Schuhunternehmer Heinz-Horst Deichmann ist tot

Er machte aus dem elterlichen Laden ein internationales Unternehmen: Der Schuhhändler Heinz-Horst Deichmann ist gestorben. Er wurde 88 Jahre alt.

Unternehmer Heinz-Horst Deichmann: Führenden Schuhhandel gegründet
DPA

Unternehmer Heinz-Horst Deichmann: Führenden Schuhhandel gegründet


Essen - Der Gründer der Schuhhandelskette Deichmann ist tot. Heinz-Horst Deichmann starb bereits am vergangenen Donnerstag im Alter von 88 Jahren in Essen, wie das Unternehmen nun mitteilte. Er hatte nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem elterlichen Schuhmacherladen eine internationale Schuhhandelskette entwickelt.

Deichmann hatte nach dem Krieg zunächst Medizin und Theologie studiert und einige Jahre als Arzt - mit dem Schwerpunkt Orthopädie - gearbeitet. Nebenbei eröffnete er erste Schuhgeschäfte in Essen, Düsseldorf und Oberhausen. 1956 gab er seine Kliniktätigkeit auf und baute das Familienunternehmen aus. 2006 wurde das tausendste Geschäft in Deutschland eröffnet. Jedes fünfte Paar Schuhe, das hierzulande verkauft wird, stammt nach Unternehmensangaben inzwischen aus einem Deichmann-Laden.

Deichmann ist heute Marktführer in Europa. Bereits seit 1999 wird die Firma von Heinrich Deichmann geleitet, dem Sohn des nun verstorbenen Unternehmensgründers. Die Schuhkette Deichmann ist in 23 Ländern Europas und den USA vertreten und hat 35.000 Mitarbeiter. Weltweit verkaufte das Unternehmen im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben rund 167 Millionen Paar Schuhe in 3500 Filialen.

Deichmann wurde auch in der Liste der Reichen des US-Magazins "Forbes" aufgezählt. Das manager magazin schätzt das Vermögen der Familie Deichmann auf rund 3,9 Milliarden Euro. Neben den Aldi-Gründern Theo und Karl Albrecht war Deichmann eine der prägendsten Unternehmerpersönlichkeiten der Stadt Essen.

"Gott wird wissen wollen, ob ich wie ein wahrer Christ gelebt habe"

Deichmann wurde mehrfach für sein unternehmerisches und soziales Engagement ausgezeichnet. Der bekennende Christ prägte den Leitsatz: "Das Unternehmen muss den Menschen dienen." Neben seinem Schuhhandelsunternehmen baute er auch das Hilfswerk "wortundtat" auf, das heute in Indien, Tansania, Moldau, Griechenland und Deutschland rund 200.000 Menschen betreut.

In Indien und Tansania betreibt das Hilfswerk Schulen und Krankenhäuser, in Deutschland ist wortundtat bei der Betreuung von sozial benachteiligten Kindern aktiv.

"Am Ende meines Lebens wird Gott mich nicht fragen, wie viele Schuhe ich verkauft habe. Er wird wissen wollen, ob ich wie ein wahrer Christ gelebt habe", sagte der Unternehmer einmal in einem Interview.

mmq/dpa

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
weißnichtgenau 06.10.2014
1. Respekt
Deichmann-Schuhe waren zwar nicht meine "Kragenweite", aber wenn ich in einem seiner Geschäfte nach Schuhen suchte, dachte ich auch immer daran, dass er ein Unternehmer war, der aus christlicher Verantwortung heraus handelte. Üblicherweise bricht hier immer ein Shitstorm los, wenn nur das Wort christlich oder Religion auftaucht. Das verbietet sich hoffentlich hier. Über Religion lässt sich trefflich diskutieren. Doch ist durch Diskutieren noch niemand zum Glauben gekommen oder davon abgebracht worden. Was zählt, sind gute Taten. Und dafür sei Herrn Deichmann Dank gesagt.
Moskva 06.10.2014
2. Rip
Ruhe in Frieden. Schade um dem Verlust einer so bezeichneten Persönlichkeit. Hoffentlich geht auch sein Sohn den Weg seines Vaters und trägt dessen Philosophie.
kk123 06.10.2014
3. Respekt
Tiefer Respekt vor diesem Mann. Auch wenn er sehr alt geworden ist, ist sein Tod nicht nur ein Verlust für seine Familie. Menschen wie er, taugen als echtes Vorbild.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.