Deal im Sig-Sauer-Prozess Ex-Mitarbeiter von Waffenhersteller sollen Bewährungsstrafen bekommen

Sie sollen daran beteiligt gewesen sein, dass mehr als 38.000 Pistolen illegal nach Kolumbien gelangten. Nun gestehen die Ex-Mitarbeiter des Waffenherstellers Sig Sauer - aber nur gegen eine Abmachung.

Ehemalige Manager (3.v.l., 8.v.l., 4.v.r.) der Firmengruppe Sig Sauer im Saal des Landgerichts Kiel
DPA

Ehemalige Manager (3.v.l., 8.v.l., 4.v.r.) der Firmengruppe Sig Sauer im Saal des Landgerichts Kiel


Im Prozess um Exporte des Waffenherstellers Sig Sauer nach Kolumbien am Landgericht Kiel haben die Angeklagten einen Deal ausgehandelt. Alle drei könnten mit einer Bewährungsstrafe rechnen, berichteten die Nachrichtenagentur AP und der NDR. Die Strafverteidiger des früheren Geschäftsführers Michael Lüke bestätigten in einer Pressemitteilung, dass es zu einer Absprache mit dem Gericht gekommen sei.

Den drei früheren Mitarbeitern wird vorgeworfen, daran beteiligt gewesen zu sein, dass mehr als 38.000 Waffen aus der Produktion von Sig Sauer über die USA nach Kolumbien gelangten. Die Ausfuhrgenehmigungen erlaubten dies jedoch nicht.

Alle legen Geständnis ab

Die zwei Ex-Mitarbeiter der Firma mit Sitz in Eckernförde bekämen eine Bewährungsstrafe von bis zu elf Monaten und eine Geldstrafe, zitierte der NDR einen der Verteidiger. Der dritte Angeklagte - einstiger Manager der US-Tochter von Sig Sauer - werde mit einer Bewährungsstrafe von bis zu einem Jahr und zehn Monaten davonkommen. Im Gegenzug legten alle Angeklagten ein Geständnis ab.

In Kolumbien gab es über Jahrzehnte hinweg gewaltsame Konflikte, die bis heute nicht völlig beendet sind. Die Regierung und die inzwischen aufgelöste Farc-Guerilla schlossen 2016 ein Friedensabkommen, Splittergruppen kämpfen aber weiter. Auch die internationale Drogenmafia ist dort äußerst aktiv.

tin/dpa/AP

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.