Wechselkursschock Schweizer Notenbank macht 30 Milliarden Franken Minus

Die Schweizerische Nationalbank SNB leidet massiv unter der starken Währung des Landes. Nach der Abkopplung des Franken vom Euro muss sie ein Milliardenminus verkraften.

Fassade der Notenbank in Bern: Verlust auf "Fremdwährungspositionen"
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Fassade der Notenbank in Bern: Verlust auf "Fremdwährungspositionen"


Der Franken ist einfach zu stark: Das Aufwerten der eigenen Währung gegenüber Fremdwährungen hat der Schweizerischen Nationalbank (SNB) einen Milliardenverlust eingebrockt. Für das erste Quartal weist die Notenbank ein Minus von rund 30 Milliarden Franken aus.

Grund ist der sogenannte Frankenschock Mitte Januar. Bis dahin hatte die Schweizer Notenbank die eigene Währung an den Euro gekoppelt und damit den Frankenkurs künstlich niedrig gehalten. Diese Linie gab die Notenbank Mitte Januar auf, die Folge war ein massiver Kurssprung: Der Franken verteuerte sich um rund 20 Prozent.

Mit dem höheren Kurs der eigenen Währung hat die Schweizer Notenbank nun zu kämpfen. Denn sie hält massenweise Anlagen, die in Fremdwährungen notiert sind - in Franken gerechnet ist ihr Wert erheblich gefallen.

"Der Verlust auf den Fremdwährungspositionen betrug 29,3 Milliarden Franken", teilte die SNB mit: "Auf dem Goldbestand resultierte ein Bewertungsverlust von einer Milliarde Franken." Das Ergebnis der Nationalbank sei überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig, heißt es weiter in der Mitteilung.

Prinzipiell verteidigt die SNB seit der Frankenfreigabe keine Kursuntergrenzen mehr. Zu Beginn der Woche aber gab es Hinweise, dass die Notenbank wieder in den Devisenmarkt eingegriffen haben könnte. Die Einlagen der Schweizer Banken bei der Nationalbank SNB sind binnen einer Woche stark gestiegen.

bos/Reuters

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 248 Beiträge
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Seite 1
ergoprox 30.04.2015
1.
Ist doch total egal. Eine Notenbank kann so viel Verlust machen, wie sie will.
Kuemmelmonster 30.04.2015
2. Wie man's nimmt...
dafür ist eine Milliarde, die sie noch haben aber auch mehr wert als eine Milliarde vor einem Jahr. Wie sind hier die Verhältnisse?
Europäischer Realist 30.04.2015
3. OMG SPon
Was für eine Überschrift, suggeriert den Nichtwissenden der Franken und die solide und bürgerorientierte Schweizer Politik wäre das Problem. Liebe Leute, leider ist es genau anders herum, it´s the Euro, stupid! und der ganze Brüsseler Laden.
chjuma 30.04.2015
4. Der Verlust
der SNB ist in EURO ausgewiesen. Die SNB hat sich aber nicht ohne Grund von der Kursbindung an den EURO gelöst. Insofern zeigt mir diese Zahl, dass der EURO langsam zur verzauberten Lire verkommt, genau wie man es gewollt hat. Wir sollten uns nicht von Zahlen blenden lassen und auch schnellstmöglich die Finger von dieser Kunstwährung lassen. Europa ist kein homogenes Staatsgebilde wie die USA, deshalb kann der EURO nicht funktionieren. Das wissen auch alle da oben. Aber der EURO wird erst geklatscht wenn auch der letzte Sepp bis auf H4 Niveau ausgeraubt ist. Auch wenn sich in seinem Portemonnaie dann 10000 EURO im Monat befinden. Dafür kriegt er dann noch einen Kasten Bier.
kuhndi 30.04.2015
5. und?
Im vorletzten Quartal was es ein Gewinn von 38 Milliarden
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