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11. Januar 2013, 15:43 Uhr

Lohnkürzungen bei SAS

Airline belohnt Manager mit Gehalts-Extra für Sparrunde

Erst drückten sie bei den Mitarbeitern Lohnkürzungen durch, dann wurden mehrere Manager der skandinavischen Fluglinie SAS dafür mit einem Extra-Gehalt belohnt. Das Unternehmen rechtfertigt die Zahlungen: Man habe "Schlüsselpersonen" halten wollen.

Stockholm - Mit einem strengen Sparprogramm will die Fluglinie SAS wieder profitabel werden. Dazu setzte die Unternehmensführung bei den Mitarbeitern Gehaltskürzungen durch. Genau dafür belohnt die Fluggesellschaft nun mindestens 15 Top-Manager mit bis zu einem halben Jahresgehalt extra. Unternehmenssprecherin Malin Selander bestätigte am Freitag einen entsprechenden Medienbericht. Sie sagte, man habe so verhindern wollen, dass "Schlüsselpersonen" das Unternehmen in einer kritischen Phase verlassen.

SAS hatte im November wegen chronisch hoher Verluste einen Lohnverzicht zwischen zehn und 15 Prozent und längere Arbeitszeiten von den 15.000 Mitarbeitern verlangt und andernfalls eine Insolvenz als unausweichlich bezeichnet. Zudem verkündete das Unternehmen einen radikalen Stellenabbau. Konzernchef Rickard Gustafson hatte damals erklärt, er selbst wolle auf 20 Prozent seines Gehalts verzichten.

Der Chef des norwegischen SAS-Betriebsrats, Stig Lundbakken, verlangte laut der Online-Ausgabe der Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" die namentliche Nennung der mit Boni belohnten Manager sowie deren Entlassung. SAS lehne beide Forderungen ab, hieß es in dem Bericht. Die Länder Dänemark, Schweden und Norwegen sind Anteilseigner bei der Fluglinie. SAS gehört auch zu den Kooperationspartnern der Lufthansa im Rahmen des Airline-Bündnisses Star Alliance.

mmq/dpa

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