ThyssenKrupp und Co.: Schienenkartell soll Verkehrsbetriebe ausgenommen haben

Sie nahmen überteuerte Preise etwa für Schienen und Weichen: ThyssenKrupp und andere Lieferanten sollen kommunale Verkehrsbetriebe in mehr als hundert Fällen geschädigt haben. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge traf es Städte wie Berlin, Bremen, München und Leipzig.

Bahnstrecke: Schadensersatz in Millionenhöhe gefordert Zur Großansicht
DPA

Bahnstrecke: Schadensersatz in Millionenhöhe gefordert

Berlin - Das Schienenkartell um den Stahlkonzern ThyssenKrupp hatte offenbar größere Dimensionen als bisher bekannt: Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" sollen auch kommunale Verkehrsbetriebe in weit mehr als hundert Fällen geschädigt worden sein.

In zahlreichen Städten seien Nahverkehrsgesellschaften in den vergangenen drei Jahrzehnten zu überhöhten Preisen mit Schienen und Weichen zum Beispiel für Straßenbahnprojekte beliefert worden, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Ermittlungsunterlagen des Bundeskartellamts. In den Unterlagen seien Berlin, München, Bremen, Essen, Düsseldorf, Rostock, Schwerin, Magdeburg, Halle, Leipzig, Erfurt, Jena und Gotha genannt.

Die Deutsche Bahn hatte Ende vergangenen Jahres Klage gegen ThyssenKrupp und andere Schienenhersteller wegen illegaler Preisabsprachen eingereicht. Darin fordert das bundeseigene Unternehmen Schadensersatz in Millionenhöhe.

Auch die kommunalen Verkehrsbetriebe möchten ihren Schaden erstattet bekommen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Sie stimmten sich deshalb untereinander ab. Dies geschehe nach Angaben der Stadtwerke München über den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), in dem zahlreiche Stadtwerke und andere Betreiber von lokalen und regionalen Bahnen organisiert sind.

yes/dpa-AFX

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 46 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
uezegei 07.01.2013
Banken, die betrügen, Menschen und Wirtschaft schädigen, Konzerne, die schröpfen und ausbeuten, wo sie können, Kartelle, die betrügen und die Allgemeinheit gnadenlos schädigen... Man darf gespannt sein, was die Verfechter der "freien Märkte" dazu anzumerken haben. Es wird immer offensichtlicher, dass der neoliberale Quatsch nicht funktioniert und allerstrengste Regeln und Überwachung Not tut, denn mit der Moral werden Wohlstand und Prosperität vor die Hunde gehen.
2.
max-mustermann 07.01.2013
Und wo ist da jetzt die Neuigkeit ? Ich meine die Menschen werden doch in diesem Land tagtäglich von irgendwelchen Monopolisten und Großkonzernen durch überteuerte/abgesprochene Preise gemolken wieso soll das hier anders sein. Dafür haben wir schließlich ein Verbraucherschutzministerium das die Wirtschaft vor den Verbrauchern schützt.
3. optional
Jens_Loewe 07.01.2013
kauft eure Gleise "ehrlich" in China und gebt ein Mehrfaches des gesparten Geldes für die dann ehemaligen Stahlkocher hier bei uns als Sozialleistung wieder aus...
4. Gieskanne
stageguy 07.01.2013
Den Ostkommunen war es egal. Sie hatten die Gelder vom Aufbau Ost. Da haben sie jeden Preis bezahlt, da sie sich nicht um die Einnahme Seite kümmern mussten. Dass Krupp und Co das schamlos ausnutzt ist äusserst verwerflich. Der alte Krupp hat schon immer gute Geschäfte mit den deutschen Regierungen gemacht. Hat aber dabei immer auch die vielen Arbeiter im Blick gehabt. Dieser Teil fehlt Thyssen Krupp mittlerweile vollkommen. Daher kann die Strafe gar nicht hart genug ausfallen. "In den Staub mit allen Feinden Brandenburgs." !
5.
stageguy 07.01.2013
Zitat von Jens_Loewekauft eure Gleise "ehrlich" in China und gebt ein Mehrfaches des gesparten Geldes für die dann ehemaligen Stahlkocher hier bei uns als Sozialleistung wieder aus...
Das waren nicht die Löhne, die Thyssen Krupp zu hohen Preisen verführte. Sondern die pure Gier! Das Schicksal der Stahlkocher ist vollkommen egal.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema ThyssenKrupp
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 46 Kommentare
  • Zur Startseite