Paris - Nach Hedgefonds und Bankenbranche nimmt sich die EU den superschnellen Börsenhandel vor. Angesichts der Risiken sei es notwendig, den Computerhandel an den Märkten stärker zu regulieren, sagte EU-Wettbewerbskommissar Michel Barnier. Er werde mit den Aufsichtsbehörden in den USA an Vorschlägen für schärfere Regeln arbeiten.
Die US-Behörden prüfen derzeit den drastischen Kurseinbruch an der Wall Street am 6. Mai, bei dem der Dow-Jones-Index binnen Minuten um rund tausend Punkte abstürzte. Speziell die mit Hochgeschwindigkeit laufende Abwicklung der Handelsgeschäfte soll dabei quasi als Brandbeschleuniger gewirkt haben.
Die EU-Kommission überarbeitet derzeit ihre Vorgaben für den Wertpapierhandel aus dem Jahr 2007. In den Richtlinien für Märkte für Finanzinstrumente (MiFID) nehmen das sogenannte Algotrading und der Derivate-Handel breiten Raum ein. Erste Vorschläge der Wertpapierhandelsaufsicht CESR sahen weitreichende Veränderungen vor, die das Geschäftsmodell von Börsen, Brokern, Banken und neuen Handelsplätzen verändern würden.
Im Algotrading ist der Handel mit Aktien oder Devisen automatisiert. Im Wettbewerb um Kunden bieten immer mehr Börsen diese Form des Hochgeschwindigkeitshandels an.
Barnier bekräftigte zugleich seine Kritik an den Rohstoffmärkten. Er sei zutiefst überzeugt, dass "übertriebene Spekulationen" im Handel mit Finanzprodukten auf der Basis von Rohstoffen "abnormal und inakzeptabel" seien, sagte er in einer Rede vor dem Weltbörsenverband in Paris.
swa/Reuters
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