Werbeagentur Scholz & Friends will Top-Leute mit Firmenanteilen ködern

Der Wettbewerb in der Werber-Branche ist groß. Die traditionsreiche Agentur Scholz & Friends will neue Manager nun mit einem ungewöhnlichen Angebot anlocken.

Von Manager-Magazin-Redakteuren und Sven Clausen

Auch nicht mehr alles: Schöne Computer und wohlige Büro-Atmosphäre in einer Hamburger Werbeagentur
DPA

Auch nicht mehr alles: Schöne Computer und wohlige Büro-Atmosphäre in einer Hamburger Werbeagentur


Die traditionsreiche Werbeagentur Scholz & Friends (Tchibo, Opel, FAZ) zieht im Wettkampf um Spitzenkräfte einen unerwarteten Joker: Firmenanteile für die Top-Leute. Für die wichtigsten Manager gebe es das Angebot, sich künftig am Unternehmen zu beteiligen, sagte ein Eingeweihter manager-magazin.de.

Bislang gehört Scholz & Friends zu 100 Prozent dem weltweit größten Werbeagentur-Netzwerk WPP, das vom 70 Jahre alten Martin Sorrell straff und streng geführt wird und in Deutschland nach den im Bundesanzeiger veröffentlichten Zahlen zuletzt im Jahr 1,2 Milliarden Euro umsetzte.

Der Schritt ist ein Beleg für die Agilität und den scharfen Wettbewerb in der Werber-Branche. Große, konzernähnlich organisierte Einheiten wie WPP werden beständig von forschen inhabergeführten Agenturen oder wendigen Newcomern attackiert, an die sie häufig ihre besten Werber verlieren. In Deutschland etwa hatte Jung von Matt jüngst Spitzenkräfte wie Thomas Strerath von Ogilvy abgeworben, der neben Scholz & Friends zweiten wichtigen WPP-Tochter in Deutschland. André Kemper, Starfilmer von S&F, wechselt in diesen Tagen in seine eigene Agentur Antoni, mit der er die Werbung für den Autokonzern Daimler runderneuern soll.

Wie viele Anteile Sorrell für das Mitarbeiter-Beteiligungsprogramm freigeben wird, konnte manager-magazin.de zunächst nicht ermitteln. Sein S&F-Vorstandschef Frank-Michael Schmidt hat für den Donnerstag zu einer Pressekonferenz nach Berlin eingeladen. Möglicherweise gibt er dort Details preis. Bei anderen Tochter-Gesellschaften in Deutschland wie etwa der Digitalagenturgruppe Syzygy hält WPP nur eine Minderheitsposition. Ein solch radikaler Schritt gilt allerdings für S&F als unwahrscheinlich. Ein Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.



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insgesamt 4 Beiträge
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rockwater 30.09.2015
1. Werbung sollte
...generell verboten werden. Aus hygienischen Gründen und weil sie gegen die Menschenwürde verstößt.
Menschlicher 30.09.2015
2. Werbung sollte
... generell über Produkte informieren. Stattdessen macht sie Pressing ohne Ende und verkauft vielfach Scheinwelten für sehr sehr teures Geld. Diese Welten bestehen aus Nichts und werden schamlos dazu genutzt, Nullwert zu generieren. Sie missbrauchen dabei die Ängste von Verbrauchern, dass sie nicht dazu gehören, wenn sie XXX nicht kaufen. Apple erzielt so Gewinnmargen von angeblich unfassbaren 70%. Siebzig Prozent Nullwert für ein Image, das keinerlei Mehrwert hat, außer: iCool. Und die iMasse ist so doof und fällt darauf gnadenlos rein ...
ob_acht 30.09.2015
3. Scheinwelten für teures Geld?
VW lässt grüßen..
hotgorn 01.10.2015
4.
Vielleicht sollten statt Wertpapiere Klopapier an die Mitarbeiter ausgehändigt werden das ist krisenfest und stinkt zumindest im reinzustand nicht.
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