenen Woche hatte Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa der Untersuchung eines IT-Vertrages des Wasserministeriums mit SAP zugestimmt. Zuvor hatte die SIU bereits eine eigene Prüfung von einem 38 Millionen Euro schweren Deal veranlasst, den SAP 2016 mit dem Wasserressort abgeschlossen hatte. Der Walldorfer Dax-Konzern teilte mit, alle öffentlichen Aufträge zurück bis ins Jahr 2010 gründlich untersuchen zu wollen.

Bereits im März hatte SAP mitgeteilt, in Südafrika auf Fehlverhalten gestoßen zu sein. Demnach wurden unter anderem Zahlungen an Firmen mit Beziehungen zur politisch einflussreichen Gupta-Familie vorgenommen. Mehrere Mitarbeiter verließen den Softwarekonzern. Im Anschluss verschärfte SAP seine Compliance-Richtlinien, um Ähnliches künftig zu verhindern.

cop/Reuters

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