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Werberat rügt: "Wo würde Dieter bowlen?"

Ob Fliesenleger, Brauerei, Bowlingcenter oder Pizzaservice: Acht Unternehmen rügte der Deutsche Werberat bereits im laufenden Jahr - meist wegen sexistischer Plakate mit Frauen. "Männerdiskriminierung ist derzeit noch ein Randphänomen", so das Gremium.

Berlin - Ein offenherziges Dekolleté, eine Frau im Stringtanga und fragwürdige Sprüche: Beim Deutschen Werberat sind in der ersten Jahreshälfte mehr als 500 Beschwerden eingegangen, vor allem zum Frauenbild auf Plakaten, Anzeigen oder in TV-Spots. Insgesamt hat das Gremium 192 davon genauer untersucht. Bei der Hälfte wurde eine Geschlechterdiskriminierung beklagt - meist zu Lasten von Frauen. "Männerdiskriminierung ist derzeit noch ein Randphänomen bei der Verbraucherkritik", sagt der Werberat in Berlin.

Die Stelle wird vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft getragen. Die Prüfer kritisierten im ersten Halbjahr insgesamt 50 Fälle. Danach zogen 37 Unternehmen ihre Werbung zurück, fünf veränderten sie. Ein Matratzenhersteller etwa hatte auf einem Lkw eine Frau gezeigt, die bäuchlings in Unterwäsche auf einer Matratze lag. Der Schriftzug dazu: "Neue Matratze". "Das war aus der Sicht einiger Kritiker doppeldeutig", sagte die Geschäftsführerin des Werberats, Julia Busse. Das Unternehmen überklebte den Spruch.

Acht Firmen blieben dennoch uneinsichtig und kassierten eine Rüge - doppelt so viele wie im ersten Halbjahr 2013. Für Busse jedoch kein Grund zu großer Sorge. Zum einen seien insgesamt mehr Werbemotive als sonst kritisiert worden. "Zum anderen zeigt die jahrzehntelange Erfahrung, dass gerügte Unternehmen in der Regel kein weiteres Mal auffällig werden."

mia/dpa

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