Auto- und Industriezulieferer Schaeffler streicht 900 Arbeitsplätze

In der Automobilbranche herrscht Flaute, und die Zulieferer bekommen das zu spüren. Schaeffler hat nun einen niedrigeren Gewinn verkündet - und will allein in Deutschland 700 Stellen abbauen.

Schaeffler-Hauptsitz in Herzogenaurach
DPA

Schaeffler-Hauptsitz in Herzogenaurach


Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hat sich ein Sparprogramm verordnet. In diesem Rahmen will Schaeffler 900 der insgesamt 55.000 Arbeitsplätze abbauen, allein 700 davon in Deutschland. Mit dem "RACE" genannten Programm sollen in den nächsten eineinhalb bis zwei Jahren rund 90 Millionen Euro eingespart werden, teilte das Unternehmen mit Hauptsitz im bayerischen Herzogenaurach mit. Betriebsbedingte Kündigungen sollen jedoch ebenso vermieden werden wie das Schließen ganzer Standorte.

Für das vergangene Jahr gab Schaeffler Chart zeigen auf der Bilanzpressekonferenz schlechte Zahlen bekannt: 2018 stieg der Umsatz währungsbereinigt um knapp vier Prozent auf 14,2 Milliarden Euro, der Nettogewinn fiel hingegen um zehn Prozent auf 881 Millionen Euro.

Umsatz- und Renditeziele unerreichbar

Die Autozuliefer-Sparte verfehlte 2018 sogar die im Herbst gesenkten Ziele. Gründe dafür sieht der Konzern in der Umstellung auf den neuen Abgasstandard WLTP und in der Abschwächung der Autokonjunktur in China. "Daneben gibt es aber auch eine Reihe von hausgemachten Faktoren, die wir angehen müssen", sagte Vorstandschef Klaus Rosenfeld.

Kleinere Teile des Motoren- und Getriebegeschäfts will Schaeffler verkaufen. "Das Problem in der Automotive-Sparte ist, dass wir ein sehr breites Portfolio haben. Wir werden uns von einigen Aktivitäten trennen müssen", sagte Rosenfeld. Kleinere Standorte werde das Unternehmen zusammenlegen oder auch verkaufen.

Die Umsatz- und Renditeziele für 2020 seien nicht mehr erreichbar, räumte Rosenfeld ein. Schaeffler hatte sich bis zum kommenden Jahr jährliche Umsatzsteigerungen von vier bis sechs Prozent und eine operative Umsatzrendite von 12 bis 13 Prozent vorgenommen. 2018 fiel die Umsatzrendite jedoch von 11,3 auf 9,7 Prozent. Die Industriezulieferer-Sparte, die ihren Umbau weitgehend hinter sich hat und auf elf Prozent Rendite kommt, konnte die Einbußen im Geschäft mit den Autoherstellern nicht wettmachen.

fdi/dpa-AFX



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