Schmiergeldaffäre Ex-Siemens-Vorstände wollen 1,5 Millionen Euro zahlen

In der Siemens-Schmiergeldaffäre bahnt sich ein Vergleich an: Drei Ex-Vorstände sind bereit, dem Konzern nun jeweils eine halbe Million Euro zu zahlen - zusätzlich zu Leistungen der Managerhaftpflichtversicherung. Die Verfahren gegen die ehemaligen Konzernchefs Pierer und Kleinfeld sind noch anhängig.

Siemens-Gebäude in Erlangen: Verletzung von Organisations- und Aufsichtspflichten
dpa

Siemens-Gebäude in Erlangen: Verletzung von Organisations- und Aufsichtspflichten


München - Ein weiteres Kapitel in der Schmiergeldaffäre bei Siemens Chart zeigen steht kurz vor dem Abschluss: Im Streit um Schadensersatzforderungen hätten sich die drei Ex-Vorstände Klaus Wucherer, Rudi Lamprecht und Edward Krubasik bereiterklärt, mit Siemens eine Vergleichsvereinbarung zu schließen, teilte das Unternehmen am Freitag in München mit. Gegen die drei Betroffenen hatte auch die Staatsanwaltschaft München wegen Ordnungswidrigkeiten ermittelt. Die Verfahren seien eingestellt worden, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler.

Nach Angaben von Siemens sind die früheren Manager bereit, zusätzlich zu Leistungen der Managerhaftpflichtversicherung und unabhängig von deren Höhe jeweils 500.000 Euro an Siemens zu zahlen. Der Einigung müssten Aufsichtsrat und Hauptversammlung noch zustimmen. "Siemens ist auch mit den übrigen betroffenen ehemaligen Vorständen im Gespräch und erwartet, dass weitere Einigungen zeitnah folgen werden", hieß es.

Der Konzern verlangt von insgesamt elf Managern Schadensersatz, darunter auch von den ehemaligen Vorstandschefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld. Siemens wirft den Betroffenen Verletzung ihrer Organisations- und Aufsichtspflichten im Zusammenhang mit Korruptionsvorfällen in den Jahren 2003 bis 2006 vor.

Insgesamt sollen bei Siemens in dieser Zeit rund 1,3 Milliarden Euro in dunkle Kanäle geflossen sein. Das Geld soll dafür eingesetzt worden sein, um an Aufträge im Ausland zu kommen.

yes/dpa-AFX/Reuters

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