Schweizer Großbank Credit-Suisse-Chef tritt zurück

Die Schweizer Großbank Credit Suisse kommt nicht aus der Krise. Nun muss ihr Chef gehen. Der Amerikaner Brady Dougan war einer der letzten Bankbosse, die seit Beginn der Finanzkrise im Amt sind.

Credit-Suisse-Filiale in Luzern: Nach der Finanzkrise kamen die Probleme
REUTERS

Credit-Suisse-Filiale in Luzern: Nach der Finanzkrise kamen die Probleme


Zürich - So richtig warm geworden sind die Schweizer mit Brady Dougan nie. Der Amerikaner führte die Großbank zwar recht souverän durch die Finanzkrise, doch danach begannen die Probleme: Rechtsstreitigkeiten und eine verschärfte Regulierung machten der Bank zu schaffen. 2014 zahlte sie an die US-Steuerbehörden die höchste Geldstrafe in der Schweizer Bankengeschichte. Der Aktienkurs hinkte hinter dem der Konkurrenten hinterher.

Zuletzt kündigte Dougan ein Sparprogramm an, vor allem das wenig rentable Investmentbanking sollte gestutzt werden. Doch die Kehrtwende kam für Dougan zu spät. Wie die Bank am Dienstag mitteilte, tritt er Ende Juni 2015 zurück.

Bankchef Dougan: Die Schweizer sind nie richtig mit ihm warm geworden
REUTERS

Bankchef Dougan: Die Schweizer sind nie richtig mit ihm warm geworden

Sein Nachfolger steht bereits fest: Tidjane Thiam, bisher Chef des britischen Versicherers Prudential, geboren in der Elfenbeinküste, studiert in Frankreich. Auch an ihn werden sich die Schweizer gewöhnen müssen.

Dougan stand seit 2007 an der Spitze der Credit Suisse. Er war einer der letzten Chefs großer Banken, die seit Beginn der Finanzkrise im Amt sind. Nun bleiben nur noch Jamie Dimon von JP Morgan Chase und Lloyd Blankfein von Goldman Sachs übrig.

stk/dpa-AFX/Reuters



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
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gruebi01 10.03.2015
1. Mit Thiam kommt ein Mathematiker und Physiker...
...der bei der Prudential hervorragende Arbeit geleistet hat und richtige Entscheidungen auch gegen grossen Widerstand durchsetzte. Da hat die CS einen Top Kader an Land gezogen.
sgritheall 10.03.2015
2. Die Schweizer werden sich nicht gewöhnen müssen
Denn entgegen weiterverbreiteter Ansicht sind UBS und CS nicht die Schweiz, und die Schweiz ist nicht die CS und die UBS. So wie Italien auch nicht die Mafia ist.
happy2010 10.03.2015
3.
Zitat von sgritheallDenn entgegen weiterverbreiteter Ansicht sind UBS und CS nicht die Schweiz, und die Schweiz ist nicht die CS und die UBS. So wie Italien auch nicht die Mafia ist.
Wobei die finanziellen engagements der Großbanken der Schweiz bei Wahlen den Einfluss der italienischen Mafia locker in den Schatten stellen
Reziprozität 10.03.2015
4.
Zitat von happy2010Wobei die finanziellen engagements der Großbanken der Schweiz bei Wahlen den Einfluss der italienischen Mafia locker in den Schatten stellen
An welche Wahlen denken Sie da so im Speziellen? Brady Dougan war am Ende nur noch eine Belastung für die CS, zu viele Projekte wurden nicht oder nur halbherzig angegangen.
kabian 10.03.2015
5. Sehr treffender Vergleich ;-)
Zitat von sgritheallDenn entgegen weiterverbreiteter Ansicht sind UBS und CS nicht die Schweiz, und die Schweiz ist nicht die CS und die UBS. So wie Italien auch nicht die Mafia ist.
Ihre Ausführung ist ungewollt komisch weil sie mit diesem Vergleich irgendwie genau ins schwarze treffen aber weder die Schweiz, noch die UBS und CS dabei gut wegkommen. :-)
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