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Schwere Panne: Finanzdienstleister AWD wurden Zehntausende Kundendaten entwendet

Ein handfester Datenskandal bringt den Finanzdienstleister AWD in Bedrängnis: Dem Hörfunksender NDR Info wurden 27.000 Datensätze des Unternehmens zugespielt - sie enthalten detaillierte Informationen über AWD-Kunden. Ein AWD-Sprecher bestätigte den Vorfall.

Hamburg - Beim Hannoveraner Finanzdienstleister AWD sind offenbar Zehntausende Kundendaten entwendet worden. Wie der Hörfunksender NDR Info am Freitag berichtet, wurden ihm 27.000 Datensätze zugespielt. Diese enthielten Kundennummer, Adresse, Telefonnummer, Berufsbezeichnung, Geburtstag und die Vertragsabschlüsse der einzelnen Kunden.

Daraus sei auch ersichtlich, welche Kunden eine Lebensversicherung abgeschlossen und wie viel Geld sie angelegt haben. Zusätzlich gebe der Datensatz Auskunft über die Laufzeit der Verträge. Ein großer Teil der Verträge sei nach wie vor gültig. Wie die Informationen in Umlauf geraten konnten, sei unklar.

Ein AWD-Sprecher bestätigte dem Sender, dass es sich um Daten seines Unternehmens handelt. Zu weiteren Angaben sah sich das Unternehmen noch nicht in der Lage. Aus dem Umfeld des Finanzdienstleisters hieß es laut NDR Info jedoch, dass nur hochrangige Mitarbeiter Zugriff auf eine derart große Menge an Datensätzen hätten. AWD habe mittlerweile Strafanzeige gegen unbekannt gestellt.

Wie der Landesbeauftragte für den Datenschutz in Niedersachsen, Joachim Wahlbrink, mitteilte, hat ihn AWD bereits über den Vorfall informiert. Sollte es sich bestätigen, dass die Daten direkt aus der Firma kamen und nicht etwa durch ein Call-Center in Umlauf gebracht wurden, sei dieser Fall von besonderer Bedeutung.

Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), sagte NDR Info, jedes Unternehmen, das sensible Daten besitze, müsse verantwortungsvoll damit umgehen. Er könne nur an die Wirtschaft appellieren, Datenschutz nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Edathy forderte die AWD-Spitze auf, aus dem jüngsten Vorfall Konsequenzen zu ziehen.

hen/ddp/dpa

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Forum - Datenschutz - Adresshandel einschränken?
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1.
Galaxia, 08.05.2009
Zitat von sysopAdresshandel nur noch mit Zustimmung der Betroffenen - eine Novelle des Datenschutzgesetzes soll Verbraucher vor nerviger Werbepost schützen. Eine gute Initiative oder eher schädlich für die Konjunktur?
Ueberfaellig.
2.
Rainer Helmbrecht 08.05.2009
Zitat von sysopAdresshandel nur noch mit Zustimmung der Betroffenen - eine Novelle des Datenschutzgesetzes soll Verbraucher vor nerviger Werbepost schützen. Eine gute Initiative oder eher schädlich für die Konjunktur?
Die Schwierigkeit liegt in zwei Feldern. Erstens in der Freizügigkeit der Betroffenen, die selber nicht wissen, dass sie Teil des Geschäfts sind. Zweitens wird man sich dieser Zustimmung nur schwer entziehen können, weil die kaum zu verifizieren ist, seit wann die existiert und dann noch die verklausulierten Verträge, bei denen die Zustimmung heraus "gelesen" werden. Außerdem können Zustimmungen auch abgefordert werden. Nach dem Motto, wenn Sie die Zustimmung verweigern, werden Leistungsbeschränkungen ausgesprochen. Wie weit gilt denn eine Zustimmung? Bei der Verflechtung der Firmen und dem Zusammenlegen von Geschäftsbereichen, ist der Urheber kaum noch auszumachen. Das ist Augenwischerei und Schaumschlägerei, weiter nichts. MfG. Rainer
3.
mystyhax 08.05.2009
Ich habe vor wenigen Wochen eine Sendung im ZDF zum Thema Datenschutz gesehen. In diesem Zusammenhang wurden die Gesetztesnovelle vorgestellt und illustriert wie die Interessensverbände versuchen diese auszuhölen bzw. ganz zu stoppen. Das ganze nennt sich "palamentarisches Frühstück"!!! Hierzu werden vornehmlich die Fraktionen der Bundesregierung eingeladen um generell Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen. Ich konnte kaum Glauben wie das abläuft und als ich den Spon Artikel zum Thema las kam mir die Galle hoch. Es war nämlich gerade Herr Bosbach der offensichtlich aus der Lokalität des parlamentarischen Frühstücks der Werbe- und Marketing Industrie kam. Für ein Interview stand er nicht zur Verfügung und schob eine Kollegin vor (ebenfalls CDU - Fraktion). Wer nun eins und eins zusammenzählt wird nun wissen warum das Gesetz nun verwässert, verzögert oder gar komplett eleminiert wird. Der einzige der kein Lobbybüro in Berlin hat ist wahrscheinlich der Bürger insbesondere der Steuerzahler. So viel zum Thema "Volksvertreter". Ich bin grundsäztlich der Meinung man sollte diesen Begriff abschaffen!
4.
Adran, 08.05.2009
Adressenhandel abschaffen!!!! Callcenter und Werbeflut kann einem auf den Sack gehn..um das mal noch sehr sehr höfflich auszudrücken..
5. Es geht besser
Marc Schaut 08.05.2009
Parlamentarische demokratie hat so ihre Tücken. Da haben wir es mal wieder. Lobbyisten untergraben den Verbraucherschutz. Das ist eines von vielen Beispielen. Gentechnik im Essen ist auch so ein Thema. Da können 70% der Bevölkerung dagegen sein, die Lobbyverbände setzen ihre Interessen durch. Deshalb direkte Demokratie. Damit die Bevölkerung nicht zum Spielball von Einzelinteressen wird. Schöner Gruß Marc Schaut www.kanzler.zdf.de Youtube: Ich kann Kanzler
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