Geplanter Stellenabbau Siemens-Treffen endet ohne konkrete Ergebnisse

Siemens plant den Abbau Tausender Stellen - auch in Deutschland. Nun sprachen Minister und Manager über die Zukunft der deutschen Werke. Zusagen an die Mitarbeiter gab es in den Gesprächen nicht.

Proteste vor dem Wirtschaftsministerium
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Proteste vor dem Wirtschaftsministerium


In Deutschland könnten Tausende Siemens-Mitarbeiter ihre Jobs verlieren. Nun gab es bei Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) ein Gespräch über die umstrittenen Kürzungspläne des Konzerns. Das Treffen zwischen Ministern und Siemens-Managern blieb allerdings ohne konkrete Ergebnisse.

Die Zukunft der Standorte sei "zunächst ein innerbetriebliches Thema", sagte Siemens-Personalvorstand Janina Kugel nach dem Gespräch, an dem auch mehrere Wirtschaftsminister aus den Bundesländern teilnahmen. "Uns ist klar, dass die Maßnahmen schmerzhaft sind", betonte Kugel. Siemens habe bei dem Gespräch die Lage an den einzelnen Standorten erklärt.

Die Siemens-Kraftwerkssparte leidet derzeit wegen der Hinwendung vieler Industriestaaten zur erneuerbaren Energien unter einem Nachfrageschwund. Daher hatte der Konzern Mitte November angekündigt, weltweit 6900 Stellen abbauen zu wollen, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Zwei Standorte im sächsischen Görlitz und in Leipzig mit zusammen 920 Arbeitsplätzen sollen geschlossen werden.

Auf die Frage, ob sich die Zahl der abzubauenden Stellen noch verringern lasse, antwortete Kugel, das sei ein Planungsstand. Nach den Gesprächen mit den Betriebsräten werde man wissen, "wie viele Mitarbeiter es gesamtheitlich trifft".

Zypries sprach von einem "sehr guten Gespräch" und kündigte ein weiteres Gespräch der Politik mit Siemens an. Ob sich am Ende etwas in Hinblick auf den Stellenabbau ändern lasse, "kann ich nicht sagen, das wird man sehen", erklärte sie. Über Steuererleichterungen für Siemens in Ostdeutschland, um dort bedrohte Werke zu retten, habe man nicht gesprochen.

Siemens werde nun zunächst mit den Betriebsräten Gespräche aufnehmen. "Dem wollten wir nicht vorgreifen." Dann wolle man ausloten, "wie Bund und Länder beim Umbau helfen können", etwa bei der Weiterqualifizierung von Mitarbeitern.

700-Millionen-Euro-Auftrag aus Libyen

Gleichzeitig wurde bekannt, dass der Konzern einen millionenschweren Auftrag aus Libyen für den Bau zweier Kraftwerke erhalten hat. Das Volumen liegt inklusive langfristiger Serviceabkommen bei insgesamt rund 700 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte.

Der Auftrag aus Libyen sei wichtig für die Auslastung und Teil der Planung, erklärte Siemens-Chef Joe Kaeser. Als Anzeichen für eine Erholung des Marktes sieht er ihn hingegen nicht. Der Auftrag ändere nichts an der grundsätzlich "drastisch gesunkenen Nachfrage im Markt für fossile Stromerzeugung", so der Siemens-Chef.

asc/dpa/Reuters



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