Auftragseinbruch Wirtschaftskrise trifft Siemens mit voller Wucht

Bei Siemens brechen die Aufträge um fast ein Viertel ein, der Konzern leidet zusehends unter der Konjunkturkrise. Nun gibt das Unternehmen sogar seine Börsenpläne für die Tochter Osram auf: Stattdessen sollen die Anteile an der Firma verschenkt werden.

Glühbirne von Osram: Abschreibungen von fast einer halben Milliarde Euro
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Glühbirne von Osram: Abschreibungen von fast einer halben Milliarde Euro


München - Siemens hat ein unerwartet schwaches Quartalsergebnis vorgelegt und will den Börsengang seiner Lichttochter Osram abblasen. "Wir spüren eine zunehmende Investitionszurückhaltung bei unseren Kunden und einen stärkeren konjunkturellen Gegenwind", sagte Vorstandschef Peter Löscher.

Zwar steigerte der Technologiekonzern dank eines noch dicken Auftragspolsters seinen Umsatz um zehn Prozent auf 19,5 Milliarden Euro. Der Auftragseingang aber brach um 23 Prozent auf 17,8 Milliarden Euro ein. Auch der Gewinn lag mit 850 Millionen Euro deutlich unter den Erwartungen. Im Vorjahresquartal hatte Siemens Chart zeigen trotz einer Belastung von 1,1 Milliarden Euro durch den Ausstieg aus der Atomkraft und Verluste in der Medizintechnik noch 501 Millionen Euro Gewinn gemacht.

Belastet wurde das Ergebnis durch hohe Abschreibungen bei der Leuchtmittel-Tochter Osram. Der Grund: Wegen der schlechten Marktlage hat Siemens seine zunächst nur verschobenen Börsenpläne für Osram nun endgültig begraben. Löscher will die Mehrheit der Anteile stattdessen nächstes Jahr als Teil der Dividende an die Aktionäre verschenken. Deshalb muss das Unternehmen für die vergangenen sechs Quartale rückwirkend insgesamt 443 Millionen Euro abschreiben.

Vor allem das Industriegeschäft habe sich verschlechtert, sagte Löscher. Er bezweifelte, dass Siemens wie geplant einen Jahresgewinn von 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro einfahren kann. "Angesichts des verschlechterten Umfelds ist es schwieriger geworden, unsere Prognose für das Geschäftsjahr zu erreichen." Löscher hatte das Gewinnziel erst vor drei Monaten von 6,0 auf 5,2 Milliarden Euro gesenkt.

Löscher kündigte zudem ein Sparprogramm an. Dieses lege "den Fokus auf die Verbesserung von Kosten, Produktivität, Effizienz und Prozessen", sagte er. Siemens werde "aus dieser Krise schlanker, schneller und agiler" herauskommen. Ob das Programm auch Stellenabbau beinhaltet, blieb offen.

dab/dpa/Reuters



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insgesamt 64 Beiträge
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Erkläromat 26.07.2012
1. Na endlich...
...mal wieder eine "Krise trifft mit voller Wucht"-Überschrift.
max-mustermann 26.07.2012
2. Tja kein Wunder
vor ein paar Jahren hat mann die Gewinnbringende Autozulieferer Sparte (und nicht nur die) zwecks kurzfristiger Gewinnmaximierung verkauft und jetzt wundert mann sich das nirgends mehr Gewinne herkommen. Selber Schuld wenn mann so kurzsichtig agiert.
mundi 26.07.2012
3. Osram-Geschenke
Zitat von sysopDPABei Siemens brechen die Aufträge um fast ein Viertel ein, der Konzern leidet zusehends unter der Konjunkturkrise. Nun gibt das Unternehmen sogar seine Börsenpläne für die Tochter Osram auf: Stattdessen sollen die Anteile an der Firma verschenkt werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,846472,00.html
Ich würde gerne erfahren, wie man an die verschenkten Osram-Anteile kommen kann.
dubtown 26.07.2012
4. Steuerzahler voran...
Zitat von sysopDPABei Siemens brechen die Aufträge um fast ein Viertel ein, der Konzern leidet zusehends unter der Konjunkturkrise. Nun gibt das Unternehmen sogar seine Börsenpläne für die Tochter Osram auf: Stattdessen sollen die Anteile an der Firma verschenkt werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,846472,00.html
Die klare Botschaft muss jetzt heißen: Die Verluste von Siemens müssen sozialisiert werden. In der Not halten wir zusammen, in guten Zeiten denkt jeder an sich...
restauradores 26.07.2012
5. Autoindustrie, Siemens...
Zitat von sysopDPABei Siemens brechen die Aufträge um fast ein Viertel ein, der Konzern leidet zusehends unter der Konjunkturkrise. Nun gibt das Unternehmen sogar seine Börsenpläne für die Tochter Osram auf: Stattdessen sollen die Anteile an der Firma verschenkt werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,846472,00.html
mal sehen wann hier nach Griechenland, Spanien, Irland, Portugal der erste auch sagt, dass wir über unsere Verhältnisse gelebt haben ;-)
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