Frankfurt am Main - Der Dax
geht auf Talfahrt: Eine verpatze Auktion spanischer Staatsanleihen hat auch die deutschen Börsianer aufgeschreckt. Der deutsche Leitindex fiel im Lauf des Tages auf 6784 Zähler, ein Verlust von rund 2,8 Prozent. Der MDAX verlor sogar 3,1 Prozent und schloss bei 10.515 Punkten. Auch der TecDax
musste ein Minus von 2,8 Prozent verbuchen, er sank auf 775 Punkte.
Spanien musste für Papiere im Wert von knapp 2,6 Milliarden Euro deutlich höhere Zinsen bieten als zuletzt. Außerdem war das Interesse an den Anleihen insgesamt gering - eigentlich hatte die Regierung mit Erlösen von insgesamt 3,5 Milliarden gerechnet.
Am Nachmittag setzte EZB-Präsident Mario Draghi den Märkten weiter zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuletzt mit zwei großen Geldspritzen für die Banken dafür gesorgt, dass sich die Lage an den Anleihemärkten etwas entspannte. Nun beließ Draghi zwar den Leitzins wie erwartet bei einem Prozent - neue Finanzhilfen stellte er jedoch nicht in Aussicht. Zudem warnte der EZB-Chef vor einer schwachen Wirtschaftsentwicklung und Inflationsrisiken in der Euro-Zone.
Negativer Ausblick in den USA
Auch aus den USA wurde die negative Grundstimmung genährt. Die amerikanische Notenbank Fed dreht den Geldhahn zu: Laut einem Sitzungsprotokoll schwinden die Anzeichen für eine zusätzliche Finanzspritze, um die US-Konjunktur in Schwung zu bringen. Einige Anleger hatten zuvor auf neue Hilfe für die amerikanische Wirtschaft spekuliert.
Der Konjunkturindex ISM der US-Dienstleister fiel im März deutlich. Unbeeindruckt zeigten sich die Aktienmärkte vom US-Arbeitsmarktbericht des privaten Anbieters ADP, demzufolge die Zahl der Stellen in der US-Privatwirtschaft im März um 209.000 gestiegen ist.
Keine Gewinner an der deutschen Börse
Insgesamt stieg kein einziges Wertpapier im Kurs, das im Dax gehandelt wird. Besonders hart traf es konjunkturabhängige Aktien, wie Papiere von BASF
, ThyssenKrupp
oder HeidelbergCement
, die zum Teil deutlich mehr als drei Prozent einbüßten. Auch Finanztitel litten unter den negativen Ausblick der Zentralbanken: Aktien der Commerzbank
verloren 3,5 Prozent, auch die Papiere der Allianz
büßten 3,4 Prozent ihres Wertes ein.
Einen zusätzlichen Dämpfer erhielten die Aktien von Lufthansa
und Fraport
: Das Bundesverwaltungsgericht hatte das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen bestätigt. Die Entscheidung kostet Lufthansa Cargo nach eigenen Angaben im Jahr 40 Millionen Euro Gewinn. Die Aktien von Lufthansa verbilligten sich daraufhin um 4,6 Prozent auf 10,07 Euro. Die Fraport-Papiere gaben im MDax um drei Prozent nach.
Unter den negativen Konjunkturmeldungen litt auch der Euro-Kurs
: Innerhalb von 24 Stunden verlor die europäische Gemeinschaftswährung mehr als zwei Cent. Zuletzt fiel der Euro bis auf 1,31 Dollar. Am Vortag hatte er noch deutlich über der Marke von 1,33 Dollar notiert.
usp/dpa/Reuters/dapd
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