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Umstrittenes Förderprogramm: Shell-Ölbohrinsel vor Alaska auf Grund gelaufen

Es ist ein herber Rückschlag für Shell: Die Ölbohrinsel "Kulluk" ist vor der Küste von Alaska auf Grund gelaufen. Bislang ist offenbar kein Öl ausgetreten. Das Unglück dürfte dennoch neue Diskussionen über das umstrittene Projekt in der Arktis auslösen.

DPA/ US Coast Guard

Anchorage - Vor der Küste von Alaska hat sich bei einem Sturm eine Ölbohrinsel des Konzerns Royal Dutch Shell losgerissen und ist auf Grund gelaufen. Luftaufnahmen der US-Küstenwache vom Dienstag ließen jedoch zunächst darauf schließen, dass die Bohrinsel kein Öl verliert. Nach Angaben der Küstenwache hat die "Kulluk" mehr als eine halbe Million Liter Diesel und andere Ölprodukte geladen.

Der Unfall ist ein herber Rückschlag für den britisch-niederländischen Ölkonzern und sein umstrittenes Ölförderprogramm vor Alaskas Küste. Das Projekt kostet den Konzern 4,5 Milliarden Dollar. Umweltschützer und Bewohner der Region kritisieren das Programm scharf. Sie warnen, dass der Konzern die Risiken einer Ölförderung im Golf von Alaska unterschätze. Seit der Explosion der "Deepwater Horizon" des Shell-Rivalen BP und der anschließenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko stehen die Ölmultis in den USA verstärkt unter Druck.

Die 1983 gebaute Bohrinsel sollte zur Überholung nach Puget Sound geschleppt werden. Am Freitag wurde aber aufgrund eines mechanischen Fehlers die Verbindung zwischen der Bohrinsel und dem sie schleppenden Schiff "Aiviq" gekappt. Am Montagmorgen konnte die "Kulluk" wieder an der "Aiviq" festgemacht werden, sie riss sich aber bei stürmischem Wetter am Montagnachmittag wieder los und trieb in die Nähe der Kodiak-Inseln. Bereits am Samstag hatte die Küstenwache die 18 Besatzungsmitglieder wegen des Sturms in Sicherheit gebracht.

cte/Reuters

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insgesamt 11 Beiträge
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1. Willkommen im Jahr 2027
founder 02.01.2013
Wieso 2027, wir haben doch 2013? Ganz einfach, als das EEG für Photovoltaik 2004 eingeführt wurde, war der Tarif für kleine Dachanlage 57 Cent. Die Absicht war, dass die Industrie durch Massenproduktion lernt billiter zu produzieren. Man erwartete 5% geringere Kosten pro Jahr. Der heutige Einspesetarif für kleine Dachanlagen 17,45 Cent, wurde nach dieser Rechnung im Jahr 2027 erwartet. Was hat das mit Öl zu tun? Man kann mit Strom, CO2 und H2O beliebig Kohlenwasserstoffe produzieren. In Deutschland gibt es bereits solche Strom -> Methan Anlagen. Man kann damit jeden beliebigen Kohlenwasserstoff produzieren. Die Photovoltaik wird weiter billiger werden. Eine nochmalige halbierung der Preise ist zu erwarten. Auch wenn man 20 kWh Strom für 1 Liter Flugzeugtreibstoff benötigt, in einigen Jahren wird bereits Solarstrom in der Wüste zur Produktion von Kohlenwasserstoffen in direkten Preiskampf gegen Öl aus der Arktjs stehen. Immer exotischere Ölquellen werden so viel teurer, Photovoltaik soviel billiger, daß die Erschließung neuer Ölfelder unrentabel wird.
2. ...und wenn alle Meere...
kolibri73 02.01.2013
...vergiftet sind, dann werden die Menschen erkennen , dass man Geld nicht essen kann! Diese schlichte Wahrheit haben Indianerhaeuptlinge schon im 19. Jahrhundert formuliert! Die Aktionaere bei Shell sind noch nicht zu dieser Erkenntnis vorgedrungen.Macht nur weiter so.Das erwachen wird fuerchterlich. -
3. Die Dummheit der Menschen
alyeska 02.01.2013
... ist schier grenzenlos. In solch hochsensiblen Gebieten der Erde mit dem Feuer zu spielen geht über kurz oder lang immer schief. Was muss noch alles passieren bis wir endlich aus unseren naiven Träumen erwachen?
4.
dowhepole 02.01.2013
Zitat von kolibri73...vergiftet sind, dann werden die Menschen erkennen , dass man Geld nicht essen kann! Diese schlichte Wahrheit haben Indianerhaeuptlinge schon im 19. Jahrhundert formuliert! Die Aktionaere bei Shell sind noch nicht zu dieser Erkenntnis vorgedrungen.Macht nur weiter so.Das erwachen wird fuerchterlich. -
Die Weissagung der Cree, in dieser Form kam nicht von Indianern ;) Das 'tolle' daran ist, dass niemand der heute die Fehler unser Gesellschaft nutzt, sie begeht, oder gut heißt, mit den Folgen leben muss. Der Staat tut ja alles dafür, die jeweilgen Folgen möglichst weit in die Zukunft zu schieben. Das dürfen dann die nächsten Generationen ausbaden und wenn interessert schon was mit seinen Kindern passiert?
5. Das war absehbar
Airkraft 02.01.2013
Die Frage war doch nicht ob, sondern nur wann, wo und wie groß/schlimm der erste "Unfall" werden würde!
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