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Studie zu Gewinnprognosen: Schwacher Euro schönt die Aussichten deutscher Firmen

Börse in Frankfurt: "Es könnte ein böses Erwachen geben" Zur Großansicht
DPA

Börse in Frankfurt: "Es könnte ein böses Erwachen geben"

Die deutschen Unternehmen sind so optimistisch wie selten. Laut einer Studie hat fast jede fünfte börsennotierte Firma ihre Geschäftsprognose angehoben. Doch der Hauptgrund für die guten Aussichten ist oft nur der schwache Euro.

Der deutschen Wirtschaft geht es gut. 59 der 304 im streng regulierten Börsensegment Prime Standard gelisteten Unternehmen haben im ersten Halbjahr ihre Gewinn- oder Umsatzerwartungen nach oben korrigiert. So viele wie nie in den vergangenen fünf Jahren. Das hat die Unternehmensberatung Ernst & Young ausgerechnet.

Doch laut der Studie spiegeln die angehobenen Prognosen weniger die wachsende operative Stärke deutscher Unternehmen wider, als vielmehr Währungseffekte, von denen exportorientierte Firmen profitierten. "Der schwache Euro wirkt bei vielen deutschen Unternehmen als Umsatz- und Gewinnturbo", ließ Martin Steinbach mitteilen, der zusammen mit seinem Kollegen Bernd Richter die Studie verantwortet.

Der Euro hat im Vorjahresvergleich zum US-Dollar und zum chinesischen Yuan rund ein Fünftel seines Wertes verloren. Damit täuschten viele Konzerne über Schwächen im operativen Geschäft hinweg, teilte Ernst & Young mit. "Wenn im nächsten Geschäftsjahr die positiven Wechselkurseffekte wegfallen, könnte es ein böses Erwachen geben", sagte Richter.

Ohne die Wechselkurseffekte wüchsen relativ viele Firmen überhaupt nicht. Sie litten unter der schwachen Konjunktur in Schwellenländern wie Brasilien, Russland und China sowie der weltweit gesunkenen Bereitschaft zu Investitionen.

stk/Reuters

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1.
infonetz 19.08.2015
Die deutschen Unternehmen sind so optimistisch wie selten. Laut einer Studie hat fast jede fünfte börsennotierte Firma ihre Geschäftsprognose angehoben. Doch der Hauptgrund für die guten Aussichten ist oft nur der schwache Euro.
2. Das ist ja der Grund für den Exportboom!
leo19 19.08.2015
Fast keine Zinskosten mehr für Kredite und ein schwacher Euro, dazu niedrige Energiekosten dank Ölschwemme. Alles hilft der deutschen Industrie beim Verkaufen. Daran ist nichts wirklich schlecht. Die Pleitestaaten drücken den Eurokurs und Deutschland profitiert. Gut so! Da kann man schon ein paar Kreditausfälle der Griechen verkraften. Der Vorteil für Deutschland liegt irgendwo zwischen 50 und 100 Milliarden pro Jahr. Da hat Herr Schäuble gut lachen!
3.
Freidenker10 19.08.2015
Die deutsche Politik ist komplett wirtschaftsorientiert. Das der Wert des Euro damit sinkt und die Ersparnisse der Bürger immer wertloser werden erwähnt keiner! In kürze werden die Importe für uns teuerer, Reisen ins aussereuropäische Ausland werden spürbar teuerer und irgendwann können wir mit dem Euro schöne Lagerfeuer machen. Die Gewinner sind die exportierenden Unternehmen und deren Vorstände und Aktionäre, aber besteht unser Land nur aus Exporteuren?
4. ja auch
kalim.karemi 19.08.2015
Zitat von leo19Fast keine Zinskosten mehr für Kredite und ein schwacher Euro, dazu niedrige Energiekosten dank Ölschwemme. Alles hilft der deutschen Industrie beim Verkaufen. Daran ist nichts wirklich schlecht. Die Pleitestaaten drücken den Eurokurs und Deutschland profitiert. Gut so! Da kann man schon ein paar Kreditausfälle der Griechen verkraften. Der Vorteil für Deutschland liegt irgendwo zwischen 50 und 100 Milliarden pro Jahr. Da hat Herr Schäuble gut lachen!
nur kann man Schrott nicht exportieren, vielleicht liegt es auch ein bisschen an den guten Produkten aus Deutschland?
5.
Katzazi 19.08.2015
Also sollte unsere Wirtschaft den Griechen dankbar sein, dass sie dafür leiden, dass der Euro so schwach ist. Sinnvoll wäre auch, wenn die Zeit in der der Euro so schwach ist und die Zinsen so niedrig sind für Investitionen genutzt würde. Aber wahrscheinlich sind kurzfristige Gewinne mal wieder wichtiger, als die Unternehmen auch für die Zeit auszurichten, bei denen es keine derartigen Effekte vom Euro mehr gibt.
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