Schienenkartell: Voestalpine zahlt Schadensersatz an die Bahn

Bahnstrecke in Norddeutschland: Schadensersatz für überteuerte Schienen Zur Großansicht
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Bahnstrecke in Norddeutschland: Schadensersatz für überteuerte Schienen

Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine bringt die Aufklärung über die jahrelangen illegalen Preisabsprachen beim Verkauf von Schienen an die Deutsche Bahn voran. Als erstes Kartellmitglied einigte sich das Unternehmen mit der Bahn auf die Zahlung von Schadensersatz.

Linz/Berlin - Der mutmaßliche Haupttäter ThyssenKrupp hält sich noch zurück, der Juniorpartner im Schienenkartell dagegen, der österreichische Stahlkonzern Voestalpine, setzt auf eine Einigung. Als erstes Mitglied des sogenannten Schienenkartells einigte sich das Unternehmen mit der Deutschen Bahn auf die Zahlung von Schadensersatz. Einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bestätigten beide Seiten. Details wollten sie aber zunächst nicht nennen.

Im Schienenkartell hatten mehrere Konzerne jahrelang illegal Preise abgesprochen - und der Deutschen Bahn so überhöhte Preise für Schienen berechnet. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge bekommt die Bahn von den Österreichern jetzt rund 50 Millionen Euro Schadensersatz.

Mit der ersten Einigung hofften Bahn und Bundesregierung den Druck auf andere Kartellmitglieder zu erhöhen, heißt es in dem Bericht. Die Bahn hatte Ende vergangenen Jahres beim Landgericht Frankfurt das Kartell auf die Zahlungen von laut "SZ" 550 Millionen Euro plus 300 Millionen Euro Zinsen verklagt. Als Haupttäter gilt nach Erkenntnissen des Bundeskartellamts der Industriekonzern ThyssenKrupp.

Das hochverschuldete und von zahlreichen Affären erschütterte Unternehmen wartet noch ab: Gespräche über einen Vergleich mit der Bahn sind laut Zeitung bisher ohne Ergebnis geblieben. ThyssenKrupp lässt sich erfahrungsgemäß mit Schadensersatzverhandlungen Zeit. So sind etwa die Verfahren aus dem vor knapp zehn Jahren aufgeflogenen Aufzugs- und Fahrtreppenkartell noch nicht abgeschlossen.

Mitte Juni 2012 hatte das Bundeskartellamt gegen die beteiligten Schienenhersteller Bußgelder in Höhe von 124 Millionen Euro verhängt. In den Jahren 2001 bis 2011 hatten die Unternehmen illegal Quoten und Preise für Schienenlieferungen an die Deutsche Bahn abgesprochen. Der Löwenanteil des Bußgeldes entfiel auf ThyssenKrupp Chart zeigen mit gut hundert Millionen Euro. Voestalpine kam mit 8,5 Millionen Euro Strafe glimpflich davon. Das lag unter anderem daran, dass die Österreicher als Kronzeugen die Aufklärung mit ins Rollen brachten.

nck/dpa/Reuters

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Logistik-Riese: Wichtige Fakten über die Bahn

Deutsche Bahn
Der Konzern
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Mit einem Umsatz von 39,3 Milliarden Euro und weltweit 285.000 Mitarbeitern ist die Deutsche Bahn einer der größten Konzerne des Landes. 2012 machte die Bahn einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro. Jedes Jahr transportiert die Bahn weltweit fast zwei Milliarden Reisende im Fern- und Nahverkehr.
Die Geschäftsfelder
Die Deutsche Bahn bietet neben dem Personenverkehr auch andere Transport- und Logistikdienstleistungen (DB Schenker) an. Gut ein Drittel des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit dem Fern- und Nahverkehr und dem Betrieb von Bussen im Stadtverkehr. Der Bereich DB Schenker, in dem unter anderem der Schiengüterverkehr gebündelt ist, trägt rund die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.
Der Chef
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Rüdiger Grube ist seit Mai 2009 Chef der Deutschen Bahn. Der Top-Manager hat sich von der Hauptschule über eine Berufsausbildung und ein Studium bis an die Spitze des Logistikkonzerns hochgearbeitet. Vor seinem Wechsel zum Staatsunternehmen war er im Vorstand des Autobauers Daimler für die Konzernentwicklung zuständig. Davor arbeitete Grube mehrere Jahre bei der Daimler-Benz Aerospace (DASA), die später im Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufging.