Zukunftsinvestition Siemens steuert Robotik-Forschung künftig von China aus

Klares Statement für den asiatischen Markt: Der Siemens-Konzern will seine Software für robotergesteuerte Fabrikanlagen künftig in China und Singapur entwickeln.

Siemens-Stand auf der Hannover Messe
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Siemens-Stand auf der Hannover Messe


Siemens siedelt ein wichtiges Forschungsgebiet für die Digitalisierung der Industrie in China an: Die dortige Landesgesellschaft übernimmt die globale Führung im Bereich der autonomen Robotik, wie das Unternehmen am Donnerstag bei einem "Innovationstag" in der ostchinesischen Stadt Suzhou mitteilte. Wie viele Forscher und Ingenieure auf diesem Gebiet arbeiten sollen, teilte der Konzern nicht mit.

Schwerpunkte sollen sein: neue mechatronische Systeme, die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine und die Anwendung künstlicher Intelligenz in der Robotiksteuerung. Siemens Chart zeigen stellt selbst zwar keine vollständigen Industrieroboteranlagen her, jedoch Komponenten und Software.

Robotik und die Automatisierung der chinesischen Industrie sind ein Themenfeld, das die Kommunistische Partei in China im Rahmen der Initiative "Made in China 2025" mit Milliardensubventionen für die heimischen Unternehmen vorantreibt. So kaufte der Hausgerätehersteller Midea 2016 den Augsburger Industrieroboterhersteller Kuka Chart zeigen, ein technologisch führendes Vorzeigeunternehmen.

Ziel der chinesischen Führung ist es, die Industrie auf technologischen Stand der Konkurrenz im Westen und in Japan zu bringen und die Importe ausländischer Technologie zu reduzieren. Außerdem leidet China wegen der erst kürzlich aufgegebenen Ein-Kind-Politik noch stärker unter dem demografischen Wandel als Europa - es fehlt zunehmend der Nachwuchs für die Fabriken. Roboter sollen dem Mangel abhelfen.

Der Münchener Technologiekonzern hat sich dafür entschieden, intensiv mit den chinesischen Behörden und Forschungseinrichtungen zusammenzuarbeiten. "Siemens investiert massiv in die Zukunft Chinas und unterstützt das Land und die örtlichen Kunden auf ihrem Weg in die Digitalisierung", erklärte Technologievorstand Roland Busch. Insgesamt beschäftigte Siemens laut Unternehmensangaben Ende 2016 rund 4500 Forscher und Ingenieure in China. Ein weiteres Digitalisierungszentrum baut Siemens derzeit in Singapur auf.

mik/dpa

insgesamt 20 Beiträge
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INGXXL 14.09.2017
1. WER auf dem Weltmarkt eine führende Rolle
spielen will muss in Asien speziell China Präsens zeigen. Daher ist der Schritt von Siemens nur logisch.
seppfett 14.09.2017
2. Deckmantel
Unter dem Deckmantel der Industrieförderung und der Erweiterung der Märkte wird hier mit der Zukunft unserer europäischen Jugend gespielt. Es ist absolut unverantwortlich für Europa und Deutschland einen so wichtigen Bereich nach China und Singapour auszulagern. In meinen 40 Jahren als Mitarbeiter bei internationalen Unternehmen habe ich das öfter beobachtet, dass so gut wie nichts bei diesen Entscheidungen für das Mutterunternehmen heraus kommt. Schrecklich ist auch die (schleichende) Übernahme von Kuka durch chinesische Investoren . Asylanten und Flüchtlinge sind nicht unser Problem, sondern die Abwanderung unserer innovativen Entwicklungen in den asiatischen Raum. Ein wichtiger Grund nicht die CDU/CSU/FDP/AFD zu wählen.
smartphone 14.09.2017
3. Saustall im Management
Nun SIemens ist seit xx Jahren berüchtigt in Sachen Mint Jammern, aber wenns drauf ankommt......... Welche Partei wird kommend das Management in Verantwortung ziehen - also MAD Verhör und logischerweise dafür sorgen , daß derartige "Entscheider" erstens ab November aus dem Job/Firma entfernt udn wegen massiv staatsschädigendem Verhalten dauerhaft verbuchet werden. Es klingt etwas radikal , aber das ist offenbar die einzige Sprache ,die bei diesem Gechmeiß ankommt !! Viele Grüße Ihre deutsche Ingenieurselite , zu der man " keine Berührungspunkte aufbauen kann"
spontanistin 14.09.2017
4. Wanderarbeiter ade!?
Die chinesischen Wanderarbeiter werden dann wohl bald alle zu Programmierern und IT-Spezialisten umgeschult. Wird interessant, wer dann all die intelligenten, nur noch von Robotern hergestellten Produkte noch kaufen kann. Vom bedingungslosen Grundeinkommen dürften die Produkte nicht finanziert werden können.
Nordstadtbewohner 14.09.2017
5. Achtung, Globalisierung!
Zitat von seppfettUnter dem Deckmantel der Industrieförderung und der Erweiterung der Märkte wird hier mit der Zukunft unserer europäischen Jugend gespielt. Es ist absolut unverantwortlich für Europa und Deutschland einen so wichtigen Bereich nach China und Singapour auszulagern. In meinen 40 Jahren als Mitarbeiter bei internationalen Unternehmen habe ich das öfter beobachtet, dass so gut wie nichts bei diesen Entscheidungen für das Mutterunternehmen heraus kommt. Schrecklich ist auch die (schleichende) Übernahme von Kuka durch chinesische Investoren . Asylanten und Flüchtlinge sind nicht unser Problem, sondern die Abwanderung unserer innovativen Entwicklungen in den asiatischen Raum. Ein wichtiger Grund nicht die CDU/CSU/FDP/AFD zu wählen.
Ich denke, Sie haben die Globalisierung nicht wirklich verstanden. Siemens ist ein internationaler Konzern, der sich dementsprechend international ausrichtet. Geschäfte und Entwicklungen werden dort gemacht, wo sie am aussichtsreichsten sind. Die Märkte von Morgen sind eben nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auch in Asien. Wenn also die europäische Jugend ihre beruflichen Perspektiven nicht in Europa sieht, steht es ihr frei, nach Asien zu gehen.
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