Millionen verspekuliert Credit Suisse feuert Londoner Händler

Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat einen Händler wegen "unüblicher Handelsaktivitäten" entlassen und dessen Vorgesetzten vom Dienst suspendiert. Der Mann hat im vergangenen Jahr mit gefährlichen Börsenwetten fast sechs Millionen Dollar verspekuliert. Jetzt ermittelt die Finanzaufsicht.

Credit-Suisse-Zentrale in Zürich: Sechs Millionen Dollar verspekuliert
AFP

Credit-Suisse-Zentrale in Zürich: Sechs Millionen Dollar verspekuliert


New York - Es klingt wie eine Nachricht aus der Zeit vor der Finanzkrise: Unbemerkt konnte ein Londoner Händler der Großbank Credit Suisse Millionen an der Börse verspekulieren. Die Bank hat den Mann wegen "unüblicher Handelsaktivitäten" umgehend entlassen und dessen Vorgesetzten vom Dienst suspendiert, berichtet das "Wall Street Journal" ("WSJ") unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet die Zeitung.

Der Mann, der mit börsennotierten Indexfonds (ETF) handelte, habe im vergangenen Jahr einen Verlust von umgerechnet knapp sechs Millionen Dollar verursacht. Auch die britische Finanzaufsicht FCA soll dem Bericht zufolge die Angelegenheit untersucht haben.

Als die Aktivitäten ans Licht gekommen seien, habe Credit Suisse die zuständige Aufsichtsbehörde informiert und die Ermittlungen unterstützt, sagte ein Sprecher der Bank der Nachrichtenagentur Reuters "Wir sind überzeugt, dass der Händler allein vorging und die Sache unter Kontrolle ist". Kunden seien nicht zu Schaden gekommen.

Obwohl die Verluste nicht geschäftsrelevant seien, untersuche die Bank weiter, wieso ihre konzerninternen Sicherheitssysteme den verpatzten Handel im Dezember vergangenen Jahres 16 Tage lang nicht bemerkten und die zuständigen Aufsichtspersonen nichts davon mitbekamen, schreibt das "WSJ". Zudem werde untersucht, ob andere, möglicherweise geschäftsschädigendere Spekulationen anständig überwacht würden, sagen die Sachkenner.

Vor gut zwei Jahren hatte ein ETF-Händler beim Schweizer Rivalen UBS durch betrügerische Manipulationen einen Handelsverlust von mehr als zwei Milliarden Dollar verursacht. Der Mann wurde im vergangenen Jahr wegen Betrugs zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.

nck/Reuters

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