Medienbericht Saudi-Aramco-Börsengang offenbar in Gefahr

Es sollte der größte Börsengang in der Geschichte werden. Doch einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge könnte die bereits mehrfach verschobene Platzierung komplett abgeblasen werden.

Messestand von Saudi Aramco (Archiv)
REUTERS

Messestand von Saudi Aramco (Archiv)


Der mehrmals verschobene Börsengang des staatlichen saudischen Ölkonzerns Aramco könnte einem Medienbericht zufolge komplett ausfallen. Informationen des "Wall Street Journal" zufolge mehren sich die Zweifel, dass das Unternehmen überhaupt noch an die Börse gebracht werden soll.

Alle an dem Prozess beteiligten Personen gingen inzwischen davon aus, dass der Börsengang nicht erfolgen wird, zitierte die US-Zeitung einen leitenden Angestellten des Unternehmens.

Zuletzt seien die Vorbereitungen für die Platzierung der Aktien festgefahren gewesen. Das Land sei schlichtweg noch nicht bereit für einen Börsengang in dieser Größenordnung, hieß es bei an dem Prozess beteiligten Personen.

Börsengang soll Abhängigkeit vom Ölmarkt verringern

Zudem würden die Stimmen in der Regierung lauter, die davor warnten, dass mit solch einem Schritt der staatliche Konzern genauer unter die Lupe genommen werden könnte. Ein Aramco-Sprecher wollte die Informationen dem Bericht zufolge nicht kommentieren. Vertreter der Regierung hätten auf Anfragen nicht reagiert.

Der Börsengang Aramcos soll eigentlich ein Herzstück der Reform für die Wirtschaft des weltweit größten Ölförderers sein. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hatte den Schritt Anfang 2016 angekündigt.

Das Land will den bisherigen Plänen zufolge rund fünf Prozent des Unternehmens an die Börse bringen und damit rund 100 Milliarden Dollar einnehmen - so viel wie noch kein Unternehmen zuvor bei der Platzierung von Aktien.

Das Land will den Erlös des Börsengangs dazu nutzen, um die Abhängigkeit der heimischen Wirtschaft vom Ölmarkt zu verringern. Doch zuletzt hatte es in einigen Berichten geheißen, dass die angestrebte Bewertung nicht zu erreichen sei.

brt/dpa-AFX

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