Wirtschaft

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Offerte von Signa

Karstadt-Eigner bietet drei Milliarden Euro für Kaufhof

Karstadt-Eigner Signa hält offenbar an seiner Idee einer deutschen Warenhaus AG fest. Das Unternehmen unterbreitete der Kaufhof-Mutter HBC ein Angebot über drei Milliarden Euro für die Kaufhaus-Kette.

DPA

Kaufhof-Filiale in Trier

Mittwoch, 01.11.2017   17:57 Uhr

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Der österreichische Karstadt-Eigentümer, die Signa-Holding, hat nach SPIEGEL-Informationen ein Angebot für Kaufhof vorgelegt. Das bestätigte ein Insider. Die Offerte in Höhe von drei Milliarden Euro sei in dieser Woche gemacht worden, berichtet auch die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere mit der Sache vertraute Personen.

Das Angebot sei demnach durchfinanziert und umfasse auch die Schulden. Bis Mitte November werde eine Antwort der Kaufhof-Mutter Hudson's Bay (HBC) erwartet. Erst Anfang Oktober rüstete sich Signa mit einer Kapitalerhöhung von einer Milliarde Euro für mögliche Zukäufe.

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Die Kaufhof-Immobilien würden mit 2,63 Milliarden Euro bewertet. Signa wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Am Abend bestätigte HBC den Eingang der Offerte. Das Angebot sei allerdings unvollständig und unverbindlich, teilte der kanadische Konzern mit. Man werde es in angemessener Zeit prüfen.

Hinter Signa steht der Investor René Benko, er hatte 2015 die Karstadt-Warenhäuser übernommen. Benko wollte danach auch den Konkurrenten Kaufhof kaufen und damit die Idee einer deutschen Warenhaus AG wieder aufleben lassen.

HBC will an Kaufhof festhalten

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Dieser Plan scheiterte jedoch - den Zuschlag für die damalige Metro-Tochter Kaufhof erhielt für 2,8 Milliarden Euro die kanadische Gruppe HBC. Letztere hatte zuletzt noch mitgeteilt, keine Verkaufsabsichten für Kaufhof zu haben - auch wenn die Warenhauskette mit Umsatzrückgängen und Verlusten kämpft. "Wir stehen zu HBC Europa. Wir haben kein Interesse und keine Pläne, unser Geschäft an irgendjemanden zu verkaufen - Punkt!", sagte HBC-Chef Richard Baker erst vergangene Woche.

Die angeschlagene HBC hatte sich zuletzt etwas Luft verschafft. Das Unternehmen hatte Ende Oktober angekündigt, sich durch den Verkauf einer Luxusimmobilie in Manhattan und den Einstieg eines Finanzinvestors sanieren zu wollen.

HBC steckt schon länger in der Krise. Ende November hatten sich die Kanadier - kurz vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft - von ihrem Chef Jerry Storch getrennt.

brt/Reuters

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