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Schwache Nachfrage: VW-Tochter Seat zieht sich aus Russland zurück

Volkswagen muss in Russland den nächsten Rückschlag verkraften: Die Tochter Seat verkauft dort ab kommendem Jahr keine Autos mehr. Dabei galt das Land bis vor Kurzem noch als Wachstumsbringer.

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Seat

Seat-Präsentation in Russland 2012: Rückzug angekündigt

Madrid - Die Auswirkungen der Ukraine-Krise zwingen eine erste Automarke zum Rückzug aus Russland. Die spanische Volkswagen-Tochter Seat stellt den Verkauf in dem Land Anfang 2015 ein. Grund dafür seien Kursschwankungen beim Rubel und die schwache russische Konjunktur, die zu einem starken Absatzrückgang geführt habe, sagte ein Unternehmenssprecher. Im vergangenen Jahr lieferte Seat in Russland 3375 Fahrzeuge aus - weniger als ein Prozent des Gesamtabsatzes der Marke.

Bis vor Kurzem galt Russland noch als Wachstumsmarkt, der Deutschland innerhalb weniger Jahre als größten europäischen Automobilmarkt ablösen sollte. Auch Hersteller wie Opel und Ford kämpfen in Russland mit erheblichen Problemen. Der Kreml hatte im August eine neue Abwrack-Prämie aufgelegt, um den Markt anzukurbeln. Sie greift allerdings nur bei in Russland produzierten Neuwagen.

Seat hatte erst 2012 in Russland die Zahl seiner russischen Handelsstützpunkte mehr als verdoppelt und die im Land angebotene Produktpalette erweitert. Dennoch blieb die Präsenz der Volkwagen-Tochter in Russland gering. Im vergangenen Jahr stieg dort die Zahl der verkauften Fahrzeuge zwar um 35 Prozent, blieb aber mit lediglich 3375 Einheiten auf niedrigem Niveau.

Der Absatzverlust hält sich für Seat mit dem Aus in Russland also in Grenzen. Für den Mutterkonzern Volkswagen wird Russland allerdings immer mehr zu einem Problem. Die Hauptmarke VW hatte die Bänder in ihrem Werk in Kaluga Anfang November zum zweiten Mal binnen weniger Monate vorübergehend angehalten. Zur Begründung hatte VW auf die schlechte Marktverfassung in Russland verwiesen. Im Oktober war die Pkw-Nachfrage dort um zehn Prozent geschrumpft. In den ersten zehn Monaten belief sich der Rückgang auf 12,7 Prozent. Die Auslieferungen von VW in Russland sanken in diesem Zeitraum um 13,2 Prozent.

smh/mmq/dpa/Reuters

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1. VW verklagt die BRD?
wo_st 18.11.2014
Warum eigentlich nicht eine Klage wegen Geschftsschdigung? Der Staat will Wachstum und behindert sich selbst.
2.
GrinderFX 18.11.2014
Zitat von wo_stWarum eigentlich nicht eine Klage wegen Geschftsschdigung? Der Staat will Wachstum und behindert sich selbst.
Was kann denn die BRD dafr, dass die russische Wirtschaft den Bach runter geht?
3.
tomymind 18.11.2014
Seat ist ausserhalb der EU nicht existent bzw eine Nichtmarke. VW hätte die Produktion in Spanien einstellen sollen und die Marke zu einem 2. Dacia umbauen. Erinnert sich noch jemand an den ganz grossen Einstieg in den US-Markt wg der Latinos dort? Wäre mal nett wenn die Abt WIrtschaft beim Spiegel mal den VW-Konzern genauer unter die Lupe nehmen würde. Bentley und Lamborghini Entwicklungskosten und Verluste werden bei Audi verrechnet, die von Bugatti bei VW und damit Audi eine 2 stellige Rendite erreich,t werden die Kosten VW dafür reingestellt. Checkt der VW-Betriebsrat überhaupt die Piechsche Buchführung?
4. Rußland kann ...
palourdes 18.11.2014
...doch auch selbst Autos bauen! Unabhängig davon hat der russ. Präsident doch selbst gesagt, daß Rußland sanktionsbedingt sich jetzt auf eigene Füße stellen muß und wird! Also, toi, toi Väterchen Rußland!
5.
palourdes 18.11.2014
Rußland kann … ...doch auch selbst Autos bauen! Unabhängig davon hat der russ. Präsident doch selbst gesagt, daß Rußland sanktionsbedingt sich jetzt auf eigene Füße stellen muß und wird!
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