Angebliche Preisabsprachen: Siemens droht Prozess in Brasilien

Brasiliens Regierung will Siemens verklagen - wegen mutmaßlicher Kartellbildung. Der Konzern soll sich an Preisabsprachen beim Bau der U-Bahn in der Metropole beteiligt haben.

Siemens in Berlin: Vorwurf der Preisabsprachen in São Paulo Zur Großansicht
REUTERS

Siemens in Berlin: Vorwurf der Preisabsprachen in São Paulo

São Paulo - Siemens droht ein Prozess wegen angeblicher Kartellabsprachen beim Bau der U-Bahn in der brasilianischen Metropole São Paulo. Der Gouverneur des gleichnamigen Bundestaats, Geraldo Alckmin, kündigte an, den deutschen Technologiekonzern auf Schadensersatz zu verklagen. Siemens wollte sich dazu zunächst nicht äußern.

Siemens und anderen Unternehmen wird zur Last gelegt, durch Absprachen die Preise in Verträgen über den Bau von Zügen und eines U-Bahn-Netzes sowie deren Instandhaltung zwischen 1990 und 2007 in die Höhe getrieben zu haben. An den Absprachen sollen laut der Zeitung "Folha de São Paulo" außer Siemens das kanadische Unternehmen Bombardier, die spanische Firma CAF, die französische Alstom und das japanische Unternehmen Mitsui beteiligt gewesen sein.

Die brasilianische Wettbewerbsbehörde hat Untersuchungen eingeleitet. Der Brasilien-Chef von Siemens Chart zeigen, Paulo Stark, teilte mit, man arbeite mit den Behörden zusammen. Die laufenden Ermittlungen seien noch vertraulich, weshalb das Unternehmen vorerst nicht weiter Stellung nehmen könne.

São Paulo ist mit rund 20 Millionen Einwohnern Brasiliens bevölkerungsreichste Stadt. Jährlich werden dort Milliarden von Dollar ausgegeben, um den öffentlichen Nahverkehr, Straßen und andere Infrastruktur auszubauen. Im Juni und Juli hatten gestiegene Fahrkartenpreise zu landesweiten Protesten gegen Korruption und Mängel beim öffentlichen Nahverkehr geführt.

cte/Reuters/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Die Regierung von São Paulo wegen mutmaßlicher Kartellbildung verklagen.
zephyros 14.08.2013
So kann man den Satz sicher nicht stehen lassen :)
2. Siemens - Pleiten, Pech und Pannen
Pandora0611 14.08.2013
Zitat von sysopSiemens hat Ärger in Brasilien: Die Regierung von São Paulo wegen mutmaßlicher Kartellbildung verklagen. Der Konzern soll sich an Preisabsprachen beim Bau der U-Bahn in der Metropole beteiligt haben. Siemens droht Prozess in Brasilien wegen Kartellabsprachen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/siemens-droht-prozess-in-brasilien-wegen-kartellabsprachen-a-916454.html)
Bei Siemens klappt auch nichts. ■ Die versprochenen ICEs werden - wenn überhaupt - verspätet ausgeliefert. ■ Mit dem Netzanschluss der *Offshore- Windmühlen* klappt es nicht. ■ In den USA brechen die Rotorblätter der Windmühlen ab. ■ Und jetzt auch noch Korruption in Brasilien. Aber Brasilien ist nicht das einzige Land in dem Siemens durch Korruption aufgefallen ist!
3. Was für eine Frechheit....
riolouco 14.08.2013
Ich war lange Zeit beruflich in Brasilien. In diesem Land geht ohne Korruption garnichts. Es fing damit an, dass ich bei der Anreise meine Habseligkeiten 2 Monate nicht aus dem Zoll bekam, weil ich nicht wusste, wem ich Geld zustecken muss. Wahrscheinlich hat Siemens wegen der Compliance-Anstrengungen mit Saubermann Löscher nicht genug an irgendeinen Politiker gezahlt und bekommt daher jetzt einen Prozess an den Hals. Als ich dort war gab es die Koffer-Affäre, als Politiker Koffer voller Schmiergeld durch die Gegend trugen und aufflogen. Dann gab es einen Politiker, der das Schwarzgeld in seinen Unterhosen versteckte. Was für eine ekelhafte Farce.
4. Mitten drinn statt nur dabei
jampanderi 14.08.2013
Es ist das Jahr 2008. Wir (Mitarbeiter im Tarifbereich) mussten zu einer Ganztagunterweisung, damit wir keinen lernen, dass Geschenke ueber $10 schon den Verdacht der Korruption haetten. Redner war GG-Leiter, Leiter der Rechtsabteilung und der Compliance-Beauftragter. Tenor war: Null-Tolleranz. Ich warf ein, "Warum erzaehlen sie uns das? Es sind Manager in ihrer Klasse, die das alles verursacht haben. Erzaehlen sie denen das und nicht mir." Dem GG war kurz erstarrt. Es brauchte eine Weile bis er seine Worte fand, die da waren, "Es muss von Grundauf klare Richtlinien herrschen, die jeder wissen muss" Am Ende ging die Frageunde vom Juristen aus, was wir denn nun gelernt haetten. Viele antworten seicht bis ich an der Reihe war. Ich antwortete, "Ich persoenlich weiss jetzt, dass ein Blumenstrauss ueber 10 € Korruption bedeutet. Ich glaube nicht, dass wir davon betroffen sind. Ich brauche nur warten, bis ich in der Zeitung lese, dass es wieder einen Korruptionsverdacht gibt. Und wieder einer ihrer Manager". Er sagte, dass das nicht mehr passieren wird.
5. horrormärchen
b.koepke 14.08.2013
Genau in Good ild Germane trägt man keine Koffer durch die Gegend, hier bekommt man Umschläge kann sich aber hinterher nicht erinnern was drin war, Volksparteien führen über Jahrzehnte hinweg Schwarzgeld Konten (Stichwort Weihrauch) ehemalige Bundeskanzler verstoßen gegen Gesetze und behindern Gerichts verfahren weil sie ihr Komplizen ja ein "ehrenwort" gegeben haben, andere Protagonisten verlassen nachdem alles auffliegt ein paar jahre die öffentliche Bühne um hinter erst Innenminister zu werden und anschließend folgen Finanzminister. Und zu meinem Vorredner so ein Unsinn ich war auch bereits on Brasilien, viele meiner Freunde ebenfalls, einer ist inzwischen sogar mit einer Brasilianerin verheiratet, aber noch nie gäbe ich so einen Murks wie ihre Gepäck Story gehört. Richtig ist es gibt auch in Brasilien Korruption und? Als ob das irgendwo anders wäre ich habe auch in Deutschland der Mitarbeiterin beim Straßenverkehrsamt geld in denn Fahrzeug Brief gesteckt um mein wunschkenzeichen zu erhalten, auf den wertstoffhof gegen Trinkgeld Müll entsorgt der dort nicht hingehört und und und. Das ist doch hier so üblich wie in Brasilien.
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dpa
Siemens zählt zu den weltweit größten Industriekonzernen. Das Unternehmen ist in über 190 Ländern aktiv und beschäftigte Ende 2011 rund 360.000 Mitarbeiter, davon 116.000 in Deutschland. Gegründet wurde der Konzern 1847 von Werner von Siemens gemeinsam mit Johann Georg Halske in Berlin.