Sicherheitslücken: BP gibt Mängel auf Nordsee-Bohrinseln zu

Seit der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko steht BP unter verschärfter Beobachtung - nun räumt der Ölkonzern auch Sicherheitsmängel bei Bohrungen in der Nordsee ein. Laut "Financial Times" war das Personal auf einigen Plattformen nicht für einen Ernstfall geschult.

BP-Konzern: Sicherheitskonzept seit 2009 überarbeitet Zur Großansicht
REUTERS

BP-Konzern: Sicherheitskonzept seit 2009 überarbeitet

London - Auf den Ölplattformen des britischen Konzerns BP in der Nordsee sind einem Bericht der "Financial Times (FT)" zufolge in den vergangenen Jahren immer wieder Sicherheitsmängel festgestellt worden. Im Jahr 2009 etwa seien vier von fünf untersuchten Anlagen nicht ausreichend auf das unerwartete Auslaufen von Öl vorbereitet gewesen.

Dabei zitiert die Zeitung aus einem Bericht der britischen Umwelt- und Energieaufsichtsbehörde. So seien unter anderem Mitarbeiter auf den Bohrinseln nicht genug für den Ernstfall trainiert gewesen. Die Zeitung hatte Einsicht in die Behördenunterlagen gefordert.

BP gestand die Fehler gegenüber der "FT" zum Teil ein. Es sei richtig, dass einige der ausgebildeten Mitarbeiter "nicht in der vorgeschriebenen Zeit" an einem Auffrischungskurs teilgenommen hätten. Der Konzern wies jedoch darauf hin, dass man das Sicherheitskonzept seit einer Gesetzesänderung 2009 vollkommen überarbeitet habe. "Die ganze Industrie hat einen Prozess der Erneuerung ihrer Reaktionspläne auf ein Öl-Auslaufen durchgemacht", so BP.

Seit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko stehen die Sicherheitsstandards bei BP und in der gesamten Branche unter besonderer Beobachtung. Am Mittwoch soll sich BP-Chef Tony Hayward, der zum 1. Oktober sein Amt an Bob Dudley abgibt, vor einem Energie-Ausschuss des britischen Parlaments äußern. Dabei soll er unter anderem Auskunft über die Sicherheit von Tiefseebohrungen in britischen Gewässern geben.

jok/dpa

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Forum - Ölpest - sind die Kosten der Benzingesellschaft für die Umwelt noch tragbar?
insgesamt 616 Beiträge
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    Seite 1    
1.
capu65 01.05.2010
Zitat von sysopDie Katastrophe auf der Bohrplattform vor der Südküste der USA befeuert erneut die Diskussion um Risiken und Technik der Ölförderung in Küstennähe. Das Öldesaster kommt Umwelt und Gesellschaft auf jeden Fall teuer zu stehen. Sind diese Kosten noch tragbar?
Nein! Gegenfrage: Wieviel sind wir bereit für den Liter Kraftstoff zu bezahlen?
2.
Prekarianer 01.05.2010
Zitat von sysopDie Katastrophe auf der Bohrplattform vor der Südküste der USA befeuert erneut die Diskussion um Risiken und Technik der Ölförderung in Küstennähe. Das Öldesaster kommt Umwelt und Gesellschaft auf jeden Fall teuer zu stehen. Sind diese Kosten noch tragbar?
nach ersten einschätzungen ja, aber wenn das loch noch 3 monate offen ist, dann sind die kosten jeglichem vorstellungsvermögens
3. "Wer Biosprit nicht ehrt" in der Ära 'Peak of Oil'
rkinfo 01.05.2010
Zitat von sysopDie Katastrophe auf der Bohrplattform vor der Südküste der USA befeuert erneut die Diskussion um Risiken und Technik der Ölförderung in Küstennähe. Das Öldesaster kommt Umwelt und Gesellschaft auf jeden Fall teuer zu stehen. Sind diese Kosten noch tragbar?
Kopenhagen ist vertagt - und im Zeitalter des 'Peak of Oil' ist jede Quellen zu nutzen ... koste es für die Umwelt was es wolle. Die kalkulierten Ölreserven von 40 Jahren beziehen sich hauptsächlich auf Lagerstätten im Meer. Ob USA, ob EU, wir beziehen 1/3 des Öl vom Meeresgrund. Zudem hat BP alle technisch machbaren Sicherheitselemente genutzt. Was da nun abläuft ist bekanntes und vom Benzinverfeuerer akzeptiertes Restrisiko. Selbst die Ökoverbände haben ja Öl/Benzin als kleineres Übel als Biosprit per bayerischen Getreide bezeichnet. Wobei bisher kein Delphin in Bayern wg. Biosprit verstarb. Was da unten nun abläuft ist tragisch bis heilsamer Schock für die Benzinfreaks. Und hoffentlich ein Booster für EEs, Biosprit und Klimaschutz / weltweite Energieroadmap. Je weniger Öl wir je Tag benötigen desto weniger Bohrlöcher und desto geringer das Restrisiko solche Unfälle. BP bedient nur eine benzinsüchtige und Biosprit ablehnende Gemeinschaft der Ölsüchtigen auf Erden.
4. Business as usual
Skarrin 01.05.2010
Zitat von sysopDas Öldesaster kommt Umwelt und Gesellschaft auf jeden Fall teuer zu stehen. Sind diese Kosten noch tragbar?
Nein. Aber das interessiert in Wirklichkeit niemanden, wichtig sind Abwrackprämien, Wachstumsbeschleunigungsgesetze und billiger Sprit für alle, die mit dem SUV um die Ecke zum Bäcker fahren wollen. Der alte Indianer-Spruch "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann." läßt sich nämlich auch umgekehrt formulieren: "Bevor nicht wirklich der allerletzte Baum gerodet, der allerletzte Fluss vergiftet, der allerletzte Fisch gefangen ist, wird niemand merken, dass man Geld nicht essen kann." Niemand bis auf ein paar Müslifresser und "Ökofundamentalisten", deren Parolen man in Wirtschaft und Politik allenfalls für ein bißchen Marketing-Greenwashing und zum Stimmenfang mißbrauchen, aber ansonsten ignorieren kann. Also weiter so, schließlich ist es noch immer gutgegangen! Spätestens in ein paar Wochen ist diese Ölpest wieder aus den Nachrichten verschwunden und interessiert keinen mehr, schon gar nicht an der Börse. Dann wird längst die nächste Millardensau durch die Schlagzeilen getrieben, Rettungspakete für den englischen Staatsbankrott etc. pp. Gruß Skarrin
5.
donemile 01.05.2010
Zitat von sysopDie Katastrophe auf der Bohrplattform vor der Südküste der USA befeuert erneut die Diskussion um Risiken und Technik der Ölförderung in Küstennähe. Das Öldesaster kommt Umwelt und Gesellschaft auf jeden Fall teuer zu stehen. Sind diese Kosten noch tragbar?
Natürlich sind sie tragbar, solange wir so vom Öl abhängig sind wie momentan. Im Zweifelsfall bezahlt immer der Verbraucher.
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