Geplanter Jobabbau IG Metall droht Siemens mit Streik

Siemens will etwa 6900 Stellen streichen. Die IG Metall fordert, dass der Elektrokonzern die Schließungspläne zurücknimmt und erhöht nun durch mögliche Streiks den Druck.

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Im Konflikt um den Abbau Tausender Jobs in Deutschlands droht die IG Metall dem Siemens-Konzern nun auch mit Streiks. "Sollte der Vorstand bei seinen Plänen bleiben, werden wir mit den uns als Gewerkschaft zur Verfügung stehenden Mitteln weitermachen", sagte Aufsichtsrat und IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner der "Süddeutschen Zeitung". "Dann schließen wir auch einen Arbeitskampf, also Streiks, als letztes Mittel nicht aus."

Der Konzern hatte erklärt, dass er auf die Gesprächsbereitschaft von Arbeitnehmervertretern und Betriebsräten setzt. Dazu sagte Kerner: "Wir werden dann mit der Siemens-Führung über die Schließungspläne verhandeln, wenn diese zurückgenommen werden. Vorher gibt es nichts zu besprechen."

Der Elektrokonzern will wegen schlechter Geschäfte in der Kraftwerks- und Antriebstechnik weltweit rund 6900 Jobs streichen, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Zwei Standorte in den sächsischen Städten Görlitz und Leipzig mit zusammen 920 Arbeitsplätzen sollen geschlossen werden. Einschnitte sind auch in Berlin, Offenbach und Erfurt geplant.

cop/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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kopi4 19.11.2017
1.
Gewerkschaften die für Arbeitsplätze kämpfen? Wäre mal was neues. Aber wenn sie das Auftreten von Siemens nachträglich absegnen können sie sich auch selbst auflösen.Zu beschließen das tausende Arbeitsplätze gestrichen werden und die Arbeitnehmervertreter hinterher ins Boot holen zeigt ja was sie bei Siemens von Mitbestimmung halten.
FinWir.de 19.11.2017
2. Wenns um Leiharbeiter geht, ist der Streikwille leider sehr lasch
Es ist schon verwundernd, wie sich Gewerkschaften selbst abschaffen. Während sie bei Siemens gegen den Job-Abbau demonstrieren, scheinen sie beim Aushandeln mit den Unternehmen über die Leiharbeit keine Skrupel zu kennen. Bis zu drei Jahren können Leiharbeiter dank der Gewerkschaften ausgebeutet werden, während das Gesetz eine maximale Dauer von neun Monaten vorsieht. Erst war es die SPD, die die Arbeiter mit Hartz IV ruiniert hat, nun folgen die Gewerkschaften mit ihrer Kungelei. Aber hauptsache auf die kleinen Gewerkschaften eindreschen, die tatsächlich etwas für ihre Mitglieder tun.
aktiverbeobachter 19.11.2017
3. Logisch
Macht natürlich Sinn, dass Mitarbeiter/innen die vom Wegfall ihres Jobs bedroht sind dann streiken. Das wird sicherlich die Verhandlungsbereitschaft für wenigstens saubere und wegbereitende Austrittslösungen bei Siemens erhöhen. Die Entscheidung steht. Macht keinen Sinn gegen Windmühlen zu kämpfen. Viel eher zu versuchen gute Pakete zu erkämpfen. Ich verstehe diese Gewerkschaften nicht.
Evoken 19.11.2017
4. Autsch
Für mich als unbescholtener Verbraucher fällt Siemens in den letzten Jahren nur noch durch Negativität aus, sei es durch Schließungen, Verkäufe oder Bestechungsskandale. Ja sogar eine Beteiligung an Nordkoreas Atomprogramm munkelt man. Oder Geschäfte auf der Krim, die eigentlich verboten sind. Der Konzern schädigt den Standort Deutschland massiv und es ist ihm herzlich egal, denn die Rendite hat die Macht übernommen. Aus dem einstigen innovativen Vorzeigekonzern aus Berlin, ist ein unwägbarer Wankelkandidat geworden. Im Einzelnen kann ich Schließungen nicht bewerten. Natürlich gehören sie dazu, wenn man am Ball bleiben muss. Aber hier haben wir keine 100-Mann Klitsche, sondern der Konzern hat ca. 350000 Mitarbeiter. Allerdings fragt man sich subjektiv, wo die bei all den Schließungen und Verkäufen denn sein sollen. Ja ich weiß, allein Erlangen unterhält 23000 Mitarbeiter. Siemens hat leider längst viele Standards verlassen. Eine klare Linie ist nicht erkennbar. Man wurschtelt sich durch. Im Grunde ist von Siemens nicht mehr viel übrig. Die Marke an sich ist massiv beschädigt, angeschlagen. Vielleicht sollte sich Siemens umbenennen. In Raffzahn AG oder Skandal AG.
Gretl7 19.11.2017
5. Wer erinnert sich noch an 2014 als Siemens Alstom kaufen wollte?
Warum fragt denn niemand, weshalb Siemens noch vor drei Jahren 10 Mrd. Euro für die Übernahme der Kraftwerkssparte von Alstom geboten hat. General Electric hat den Deal aus der Portokasse bezahlt und treibt den Wettbewerb vor sich her. Hätte Siemens das Geld in Innovationen im Kraftwerksbereich gesteckt, müssten jetzt nicht knapp 7000 Mitarbeiter gehen. Aber vielleicht ist das das Vorspiel, um Siemens endgültig zu einer Holding zu machen - Siemens Gamesa, Siemens Alstom, Verkauf von Osram. Wohin das führt ist jetzt bei Ledvance in Augsburg zu sehen. Siemens hatte 1988 430.000 Mitarbeiter, davon 270.000 in Deutschland. Heute nach Börsengang von Infinion und Epcos und anderen Verkäufen weltweit 348.000 Mitarbeiter, davon 114.000 in Deutschland. Aber Hauptsache einen Gewinn nach Steuern von knapp 10% vom Umsatz. Vielleicht gibt es da noch eine Hidden Agenda des Josef Käser?
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