Umsatzrückgang Siemens rechnet mit mauem Geschäftsjahr

Siemens hat seinen Gewinn gesteigert - aber vor allem dank Sparen und Verkäufen. Der Umsatz schrumpfte hingegen. Die Konzernspitze schaut vorsichtig auf das kommende Jahr und stimmt die Belegschaft auf härtere Zeiten ein.

Siemens-Logo: Umsatz stagniert
REUTERS

Siemens-Logo: Umsatz stagniert


München - Auf den ersten Blick sieht es bei Siemens gut aus. Der Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr unterm Strich 5,5 Milliarden Euro Gewinn gemacht - ein Plus von 25 Prozent. Allerdings kommen die Zuwächse vor allem aus Einsparungen und Verkäufen. Der Umsatz ging leicht auf 71,9 Milliarden Euro zurück. Für das neue Geschäftsjahr rechnet die Siemens-Spitze mit einem stagnierenden Umsatz. Als Grund wurden die vielen Unsicherheiten und die Neuaufstellung des Konzerns genannt.

Bei Siemens Chart zeigen beginnt und endet das Geschäftsjahr jeweils im September. Darum veröffentlicht der Konzern bereits jetzt seine Jahresbilanz. Es ist die erste volle Bilanz, für die Joe Kaeser als Konzernchef verantwortlich ist. Der Manager zeigte sich zufrieden. "Wir haben die ursprünglich versprochenen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2014 erreicht und dabei erhebliche Fortschritte bei der Stärkung unseres Portfolios gemacht", sagte er.

Extra-Einnahmen verzeichnet Kaeser mit dem Verkauf der Hörgerätesparte, die für gut zwei Milliarden Euro an den Finanzinvestor EQT und die Unternehmerfamilie Strüngmann geht. Die Aktionäre sollen für 2013/14 eine Dividende von 3,30 Euro je Anteilsschein erhalten, ein Zehntel mehr als zuletzt.

Kaeser richtet Siemens derzeit neu aus. Während der Konzern sich von den Anteilen an der Gemeinschaftstochter Bosch Siemens Hausgeräte trennte, kaufte er für sein Energietechnikgeschäft den Turbinenspezialisten Dresser-Rand zu sowie das Kleinturbinengeschäft von Rolls-Royce.

Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Siemens wieder mit Schwierigkeiten bei Projekten zu kämpfen. Probleme mit Windenergieanlagen brachten dem Konzern im vierten Quartal Sonderlasten von 223 Millionen Euro ein.

Kaeser kündigt "Anpassungen struktureller Natur" an

Kaeser bereitet seine Belegschaft angesichts der mauen Aussichten auf Einschnitte vor. "Natürlich wird es da oder dort strukturelle Anpassungen geben, weil die Märkte sich verändern", sagte er. "In erster Linie reden wir darüber zuerst mit den Arbeitnehmervertretern, und wenn wir dann dort zu Vereinbarungen gekommen sind, dann werden wir die auch der Öffentlichkeit dezidiert und klar erläutern."

Auch durch seinen jüngsten Konzernumbau würden Arbeitsplätze obsolet. "Natürlich wird es auch Anpassungen struktureller Natur geben, aber wir versuchen so viele wie möglich von den Kolleginnen und Kollegen anderweitig etwa in Forschung und Entwicklung oder im Vertrieb einzusetzen."

Auf absehbare Zeit will Kaeser wieder steigende Einnahmen erreichen. "2014 war das Jahr für die mittelfristige Weichenstellung für die Siemens-Strategie. 2015 wird das Jahr der operativen Konsolidierung sein: Bessere Abarbeitung unserer Aufträge, viel geringere Projektbelastungen, Produktivitätssteigerungen", kündigte er an.

mmq/Reuters/dpa



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insgesamt 4 Beiträge
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missbrauchtewähler 06.11.2014
1. Russlandgeschäft verhagelt
So hatten wir uns das gedacht. Erst werden sinnlose und unberechtigte Sanktionen gegen Russland ausgesprochen und nun müssen die Arbeitnehmer daran gleuben. Glückwunsch an die Bundesregierung.
max hollister 06.11.2014
2. Vom High-Tech Konzern zum Mischkonzern
"Natürlich wird es auch Anpassungen struktureller Natur geben, aber wir versuchen so viele wie möglich von den Kolleginnen und Kollegen anderweitig etwa in Forschung und Entwicklung oder im Vertrieb einzusetzen." Der Schweißer, der bei der Produktion von Dampfturbinen nicht mehr gebraucht wird, forscht dann zu Big Data. :-) Ohne Zweifel gehört die Zukunft so Siemens.
db0762 06.11.2014
3. Siemens verlagert sein Geschäft
doch mit "Joe" Joseph K(ä)aeser erfolgreich in die USA und wird in den nächsten 10 Jahren den Weg aller deutschen Konzerne gehen ...
smartphone 06.11.2014
4. Alles ABSICHT
Der Kaeser kommt von GE ..... die Brüder sind alle entsprechend gebrieft: Hierzulande ist die effektive Kaufkraft des Euro ggüb 2000 um den Faktor 4 gesunken -ein Schelm wer nicht realsert ,wieso Politikergehälter pro Jahr mind 7,5% schnittlich steigen .... Jetzt feuert BoschRexroth 600 Leute -noch dazu im Kernwerk....Initiiert von einem von Hebel , der schon die Solarwerke mit 6 Mrd in den Sand gesetzt hat ....... Weiter so !!!
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