Selbstmordserie: France-Télécom-Mitarbeiter verbrennt sich selbst

Die Suizidserie bei France Télécom setzt sich auf schreckliche Weise fort: Ein Mitarbeiter des Konzerns hat sich auf einem Parkplatz verbrannt. Insgesamt haben sich seit 2008 mehr als 60 Beschäftigte des Unternehmens das Leben genommen.

Brandspuren vor France-Télécom-Gebäude: Mitarbeiter verbrannt Zur Großansicht
AFP

Brandspuren vor France-Télécom-Gebäude: Mitarbeiter verbrannt

Paris - Ein neuer Selbstmord erschüttert France Télécom. Am Dienstag hat sich ein Beschäftigter auf dem Parkplatz einer Unternehmensniederlassung bei Bordeaux verbrannt. Für den 57 Jahre alten Mann sei jede Hilfe zu spät gekommen, teilte das Unternehmen am Mittag mit.

Über die möglichen Hintergründe der Selbsttötung in Mérignac gab es von France Télécom zunächst keine Angaben. Ein Gewerkschaftssprecher sagte, die Tat zeige, dass bei dem Unternehmen mit rund 100.000 Mitarbeiten noch lange nicht alles in Ordnung sei.

Arbeitnehmervertreter hatten Selbstmorde bereits in der Vergangenheit wiederholt als Ergebnis unmenschlicher Arbeitsbedingungen und des Programms "time to move" zum schnellen Stellenwechsel gewertet. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern zudem 22.000 Jobs gestrichen.

Bei dem Telekomriesen mit der Hauptmarke Orange haben sich nach Gewerkschaftsangaben seit 2008 mehr als 60 Beschäftigte umgebracht. Ein Anfang des Jahres 2010 veröffentlichter Untersuchungsbericht erhob schwere Vorwürfe gegen die mittlerweile abgelöste Konzernspitze. Darin war unter anderem von Mobbing die Rede. Auf Warnungen von Gewerkschaften, Betriebsärzten und Krankenkassen sei völlig unzureichend reagiert worden.

ssu/dpa-AFX

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Bravo - so wird der Turbokapitalismus auf die Spitze getrieben...
Lady Wanda 26.04.2011
Von allen Gebrauchsartikeln ist der Mensch am leichtesten zu ersetzen. Und das was die France Telecom vormacht, dürfte - auch angesichts der im SPIEGEL bejubelten "Neuen Freizügigkeit" und der glorifizierten Minijobs bald allgemeiner Usus werden: erst lutscht man die Leute aus - und dann sorgt man dafür, dass sie sich selber entsorgen und spart dem Staat die irgendwann mal fällige Invaliditätsrente...
2. "Selbstmordserie" hört sich toll an...
gromit777 26.04.2011
Es mag auch sicherlich sein, dass bei FT einiges nicht so läuft, wie es laufen sollte. Interessant ist allerdings, dass niemand sich die Mühe macht zu bemerken, dass 60 Selbstmorde bei 100000 Mitarbeitern in 3 Jahren genau dem französischen Durchschnitt entsprechen. http://www.theologische-links.de/downloads/tabellen/selbstmorde_europa.html
3. Schöne neue Arbeitswelt
HBRSS 26.04.2011
Zitat von sysopDie Suizidserie bei France Télécom setzt sich auf schreckliche Weise fort: Ein Mitarbeiter des Konzerns hat sich auf einem Parkplatz verbrannt. Insgesamt haben sich seit 2008 mehr als 60 Beschäftigte des Unternehmens das Leben genommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,759124,00.html
Glücklicherweise sind innerhalb der Firma, in der ich tätig bin, bisher keine Suizide geschehen. Dafür steigen die krankheitsbedingten Fehlzeiten permanent an. Viele sind wegen Depressionen krank geschrieben. Die Arbeitsbedingungen sind in den letzten Jahren sehr viel schlechter geworden (Personaleinsparungen bei gleichzeitigem Aufgabenzuwachs). Aber einen Zusammenhang will die Leitungsebene nicht erkennen. Bin mal gespannt, ob sich jemand hier traut, den Arbeitgeber wegen Körperverletzung zu verklagen. Verdient hätte er es.
4. wieder eine arme Seele
CHANGE-WECHSEL 26.04.2011
Zitat von sysopDie Suizidserie bei France Télécom setzt sich auf schreckliche Weise fort: Ein Mitarbeiter des Konzerns hat sich auf einem Parkplatz verbrannt. Insgesamt haben sich seit 2008 mehr als 60 Beschäftigte des Unternehmens das Leben genommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,759124,00.html
Wieder eine arme Seele die auf das Konto der Spielcasinos und deren Zockern geht. Auch die untätigen Politikerinnen und Politiker tragen die Schuld.
5. ...
grasswurzel 26.04.2011
Zitat von sysopDie Suizidserie bei France Télécom setzt sich auf schreckliche Weise fort: Ein Mitarbeiter des Konzerns hat sich auf einem Parkplatz verbrannt. Insgesamt haben sich seit 2008 mehr als 60 Beschäftigte des Unternehmens das Leben genommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,759124,00.html
Kapitalismus war als Kind schon Scheisze.
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