Wirtschaftsministerium Chinesen können Kuka übernehmen

Der Übernahme des Roboterbauers Kuka durch den chinesischen Midea-Konzern steht nichts mehr entgegen. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht keine Gefahr und verzichtet auf ein förmliches Prüfverfahren.

Kuka-Roboter
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Kuka-Roboter


Der Weg für die Übernahme des Roboterbauers Kuka durch den chinesischen Elektrogerätehersteller Midea ist frei. Das Bundeswirtschaftsministerium habe die Übernahme geprüft und werde keine weiteren Schritte einleiten, sagte ein Sprecher von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD).

Sein Ministerium wird demnach kein förmliches Prüfverfahren nach dem Außenwirtschaftsrecht eröffnen. Die Überprüfung habe keinen Anhaltspunkt dafür ergeben, dass durch die Übernahme die öffentliche Ordnung oder Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland gefährdet werde, hieß es weiter.

Nach dem Außenwirtschaftsrecht kann das Ministerium einen Verkauf nur untersuchen, wenn ein Investor von außerhalb der EU mindestens 25 Prozent der stimmberechtigten Anteile an einem deutschen Unternehmen erwirbt. Zu prüfen ist dann, ob dies "die öffentliche Ordnung oder Sicherheit" Deutschlands gefährdet. Die Übernahme kann untersagt werden, auch Auflagen sind möglich. Das betrifft etwa strategisch wichtige Bereiche wie Telekommunikation oder Strom- und Wasserversorgung.

Der chinesische Elektrogerätehersteller will die Übernahme von Kuka bis März 2017 abschließen. Kuka ist auf Roboter für die Industrie - insbesondere in der Autoproduktion - spezialisiert. Das Augsburger Unternehmen beschäftigt 12.600 Mitarbeiter. Die Chinesen haben zugesichert, alle Arbeitsplätze bei Kuka bis zum Jahr 2023 zu erhalten.

asa/dpa/Reuters



insgesamt 19 Beiträge
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Sepp1966 17.08.2016
1. Ein Unternehmen
wie KUKA sollte als Innovationsunternehmen nicht zum Verkauf stehen. Deutschland koppelt sich immer mehr von Gebieten der Hochtechnologie ab, in denen wir einst führend waren. Ob Kerntechnologie, Pharmazie, Chemie, Schwermaschinenbau, Feinwerktechnik, Rüstungsindustrie, wie dem U-Boot-Bau, Telekommunikation, Elektronik oder Elektrotechnik. Stattdessen sind wir führend in der Entwicklung von Windkraftwerken. Wir sind nicht einmal mehr in der Lage, einen funktionierenden Flughafen in unserer Hauptstadt zu realisieren. Aber unser Wirtschaftsminister mischt sich in den Einzelhandel ein, sieht aber keinen Bedarf zu verhindern, dass KnowHow ins Ausland abwandert. Nur mit technologischem Vorsprung auf vielen Gebieten ist es möglich, dass Deutschland die hohen Sozialleistungen und Staatsausgaben schultert. Statt Jursiten und Betriebswirte, sollten wieder Naturwissenschaftler und Ingenieure das Sagen bei uns in Deutschland haben. Als Vorbild kann der deutsche Kasier, Willhelm II, dienen, der technische Hochschulen und Technoligiezentren wie kein anderer gefördert hat. Letztere heute als Max-Planck-Insitute weltweit bekannt.
marc.koch 17.08.2016
2. Blauäugiges Gesetz
Na klar, die Sicherheit und Ordnung ist hier nicht gefährdet, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands aber schon. Ich höre die deutschen Fertiger schonjammern, wenn die Kuka-Roboter auf einmal teurerwerden. Wasser, Strom und Telefonieren (und Handy-glotzen!) sind strategisch, aber ja, gaaanz doll. Fertigung, da, wo wir weltweit vorne sind, die natürlich nicht. Da sind die Edeka/Tengelmann-Belegschaften sicher wichtiger mit ihren kleinenLöhnen und der vergleichsweise geringen Produktivität.Ich bin es so leid von einer Mediokratie regiert zu werden.
choke123 17.08.2016
3.
Wir verscherbeln unser Know-How -das einzige Pfund, mit dem wir als rohstoffarmes Land wuchern können- für Papierscheinchen und Zahlen in Computern. Eine Schande. DA sollte der Gesetzgeber mal ran, satt ständig Symbolgesetzgebung zu betreiben.
falsifiziert34 17.08.2016
4. Reziprozitäts-Prinzip
Hier gehört die Gesetzeslage angepasst: nur wenn eine ähnliche Übernahme im Übernehmerland möglich wäre, sollte es auch in D erlaubt werden (Reziprozitäts-Prinzip). Leider hat Deutschland mit seiner liberalen Gesetzeslage schon einige gute Unternehmen ohne Not verloren: Hochtief wurde feindlich übernommen von einem Spanischen Raubritter, der mit dem Verkauf von Hochtief Perlen seine Schulden abbauen will (die er zuvor u.a. durch Sponsoring der Spanischen Fussballclubs aufgebaut hat), ditto Telefonica die durch monopolartiges Verhalten in D unangenehm auffällt, ditto Unicredit usw. Es kann ja nicht sein dass Deutschland seine Industrieperlen einer falsch verstandenen Freizügigkeit opfert, ohne dieselben Chancen eingeräumt zu bekommen. Zumal Kuka ja auch mit vielen Millionen Forschungsprojekte öffentlich finanziert bekam, deren Ergebnisse nun einfach von Chinesen nutzbar werden. Man kann nur hoffen dass Kuka keine technologisch anspruchsvollen Projekte in D von seinen Kunden mehr bekommt.
falsifiziert34 17.08.2016
5. Reziprozität
Hier gehört die Gesetzeslage angepasst: nur wenn eine ähnliche Übernahme im Übernehmerland möglich wäre, sollte es auch in D erlaubt werden (Reziprozitäts-Prinzip). Leider hat Deutschland mit seiner liberalen Gesetzeslage schon einige gute Unternehmen ohne Not verloren: Hochtief wurde feindlich übernommen von einem Spanischen Raubritter, der mit dem Verkauf von Hochtief Perlen seine Schulden abbauen will (die er zuvor u.a. durch Sponsoring der Spanischen Fussballclubs aufgebaut hat), ditto Telefonica die durch monopolartiges Verhalten in D unangenehm auffällt, ditto Unicredit usw. Es kann ja nicht sein dass Deutschland seine Industrieperlen einer falsch verstandenen Freizügigkeit opfert, ohne dieselben Chancen eingeräumt zu bekommen. Zumal Kuka ja auch mit vielen Millionen Forschungsprojekte öffentlich finanziert bekam, deren Ergebnisse nun einfach von Chinesen nutzbar werden. Man kann nur hoffen dass Kuka keine technologisch anspruchsvollen Projekte in D von seinen Kunden mehr bekommt.
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