Ölpreisverfall Shells Gewinn bricht um fast 90 Prozent ein

Der Verfall des Ölpreises trifft Shell schwer. 2015 machte der Ölkonzern im Vergleich zum Vorjahr nur noch einen kleinen Gewinn. Konzernchef van Beurden kündigt weitere Kürzungen an.

Shell-Zeichen: 1,9 Milliarden Euro  Gewinn in 2015
DPA

Shell-Zeichen: 1,9 Milliarden Euro Gewinn in 2015


Die niedrigen Öl- und Gaspreise haben den Gewinn beim Ölkonzern Shell einbrechen lassen. Im vergangenen Jahr verdiente das Unternehmen nach eigenen Angaben nur noch 1,9 Milliarden Dollar - ein Minus von fast 90 Prozent.

Als Konsequenz plant Shell weitere Einschnitte. Konzernchef Ben van Beurden kündigte zusätzliche "wirkungsvolle Entscheidungen" an, um die Folgen des Ölpreisverfalls zu bewältigen.

Shell steht kurz vor der Übernahme des Konkurrenten BG Group. Im Zuge der Übernahme sollen in beiden Unternehmen rund 10.000 Stellen abgebaut werden. Inzwischen haben die Aktionäre beider Unternehmen dem Kauf zugestimmt. Der Abschluss der Transaktion sei daher nur noch eine Frage von Wochen, so van Beurden.

Der Ölpreis ist im Laufe des vergangenen Jahres wegen des weltweiten Überangebots - und sinkenden Verbrauchs - um rund ein Drittel eingebrochen. Die großen Konzerne der Branche senken deswegen massiv ihre Kosten, indem sie Stellen streichen und Investitionen kürzen.

BP hatte bereits zu Wochenbeginn seine Zahlen vorgelegt. Der Konzern machte mit 6,5 Milliarden Euro den höchsten Verlust seit zwei Jahrzehnten. Auch die US-Branchengiganten Exxon Mobil und Chevron präsentierten zuletzt die schwächsten Bilanzen seit mehr als einem Jahrzehnt.

Wie seine Konkurrenten lässt aber auch Shell die Dividende unangetastet. Seinen Aktionären will Shell Chart zeigen 1,88 Dollar je Aktie für 2015 zahlen. Im laufenden Jahr soll die Gewinnausschüttung mindestens dieses Niveau erreichen.

brk/dpa



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insgesamt 9 Beiträge
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heinihuckeduster 04.02.2016
1. Dramatische Entwicklung für die Mineralölkonzerne!
Hat man schon ein Spendenkonto eingerichtet? Der bisherige Treibstoffverkauf war ja bislang schon eher eine soziale Aufgabe und nicht gewinnorientiert.
wo_st 04.02.2016
2. Mir kommen die Tränen...
Innerhalb von wenigen Stunden wird der Sprit Preis nach Gutsherrenart um 10 % manipuliert - wohlgemerkt, es handelt sich um die selbe Flüssigkeit im Tank, zur gleichen Zeit geliefert - und es kommt nicht mehr soviel Gewinn heraus. Große Trauer.....
dasdondel 04.02.2016
3.
---Zitat--- nur noch 1,9 Milliarden Dollar ---Zitatende--- und wo ist dann das Problem ? Gewinn bedeutet, dass schon alle Rohstoffe, Mieten, Kredite, Löhne bezahlt sind. Also den Kunden insgesamt 1.9 Millarden abgenommen wurden für Leistungen, die nicht erbracht wurden - sonst wär das Geld ja jetzt nicht übrig. ---Zitat--- Wie seine Konkurrenten lässt aber auch Shell die Dividende unangetastet. ---Zitatende--- Aha ! da ist also das Problem - da wollen Leute Geld bekommen ohne zu arbeiten. Das ist natürlich so wichtig, dass man zur Not echte Arbeiter kündigt und am Ende den Betrieb verscherbelt. Nach mir die Sintflut.
trude2004 04.02.2016
4.
Das ist gut so! Gerade Shell hat die Umwelt in vielen armen Ländern gnadenlos ausgebeutet und die Natur unwiederbringlich zerstört. Es wäre schön wenn solche schmutzigen Firmen verschwinden und sich saubere und bessere etablieren.
murcs 04.02.2016
5. wo liegt das problem?
shell macht nach wie vor gewinne. ... und der rest der welt, der unter dem verfall des rohölpreises "leidet", hat sich einfach zu schnell auf die geldschwemme eingestellt, auf die sich die förderländer mittels künstlicher verknappung geeinigt hatten. jetzt wird der preis halt mal in der anderen richtung manipuliert. oder glaubt hier wirklich jemand an eine marktgerechte preisfindung?
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