Kompromiss EU einigt sich auf schärfere Tabakrichtlinie

Schockbilder auf Verpackungen und ein Verbot von Mentholzigaretten: Nach langem Ringen hat sich die EU bei den neuen Tabakrichtlinien auf einen Kompromiss geeinigt. Eine letzte Hürde steht der Regelung noch bevor.

Zigarettenpackungen mit Schockbildern: EU-Tabakgesetzgebung verbessert
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Zigarettenpackungen mit Schockbildern: EU-Tabakgesetzgebung verbessert


Hamburg - Verfaulte Zähne, Krebsgeschwüre und Raucherlungen: An den Anblick müssen sich Raucher in der EU wohl künftig gewöhnen. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten haben sich am Dienstag auf einen Kompromiss zu den neuen Tabak-Richtlinien geeinigt. Demnach sollen Warnhinweise und Schockbilder auf mindestens 65 Prozent der Packungsoberfläche zu sehen sein. Mentholzigaretten sollen 2020 verboten werden.

Jedoch sieht der Kompromiss auch vor, dass schwächer dosierte E-Verdampfer weiterhin am Kiosk und nicht in Apotheken verkauft werden. Zudem will die EU auf ein Verbot von nachfüllbaren Nikotin-Kartuschen verzichten. Irland hingegen hat auf einem solchen Verbot bestanden. In die Kartuschen könne auch Rauschmittel eingefüllt werden, begründeten die Iren ihren Einwand.

Die verschärfte EU-Richtlinie solle besonders jungen Menschen die Lust am Rauchen nehmen, sagte der CDU-Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz. Die Regeln stärkten den Gesundheitsschutz, ohne die Wirtschaft unverhältnismäßig zu maßregeln. Grünen-Fraktionschefin Rebecca Harms sagte, mit dem Kompromiss werde die EU-Tabakgesetzgebung deutlich verbessert. Allerdings bleibe "ein schlechter Nachgeschmack", weil Tabaklobbyisten die Regeln verwässert hätten.

Den Vereinbarungen müssen am Mittwoch aber noch die 28 EU-Botschafter zustimmen. Sollten die Diplomaten zustimmen, steht noch das Votum der EU-Staaten und des Europaparlaments aus. Dies sei aber eher eine Formalie.

vks/dpa

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insgesamt 27 Beiträge
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killi 17.12.2013
1. Pfff
Solche Bilder gibt es in der Schweiz seit zig Jahren schon. Hat es was gebracht? Denke nicht! Das einzige was sinnvoll ist, sind Preiserhöhungen und mehr Rauchverbote. Und Bussen für weggeworfene Kippen. Schlimm was sich alleine bei Bahngeleisen alles ansammelt.
tailspin 17.12.2013
2. Dr. Feelgood Politics
Zitat von sysopDPASchockbilder auf Verpackungen und ein Verbot von Mentholzigaretten: Nach langem Ringen hat sich die EU bei den neuen Tabakrichtlinien auf einen Kompromiss geeinigt. Eine letzte Hürde steht der Regelung noch bevor. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/eu-einigt-sich-auf-kompromiss-zu-neuen-tabak-richtlinien-a-939693.html
Das Vorgehen der EU ist einfach nur unlogisch. Wenn man wirklich um die Gesundheit der raucher besorgt waere, dann wuerde man die Zigarettem weg verordnen. So wie Marihuana, Opium oder Heroin. Dass Zigaretten der Gesundheit maechtig schaden, ist unbestritten. Aber der Schaden ist offenbar nicht so gross, dass man auf die Steuereinnahmen verzichten moechte. Dabei ist die Inkaufnahme eines Gesundheitsschadens nicht nur Privatsache. Ueber KV Beitraege zahlt jeder mit, die selbstverursachten Probleme der Raucher zu kurieren. Die EU kassiert mit dem guten Bewusstsein, alles zum Schutz der Bevoelkerung getan zu haben. Sie haben ja schliesslich gewarnt. Verkauft sich halt gut. Bullshit! Mit diesen Traumtaenzern in der EU wird man zwangslaeufig zum Zyniker.
OliverKönig 17.12.2013
3. warum nicht einfach komplett verbieten
war bei Haschisch und Marihuana doch auch möglich, was spricht gegen einen Verbot von Tabak und Alkohol, Gründe für ein Verbot gibt es genug, und die Suchtkranken hätten es dann leichter, von dem Stoff loszukommen (bin selbst einer und würde es nicht bedauern, davon endlich loskommen zu können).
Steve Holmes 17.12.2013
4.
Zitat von OliverKönigwar bei Haschisch und Marihuana doch auch möglich, was spricht gegen einen Verbot von Tabak und Alkohol, Gründe für ein Verbot gibt es genug, und die Suchtkranken hätten es dann leichter, von dem Stoff loszukommen (bin selbst einer und würde es nicht bedauern, davon endlich loskommen zu können).
Der Trend geht zum Glück in die andere Richtung. In Kalifornien können sie gegen Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung legal Marihuana erwerben und konsumieren. In Uruguay ist die gesamte Lieferkette jetzt staatlich organisiert und in immer mehr Ländern wird der Konsum toleriert. Das Ziel sollte eine freie Gesellschaft mit möglichst wenig Verboten und Einschränkungen sein. Wenn sie freiwillig verzichten wollen liegt das nur an ihnen.
silberwolf 17.12.2013
5.
Zitat von OliverKönigwar bei Haschisch und Marihuana doch auch möglich, was spricht gegen einen Verbot von Tabak und Alkohol, Gründe für ein Verbot gibt es genug, und die Suchtkranken hätten es dann leichter, von dem Stoff loszukommen (bin selbst einer und würde es nicht bedauern, davon endlich loskommen zu können).
Ich habe selten ein derart absurdes und irrationales Argument gehört. Sucht hieße schließlich nicht Sucht, wenn man dabei nicht süchtig wäre. Mit einem Verbot treibt man die Süchtigen in die Kriminalität und sorgt dafür, dass sie noch schneller und noch tiefer gesellschaftlich absteigen und dann erst Recht Kosten für die Allgemeinheit verursachen. Aber meistens denken leider die Konservativen so naiv: "Verbieten wir es einfach, dann ist das Problem gelöst"...Völliger Unsinn.
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