Schmiergelder Korruption kostet EU jährlich 120 Milliarden Euro

Die EU-Kommission hat erstmals einen Korruptionsbericht vorgelegt - mit bemerkenswerten Ergebnissen: Bestechung verursacht jedes Jahr einen Schaden von rund 120 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte der EU-Bürger geht davon aus, dass durch die Euro-Krise mehr Schmiergelder gezahlt werden als zuvor.

EU-Kommission in Brüssel: Kampf gegen Bestechung
DPA

EU-Kommission in Brüssel: Kampf gegen Bestechung


Hamburg/Brüssel - Die EU-Kommission will die Mitgliedsländer im Kampf gegen Schmiergeldzahlungen unterstützen. Jetzt haben die Kommissare in Brüssel erstmals einen Bericht zum Thema Korruptionsbekämpfung vorgelegt. Durch Bestechungen entsteht jedes Jahr ein Schaden von 120 Milliarden Euro, heißt es in der Untersuchung.

"Korruption untergräbt das Vertrauen der Bürger in demokratische Institutionen und Rechtsstaatlichkeit, sie schädigt die europäische Wirtschaft und entzieht Staaten dringend benötigte Steuereinnahmen", sagte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström. Die Mitgliedsländer hätten zwar schon viel im Kampf gegen Korruption unternommen, aber das sei bei weitem noch nicht genug. Malmström legte einen Maßnahmenkatalog vor. Dazu gehören Vorschläge, wie die Transparenz erhöht und interne Kontrollmechanismen verbessert werden können.

Einer Umfrage im Auftrag der Brüsseler Behörde zufolge ist zudem mehr als die Hälfte der befragten EU-Bürger der Meinung, dass Bestechung in den vergangenen drei Jahren - also auf dem bisherigen Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise - zugenommen hat. Drei Viertel glauben, dass Korruption in ihrem jeweiligen Heimatland weit verbreitet ist. Von den Befragten in Griechenland sind 99 Prozent dieser Meinung, gefolgt von denjenigen in Italien (97 Prozent), Litauen, Spanien und Tschechien (jeweils 95 Prozent). Am wenigsten glauben die Schweden (54 Prozent) in ihrem Land an das Verteilen oder Annehmen von Schmiergeld.

Eine ähnliche Verteilung findet sich bei den befragten Firmen. Unternehmen im europäischen Bausektor sind zu 79 Prozent und damit am häufigsten der Ansicht, dass Korruption in ihrem Bereich weit verbreitet ist.

"Deutschland gehört zu den besten Ländern der EU"

Deutschland wird in dem Bericht insgesamt ein gutes Zeugnis ausgestellt. "Was die Korruptionsbekämpfung betrifft, gehört Deutschland zu den besten Ländern der EU."

Neue Regelungen fordert die EU-Kommission von Deutschland aber für den Wechsel von Politikern in die Wirtschaft. Der Mangel an Vorgaben zur Vermeidung von Interessenkonflikten für Politiker ist nach Angaben aus Kommissionskreisen der Hauptkritikpunkt im Länderbericht. Zudem müsse die Bundesrepublik unter anderem Bedenken über die Art und Weise der Wahlkampffinanzierung ausräumen.

bos/Reuters/AFP

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insgesamt 39 Beiträge
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Seite 1
Hilfskraft 03.02.2014
1. ist bekannt ...
... das Korruption uns Geld kostet. Das Geld, das damit verdient wird mindestens. Trotzdem! Merkel & Co. finden das alles ganz toll!
Hirnblaehung 03.02.2014
2.
Und wieviel verluste schreiben wir durch die NSA und Co. durch ihre Wirtschaftspionage ?
darthmax 03.02.2014
3. Korruption
Hier geht es ja offensichtlich um gefühlte Korruption, wenn ich den Artikel richtig gelesen habe. Will man nun auf Grund solcher gefühlter Aussagen etwas gefühlt unternehmen ?
grommeck 03.02.2014
4. Korruption ist Alltag in EU-Land...
seit es die EU gibt. Die Brandmarkung dieser Korruption und die Bekämpfung sind die Aufgaben, nicht die bloße Feststellung von MRD Summen. Die BRD ein besseres Land?? Seit Kohl ist der Sumpf mehr als knietief und die Parteienfinanzierung oder -Bestechung ist alltäglich, wird sogar öffentlich mit Stolz verkündet....also was soll sich ändern ohne unsere Demokratie auf neue Grundsätze zu stellen - wer korrumpiert oder korrupt ist - der fliegt..z.B. Und die Schlussfrage : Warum wird das UN Antikorruptions-Abkommen nicht unterzeichnet? Warum wohl....lol
spmc-129820260737547 03.02.2014
5. Korruption bei Politikern
kann in der Bananenrepublik Deutschland noch nicht einmal bestraft werden! Mehr als 170 Länder auf der Welt haben ein entsprechendes Abkommen bereits unterschrieben - nicht aber Deutschland. Wir befinden uns damit auf einem Level wie Nigeria .... Einfach nur schlimm, was sich unsere Politiker erlauben!
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