Bericht Shell-Rabattmodell treibt laut Studie Benzinpreis hoch

Das Rabattmodell von Shell gerät erneut in die Kritik. Autofahrer mit Kundenkarte müssen pro Liter Treibstoff maximal zwei Cent mehr zahlen als bei der Konkurrenz - doch laut Faz.net treibt die Garantie den Preis für andere Autofahrer hoch.

Schild mit Shell-Logo: Umstrittene Preispolitik
DPA

Schild mit Shell-Logo: Umstrittene Preispolitik


Benzinpreise bei Shell halten manchen Autofahrer davon ab, rechts ranzufahren. Das Versprechen, dass Kunden mit der Shell-Rabattkarte Club-Smart höchstens zwei Cent mehr je Liter bezahlen müssen als bei der billigsten Markentankstelle im Umkreis, ist umstritten. Jetzt belegt eine unveröffentlichte Studie von Experten an den Universitäten Hamburg und Hohenheim, dass diese Politik sogar zu höheren Benzinpreisen führt, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" auf ihrer Website.

Seitdem der Konzern dieses Rabattmodell eingeführt hat, hätten sich die Preise an Shell-Tankstellen ungünstiger entwickelt als an Zapfsäulen der Konkurrenz, heißt es in dem Bericht. Denn für die übrigen Autofahrer ohne die genannte Kundenkarte steige der Preis, schreibt die "FAZ" unter Berufung auf die Wettbewerbsökonomen Ralf Dewenter und Ulrich Schwalbe.

Die Tankstellenkette Shell widerspricht. Ihre Preise seien im Vergleich mit anderen großen Marken nicht gestiegen, teilte ein Sprecher der Zeitung mit: "Der Kunde in Deutschland ist außerordentlich preissensibel", sagte er. Wer Benzin verkaufen wolle, könne gar nicht teurer werden.

Die Autoren der Studie haben Daten der Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts analysiert, an die jede Tankstelle ihre Preise melden muss. Dabei untersuchten sie - vereinfacht erklärt - für jeden Tag die durchschnittliche Preisdifferenz zwischen Shell und den übrigen Tankstellen. Weil die Ökonomen die Preise aller Tankstellen verglichen, konnten der Ölpreis, der Großhandelspreis für Benzin oder der Dollarkurs das Studienergebnis nicht verzerren. Solche Faktoren treffen schließlich nicht nur Shell, sondern auch die übrigen Tankstellen.

Das Fazit der Forscher ist eindeutig: Nachdem die Preisgarantie von Shell in Kraft getreten sei, habe sich das Verhältnis zur Konkurrenz signifikant verschlechtert - je nach Spritsorte und Situation kann der Aufpreis laut Studie im ungünstigsten Fall sogar ganze Centbeträge ausmachen.

bos



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insgesamt 83 Beiträge
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HEK 23.10.2015
1. Ja was denn nun?
Zitate aus dem Artikel: "Autofahrer mit Kundenkarte müssen pro Liter Treibstoff maximal zwei Cent mehr zahlen als bei der Konkurrenz" und dann: "je nach Spritsorte und Situation kann der Aufpreis laut Studie im ungünstigsten Fall sogar ganze Centbeträge ausmachen." ?
max-mustermann 23.10.2015
2.
Häh ? Wer tankt denn noch bei Shell oder einem anderen der "Großen", die freien Tankstellen sind immer günstiger.
Birnenpflücker 23.10.2015
3. Schweinerei
So ist es schon fast überall! Auch im Elektronikfachmarkt wo mit einer 0%-Finanzierung geworben wird, bezahlen die Barzahler die Zinsen der Kreditnehmer mit. Am Ende muss das Unternehmen mit der Verleihung von Geld auch Zinsen einnehmen. Ich fühle mich als Barzahler betrogen, da ich einen zu hohen Preis dafür zahle, damit andere mit 0% finanzieren können. Kranke Gesellschaft, aber so gewollt!
Mr Bounz 23.10.2015
4. komische aktion
Ich verstehe gar nicht wieso Menschen bei so einer Aktion überhaupt noch zu Shell gehen. Ich stelle mir das mal für andere Branchen vor: - Der Neue SLK bei uns nur 1.000,- € teurer als bei den anderen - Das neue Smartphone bei uns nur 50,- € teurer als beim Wettbewerb. - 1 Liter Frischmilch, bei uns nur 5cent teurer als bei der Konkurenz .... würde da jemand hingehen? Aber man las ja auch schon hier in Foren zum Thema das Menschen ungeachtet des Preises immer an der gleichen Tankstelle tanken. "Mami, bring mal die Milch von XY mit die ist nur 5 cent teurer als bei allen anderen!"
Bernhard.R 23.10.2015
5. Unterschiede von 20 Cent
Wenn ich Sonntags abends mit dem Auto durch Greifswald fahre, bemerke ich zwischen der ersten, einer Hochpreis-Tankstelle und der nächsten Normal-Tanke Preisunterschiede von bis zu 20 Cent. Da ich die ADAC-App "Spritpreise" auf dem Smartphone benutze, warte ich natürlich auf den wöchentlich günstigsten Preis an unserer Niedrigpreistankstelle.
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