Schätzung für 2010 Katastrophen kosten Versicherer 30 Milliarden Euro

Schlechte Nachrichten für Versicherer: Die Kosten für Naturkatastrophen haben sich im vergangenen Jahr verdreifacht, errechnete Swiss Re. Die wirtschaftlichen Schäden lagen bei 218 Milliarden Dollar. Meist waren sie nicht durch Versicherungen gedeckt.

Tsunami an der japanischen Küste: Noch keine Schätzung der Kosten
AFP/ Jiji Press

Tsunami an der japanischen Küste: Noch keine Schätzung der Kosten


Zürich - Nach der Katastrophe in Japan dürfte das laufende Jahr für Rückversicherer teuer werden. Doch auch 2010 belastet die Konzerne. Die Kosten von Katastrophen haben sich im vergangenen Jahr nach Schätzung des Schweizer Rückversicherers Swiss Re Chart zeigen gegenüber 2009 verdreifacht. Die finanziellen Folgen von Erdbeben, Fluten und anderen Naturereignissen seien auf 218 Milliarden Dollar (154 Milliarden Euro) geklettert, errechnete der Konzern. Nur rund 43 Milliarden Dollar (30,6 Milliarden Euro) der durch größere Katastrophen verursachten Kosten wurden Swiss Re zufolge von Versicherungen gedeckt - immerhin 60 Prozent mehr als 2009.

Das vergangene Jahr kommt die Versicherungsbranche damit laut Swiss Re teurer zu stehen als bisher angenommen. In einer ersten Schätzung vom November war der Konzern noch von 36 Milliarden Dollar ausgegangen. Der Konkurrent Munich Re hatte die Kosten im Januar auf 37 Milliarden Dollar veranschlagt. Nach Einschätzung der Swiss Re war 2010 das siebtteuerste Jahr für die Branche seit Erhebungsbeginn im Jahr 1970.

"Das Jahr 2010 wurde nicht nur durch schwere Erdbeben geprägt, die zu den opferreichsten, teuersten und stärksten der Geschichte zählten, sondern auch durch eine Reihe von extremen Wetterereignissen wie massive Überschwemmungen", erklärte Swiss-Re-Chefvolkswirt Thomas Hess.

Bei den Katastrophen im vergangenen Jahr kamen laut dem Konzern insgesamt 304.000 Menschen ums Leben - die meisten davon beim Erdbeben in Haiti mit mehr als 222.000 Toten. Auch die meisten Schäden gingen auf Erdbeben zurück. Finanziell folgenreich seien vor allem die Erdstöße in Chile und im neuseeländischen Christchurch gewesen, wo nach einem Beben im September 2010 in diesem Februar gleich noch einmal die Erde bebte.

Kosten des Japan-Bebens sind noch nicht errechnet

Auch im laufenden Jahr werden laut Swiss Re die Erdbebenschäden über dem Durchschnitt liegen. Allein der Versicherungsschaden des neuen Erdbebens von Christchurch könnte Schätzungen zufolge zwischen sechs und zwölf Milliarden Dollar liegen. Für das massive Erdbeben in Japan gab der Versicherer noch keine Schätzung ab. Doch die Konzerne reagierten bereits. Munich Re kassierte seine Gewinnprognose für 2011.

Das bisher teuerste Jahr für die Branche war 2005 mit zahlreichen schweren Wirbelstürmen. Damals schlug allein der Hurrikan "Katrina", der die US-Südstaatenmetropole New Orleans zerstörte, laut Swiss Re mit über 72 Milliarden Dollar versicherten Schäden zu Buche.

mmq/Reuters/dapd/AFP



insgesamt 2 Beiträge
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realpolitiker 29.03.2011
1. Versicherungsschäden durch Erdbeben
Ich bin etwas verwundert, dass Versicherungen heute medienwirksam ihre Verluste durch Erdbeben (z.B. Neuseeland und Japan) berechnen. Danach sollen die Schäden für die Versicherer spektakulär in die Milliarden gehen. Aber Tatsache ist doch, dass es sich bei solchen Schäden eindeutig um sog. Elementarschäden durch Naturkatastrophen bzw. um höhere Gewalt handelt. Solche Schäden lassen sich bei den mir bekannten Versicherungen gar nicht versichern. Meine Versicherung z.B. reguliert keine Schäden, die durch eine Sturmflut an der Nordseeküste verursacht werden. Dieser Fall ist als Elementarschaden grundsätzlich nicht versicherbar (steht im Kleingedruckten). Die aktuellen Katastrophenorte liegen alle in stark erdbebengefährdeten Zonen. Da kommt mir eine angebliche Versicherungsmöglichkeit doch recht ungewöhnlich vor. Hat die Wirtschaft vielleicht Sonderkonditionen oder wird hier von den Versicherungsunternehmen vorbeugend gejammert, um Prämienerhöhungen zu rechtfertigen?
Gebetsmühle 29.03.2011
2. ein schnäppchen
Zitat von sysopSchlechte Nachrichten für Versicherer: Die Kosten für Naturkatastrophen haben sich im vergangenen Jahr verdreifacht, errechnete Swiss Re. Die wirtschaftlichen Schäden lagen bei*218 Milliarden Dollar. Meist waren sie nicht durch*Versicherungen gedeckt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,753884,00.html
na das ist doch wieder mal ein schnäppchen. da kommen wieder mal 30 milliarden an virtuellem parkgeld in umlauf und in die taschen von fleißigen handwerkern und dienstleistern. endlich mal eine positive nachricht an diesem tag.
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