Siemens Aufsichtsratschef Cromme kürzt sich selbst das Salär

Siemens bezahlt seine Aufsichtsräte künftig pauschal und verzichtet auf eine erfolgsabhängige Vergütung - sofern die Aktionäre dem Plan zustimmen. Das trifft vor allem den Chef des Kontrollgremiums: Gerhard Cromme. Zudem gründet der Elektroriese eine eigene Bank.

Siemens-Aufsichtsratsvorsitzender Cromme: Künftig geringere Vergütung
dpa

Siemens-Aufsichtsratsvorsitzender Cromme: Künftig geringere Vergütung


München - Die Aufsichtsräte von Siemens wollen künftig unabhängig vom Konzernerfolg bezahlt werden: Die Aktionäre sollen Anfang 2011 einer pauschalen Vergütung des Kontrollgremiums zustimmen. Das geht aus der Einladung zur Hauptversammlung hervor. Mit der Regelung bescheidet sich vor allem Chefaufseher Gerhard Cromme: Dessen Bezüge waren im vergangenen Geschäftsjahr um gut ein Viertel auf knapp 490.000 Euro gestiegen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende soll künftig 280.000 Euro bekommen, seine Stellvertreter 220.000 Euro. Einfache Mitglieder sollen künftig 140.000 Euro pro Jahr erhalten.

"Das Unternehmen begründet die geplante Änderung damit, dass der Umfang der Arbeitsbelastung und das Haftungsrisiko der Aufsichtsratsmitglieder sich in aller Regel nicht parallel zum geschäftlichen Erfolg entwickelt", hieß es. Gerade in schwierigen Zeiten mit womöglich rückläufigen Ergebnissen sei das Gremium besonders gefordert. Die neue Regelung entspreche eher internationalen Referenzmodellen.

Zudem will sich der Elektroriese mit einer eigenen Bank unabhängiger von Kreditinstituten machen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) habe entsprechende Pläne des Münchner Dax-Konzerns genehmigt, teilte das Unternehmen mit. Siemens hatte bereits im Sommer angekündigt, ein eigenes Institut gründen zu wollen. Ein Einstieg in das Geschäft mit Privatkunden sei nicht geplant. Die Siemens Bank GmbH soll mit Krediten und Garantien etwa die Absatzfinanzierung verbessern.

wit/reuters/dpa



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Riff 07.12.2010
1. Der weiße Riese
Zitat von sysopSiemens*bezahlt seine Aufsichtsräte künftig pauschal*und verzichtet*auf eine erfolgsabhängige Vergütung - sofern die Aktionäre dem Plan zustimmen. Das trifft vor allem den Chef des Kontrollgremiums: Gerhard Cromme. Zudem gründet der Elektroriese eine eigene Bank. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,733360,00.html
Also eine eigene Geldwaschanlage, damit nur noch "sauberes Geld" in die Schwarz-und-Bestechungsgeldkassen kommt? http://www.siemens-home.de/
stanzer 07.12.2010
2. Vorbild für Alle
Zitat von sysopSiemens*bezahlt seine Aufsichtsräte künftig pauschal*und verzichtet*auf eine erfolgsabhängige Vergütung - sofern die Aktionäre dem Plan zustimmen. Das trifft vor allem den Chef des Kontrollgremiums: Gerhard Cromme. Zudem gründet der Elektroriese eine eigene Bank. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,733360,00.html
Gerhard Cromme ist ein Vorbild für alle Manager in der deutschen Wirtschaft. Meine ungeteilte Hochachtung
mueller1 07.12.2010
3. Sehe es ähnlich positiv
Zitat von stanzerGerhard Cromme ist ein Vorbild für alle Manager in der deutschen Wirtschaft. Meine ungeteilte Hochachtung
Soweit ich diese Meldung nach meinem Bauchgefühl bwerten kann, ist das eine sehr gute Nachricht. Da das Gehalt des Aufsichtsrats zukünftig nicht direkt von irgendwelchen Zielen abhängt, fällt es dem Aufsichtsrat leichter, unabhängig die Arbeit des Vorstands zu kontrollieren - eine Kumpanei zwischen Vorstand und Aufsichtsrat wird erschwert. Daß zudem die zuletzt hohen Steigerungen der Aufsichtsratsgehälter korrigiert und damit der Lohnentwicklung bei Angestellten angeglichen werden, ist aller Ehren wert.
drausch 07.12.2010
4. Augenwischerei und Krisentaktik von Insidern!!
Zitat von stanzerGerhard Cromme ist ein Vorbild für alle Manager in der deutschen Wirtschaft. Meine ungeteilte Hochachtung
Bitte nicht den Tag vor dem Abend loben!!! Denn im Artikel ist ja schon erwähnt, dass sein Arbeitsaufwand unabhängig von der Geschäftslage ist. Damit wird ja wohl eher an schlechte Zeiten gedachtm in denen das erfolgsabhängige Salär deutlich niedriger ausfallen würde, um den Arbeitsaufwand ausreichend zu entlohnen. Offensichtlich rechnet man mit niedrigeren Gewinnen und sichert sich so die Prämie. Toll Und wenn man die diversen Pressemeldungen über Qualitäts- und Imageprobleme des Weltkonzerns betrachtet, muss man auch ins Zweifeln kommen, ob man langfristig mit Technologie und KnowHow noch Gewinne erwirtschaften kann. Da macht es schon Sinn, ins Bankgeschäft einzusteigen. Denn wenn die Kunden angesichts schlechter Preis-Leistungs-Verhältnisse die Technik lieber bei der Konkurrenz einkaufen, hat man zumindest noch die Chance an der Finanzierung dieser Fremgeschäfte zu verdienen. Ein Schalk wer da nichts übles ahnt.
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