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Rohstoffe: China hebt Exportschranken für Seltene Erden auf

Noch immer hat China nahezu ein Monopol auf Seltene Erden. Die Volksrepublik wird die Ausfuhr der begehrten Rohstoffe allerdings von nun an nicht mehr begrenzen. Damit folgt Peking einem Schiedsspruch der Welthandelsorganisation.

Förderung Seltener Erden in China (Provinz Jiangxi, 2010): Peking folgt WTO-Entscheidung Zur Großansicht
DPA

Förderung Seltener Erden in China (Provinz Jiangxi, 2010): Peking folgt WTO-Entscheidung

Peking - Zuletzt hatten sie sich ohnehin nicht mehr als sonderlich effektiv erwiesen - nun hat China die Exportbeschränkungen für Seltene Erden aufgehoben. Damit komme es einem Schiedsspruch der Welthandelsorganisation (WTO) nach, die die Ausfuhrquoten für unzulässig erklärt hatte, berichten staatliche chinesische Medien.

Aus China stammen mehr als 90 Prozent der Weltproduktion der begehrten Industriemetalle. Sie werden für Rüstungs- und viele Technologieerzeugnisse wie Computer, Handys, Windturbinen und Batterien benötigt. China hatte die Ausfuhr 2010 mit der Begründung beschränkt, Umwelt und Ressourcen besser schützen zu wollen.

Die Regierung in Peking verweist darauf, dass auch andere Länder wie die USA viele Abbaustätten aus ökologischen Gründen geschlossen hätten. Zur Gewinnung Seltener Erden sind hohe Mengen von Säure erforderlich. Außerdem fallen leicht radioaktive Abfälle an. Jahrzehnte ungebremsten Wirtschaftswachstums haben China gewaltige Umweltprobleme gebracht. Die Führung in Peking versucht deshalb, die heimische Förderung zu drosseln und verstärkt gegen Schmuggel und illegale Produktion vorzugehen.

Das WTO-Schiedsgericht urteilte im März nach einer Klage der USA, der EU und Japans, dass die Exportquoten chinesischen Firmen unfaire Wettbewerbsvorteile verschaffen. Die Beschränkungen hatten die Weltmarktpreise für die stark gefragten Rohstoffe drastisch in die Höhe getrieben - zumindest zeitweise. Allerdings haben sie sich seit dem Höhepunkt im Jahr 2011 auch wieder stark verbilligt, weil die Industrie in den USA und der EU die Seltenen Erden teilweise ersetzen konnte und die Nachfrage so stark nachgelassen hatte.

fdi/Reuters

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1.
SpitzensteuersatzZahler 05.01.2015
Das ist halt irgendwie ein Huhn-Ei-Problem - seltene Erden sind ja auch nur selten, weil China diese ohne Rücksicht auf die Folgen in großen Mengen gefördert hat - der Preis war in Ordnung und niemand sah die Notwendigkeit, selbst abzubauen und sich diese ganzen Probleme ans Bein zu binden...
2. Vielleicht sollte man mal erwähnen...
hman2 05.01.2015
...dass "seltene Erden" viel sind, die meisten sind aber definitiv nicht "selten". Das waren sie mal vor Jahrhunderten, da kommt der Name her. Korrekter weise hätte SPON auch von "Metallen der seltenen Erden" schreiben müsen. Wikipedia: "Die oft verwendete abgekürzte Bezeichnung Seltene Erden statt Metalle der Seltenen Erden ist missverständlich. Der Name der Gruppe stammt aus der Zeit der Entdeckung dieser Elemente und beruht auf der Tatsache, dass sie zuerst in seltenen Mineralien gefunden und aus diesen in Form ihrer Oxide (früher „Erden“ genannt) isoliert wurden. Nur Promethium, ein kurzlebiges radioaktives Element, ist in der Erdkruste wirklich selten. Einige der Metalle der Seltenen Erden (Cer, Yttrium und Neodym) kommen in der Erdkruste häufiger vor als beispielsweise Blei, Molybdän oder Arsen. Thulium, das seltenste stabile Element der Metalle der Seltenen Erden, ist immer noch häufiger vorhanden als Gold oder Platin."
3. Schwer zu glauben
sting111 05.01.2015
"Im Jahr 2008 wurden dort 120.000 Tonnen gefördert, das waren 97 Prozent der weltweiten Menge. China exportierte gut 30.000 Tonnen." Mit anderen Worten, fast 75% gefoerderter seltener Erden werden in China in Produkten eingesetzt. Damit werden Endprodukte wie: "Computern und Computer-Monitoren, DVD-Spielern, leistungsstarken Akkus, Hybrid-Autos, Halbleitern, Handys, Rüstungsgütern und Windturbinen. Autozulieferer nutzen Seltene Erden bei der Herstellung von Elektromotoren." zu 75% in China hergestellt (mal aussen vor, dass jedes Produkt mehr oder weniger seltene Erden benoetigt). Wann wird dieses Monopol zu Fall gebracht ?
4.
whitewisent 05.01.2015
Zitat von sting111"Im Jahr 2008 wurden dort 120.000 Tonnen gefördert, das waren 97 Prozent der weltweiten Menge. China exportierte gut 30.000 Tonnen." Mit anderen Worten, fast 75% gefoerderter seltener Erden werden in China in Produkten eingesetzt. Damit werden Endprodukte wie: "Computern und Computer-Monitoren, DVD-Spielern, leistungsstarken Akkus, Hybrid-Autos, Halbleitern, Handys, Rüstungsgütern und Windturbinen. Autozulieferer nutzen Seltene Erden bei der Herstellung von Elektromotoren." zu 75% in China hergestellt (mal aussen vor, dass jedes Produkt mehr oder weniger seltene Erden benoetigt). Wann wird dieses Monopol zu Fall gebracht ?
Wenn es ein Monopol geben würde, würde das sicher zu Fall gebracht. Aber es ist lediglich eine Frage des Marktes, also die Preisentwicklung von Angebot und Nachfrage. Deutschland ist ggf. Selbstversorger, wenn es denn bereit ist, den Preis für die Förderung zu zahlen. Ab 2017 ist die Förderung bei Leipzig geplant, also kein Grund zur Panik. Das konnte man hier schon vor 2 Jahren lesen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/seltene-erden-gutachten-bestaetigt-vorkommen-in-sachsen-a-880765.html
5. na ja...
nachtmacher 05.01.2015
so groß ist die Meldung nun auch wieder nicht. Die Technologie geht weiter und nun ist es halt auch an anderen Stellen der Welt wirtschaftlich diese sogenannten "seltenen Erden" abzubauen. Denn "selten" sind sie nicht. Wir haben hier in Deutschland ein paar der besten Vorkommen. Selbst das Uran für die russischen Atombomben kam aus Deutschland. Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Wismut... China versucht nur zu verzögern und noch eine Weile Kohle zu machen. Letztes jahr wurde das erste neue Bergwerk in Deutschland eröffnet. In Sachsen zeichnet sich ab, dass wieder bergbau betrieben wird.
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Seltene Erden
Die Seltenen Erden sind eine Gruppe von 17 Metallen, darunter Lanthan, Europium und Neodym. Meist kommen sie am selben Standort, im selben Gestein, vor. Sie werden in kleinen Mengen verwendet, sind aber unverzichtbar unter anderem für die Herstellung von Computern und Computer-Monitoren, DVD-Spielern, leistungsstarken Akkus, Hybrid-Autos, Halbleitern, Handys, Rüstungsgütern und Windturbinen. Autozulieferer nutzen Seltene Erden bei der Herstellung von Elektromotoren. Die größten Verbraucher Seltener Erden sind China, Japan und die USA, die eine starke Technologiebranche haben. Wegen der zunehmenden Bedeutung der Umwelttechnologien wird mit einem steigenden Bedarf gerechnet. Der mit Abstand größte Produzent ist China. Im Jahr 2008 wurden dort 120.000 Tonnen gefördert, das waren 97 Prozent der weltweiten Menge. China exportierte gut 30.000 Tonnen.

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Seltene Erden: Der Schatz von Storkwitz

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