New York - Es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, dennoch werden sich die Opfer von Bernard Madoff freuen: Eine Schweizer Bank will Kunden, die dem Milliardenbetrüger aufgesessen sind, mit bis zu 500 Millionen Dollar entschädigen.
Madoffs Konkursverwalter Irving Picard teilte am Montag in New York mit, er habe mit der Bank Union Bancaire Privée (UBP) sowie einer ihrer Filialen auf den Cayman-Inseln eine Vereinbarung unterzeichnet, die Entschädigungszahlungen in Höhe von "mindestens 470 Millionen Dollar" vorsehe. Der Betrag könne auf bis zu 500 Millionen Dollar erhöht werden, je nachdem, wie noch anhängige Gerichtsverfahren ausgingen. Die Vereinbarung muss noch von einem Konkursgericht in Manhattan genehmigt werden.
Am Sonntag teilte Picard mit, er habe die britische Bank HSBC zu Schadensersatzzahlungen von mindestens neun Milliarden Dollar verklagt. Das Geld soll ebenfalls Madoffs Opfern zufließen. In der Erklärung warf Picard der HSBC vor, Madoffs Milliardenbetrug ermöglicht zu haben, indem die Bank in Europa, der Karibik und Mittelamerika ein internationales Netzwerk von Anlegerfonds geschaffen, vermarktet und unterstützt habe.
Ende November hatte Picard verkündet, er wolle die US-Bank JP Morgan Chase für den Schaden in Mithaftung nehmen und auf insgesamt 6,4 Milliarden Dollar Schadenersatz für die Opfer Madoffs verklagen.
Madoff war im Dezember 2008 festgenommen worden, nachdem er über Jahre hinweg mit Hilfe eines komplexen Systems tausende Anleger um geschätzte 65 Milliarden Dollar geprellt hatte. 2009 wurde er zu 150 Jahren Haft verurteilt. Im Prozess hatte er gestanden, die ihm anvertrauten Summen niemals angelegt zu haben. Zu seinen Opfern zählten Banken, Privatleute und Wohltätigkeitsorganisationen.
ssu/AFP
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